Liebhaberin deckt perfiden Gattenmord auf

„Wenn ich tot aufgefunden werde, war es meine Frau“

Freitag, 03. Juni 2022 | 08:10 Uhr

Turin – Eine Warnung – „Wenn ich tot aufgefunden werde, war es meine Frau“ –, die der Ehemann kurz vor seinem Tod seiner Liebhaberin geschickt hatte, ist seiner Mörderin, bei der es sich laut der Staatsanwaltschaft von Turin um seine betrogene Ehefrau handelt, zum Verhängnis geworden.

Als die Frau vom Tod ihres verehelichten Liebhabers erfuhr, begab sie sich sofort zu den Carabinieri und zeigte ihnen die Nachricht, die der Mann ihr gesendet hatte. Die Ehefrau des Toten wurde daraufhin festgenommen. Die in Untersuchungshaft sitzende Witwe wird sich am kommenden 17. Oktober wegen Mordes an ihrem Mann vor Gericht verantworten müssen.

Carabinieri – Symbolbild

Der im Mordfall ermittelnde Staatsanwalt von Turin, Paolo Cappelli, hegt keinen Zweifel. Der 50-jährige Ettore T., der laut der Aussage seiner Gattin eines natürlichen Todes gestorben war, wurde in Wahrheit von seiner Frau erwürgt. Erstaunlicherweise war es die Geliebte, die den Versuch der Frau, das Verbrechen als natürlichen Tod zu tarnen, vereitelte. Als sie vom Tod des 50-Jährigen erfuhr, begab sie sich sofort zu den Carabinieri und zeigte ihnen die Nachricht, die Ettore T. ihr gesendet hatte.

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Die Vorgeschichte des perfiden Verbrechens nahm im Frühjahr des Jahres 2021 ihren Anfang, als die Frau von Ettore T. die Untreue ihres Mannes entdeckte. In der Folge kam es in der Wohnung, die sich im Viertel San Donato von Turin befindet, zwischen den beiden Eheleuten zu immer stärkeren Spannungen.

Der Staatsanwaltschaft zufolge begann die wütende Ehefrau, ihren Mann zu misshandeln. Die Streitigkeiten und gewalttätigen Auseinandersetzungen arteten in den folgenden Wochen manchmal dermaßen aus, sodass sich die Nachbarn gleich mehrmals gezwungen sahen, die Ordnungskräfte zu verständigen. Zu einer besonders folgenschweren tätlichen Auseinandersetzung kam es am 3. April letzten Jahres. In dieser Nacht schritt die Polizei ein, holte die Frau aus der Wohnung und brachte sie vorübergehend ins Krankenhaus. „Sie hat versucht, mich zu erwürgen“, schrieb Ettore T. kurz darauf seiner Geliebten.

APA/APA (Archiv/Pfarrhofer)/HERBERT PFARRHOFER

Am Vormittag des folgenden Tages wurde die Ehefrau wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Als der 50-Jährige sah, dass seine Frau wieder zu Hause war, sandte er seiner Liebhaberin, die weit entfernt von Turin in Apulien lebt, erneut eine Nachricht. „Wenn ich tot aufgefunden werde, war es meine Frau“, so seine unmissverständlichen Worte. Kurz darauf erhielt die Frau eine weitere Nachricht ihres Geliebten, in der er ihr mitteilte, dass er von seiner Frau verprügelt werde.

Am darauffolgenden Morgen, es war der 5. April, meldete die Ehefrau das Ableben ihres Gatten. Die zuständigen Behörden stellten zunächst nichts Ungewöhnliches fest. Der Mann litt schon seit geraumer Zeit an einem Tumor der Mundhöhle. Aufgrund dieser bösartigen Krankheit hatte sich Ettore T. bereits mehreren chirurgischen Eingriffen unterziehen müssen, die unter anderem auch sein Gesicht und seinen Hals entstellt hatten. Angesichts dieser Krankengeschichte schöpfte der Gerichtsmediziner keinen Verdacht und schrieb in seinen Befund, dass der 50-Jährige eines natürlichen Todes gestorben war. Die Witwe organisierte daraufhin die Beerdigung und veranlasste die Einäscherung ihres toten Gatten.

pixabay.com

Allerdings hatte die „trauernde Witwe“ nicht mit der Hartnäckigkeit der Geliebten gerechnet. Als die in Apulien lebende Frau vom Tod ihres Liebhabers und seiner kurz bevorstehenden Beerdigung erfuhr, begab sie sich sofort zu den Carabinieri und zeigte ihnen die Nachrichten, die der Verstorbene ihr vor seinen Tod gesendet hatte.

Der Fall landete sofort auf dem Schreibtisch des Staatsanwalts Paolo Cappelli, der umgehend die Freigabe der Leiche für die Beerdigung widerrief, die sterblichen Überreste von Ettore T. beschlagnahmte und eine gerichtsmedizinische Autopsie anordnete. Die folgende minutiöse Untersuchung ergab, dass der 50-Jährige keines natürlichen Todes gestorben, sondern erwürgt worden war. Die tumorbedingten Verformungen hatten es dem ersten Mediziner, der irrtümlicherweise von einem natürlichen Tod ausgegangen war, erschwert, die Anzeichen des durch Würgen erfolgten Erstickungstodes des Mordopfers zu erkennen.

Aufgrund dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse wurde die Witwe verhaftet und in Untersuchungshaft genommen. Während der ersten Verhöre machte die Witwe von ihrem Recht Gebrauch, sich zu dem ihr zur Last gelegten Verbrechen nicht zu äußern. Sie beschränkte sich darauf, ihre Unschuld zu beteuern. Die Witwe wird sich am kommenden 17. Oktober wegen Mordes an ihrem Mann vor Gericht verantworten müssen.

Von: ka

Kommentare

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19 Kommentare auf "„Wenn ich tot aufgefunden werde, war es meine Frau“"


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Storch24
Storch24
Kinig
24 Tage 9 h

Da gibt es wohl zwei Opfer, bezw. Täter.
Auch der gewesene Ehemann hat zur Situation beigetragen

Neumi
Neumi
Kinig
24 Tage 9 h

Er hat ihr den Hals hingehalten?
Zum Morden braucht es nicht 2 Täter. Er hat bestenfalls zur Motivation beigetragen, aber ganz gewiss nicht zum Mord.

Summer
Summer
Superredner
24 Tage 7 h

Storch24
Sie sind wohl das Allerletzte! Wer regelmäßig verprügelt wird und selbst bei Untreu des Mannes, ist auch Täter?
Schämen Sie sich, denn selbst Untreue gibt der Ehefrau kein Recht auf physische und psychische Gewalt!

primetime
primetime
Kinig
24 Tage 5 h

@Storch24 aber sonst geht’s noch? Victim blaming auf ganz hohem Niveau

N. G.
N. G.
Kinig
24 Tage 3 h

Das würde bedeuten, dass Provokation zur Schuld beiträgt?
Definitiv nicht! Ein zurechnungsfähiger eventueller Täter müsste wissen wann genug ist! Oder nicht?

Storch24
Storch24
Kinig
24 Tage 44 Min

Er hätte , bevor er die eigene Frau betrügt, einfach gehen sollen.

Krissy
Krissy
Universalgelehrter
24 Tage 28 Min

@Storch24
Aber sicher. In Bozen hat sich schliesslich auch ein Mann selbst 20 Messerstiche zugefügt. Ironie aus

primetime
primetime
Kinig
23 Tage 19 h

Hätte Hätte Fahrradkette. Nichts billigt einen Mord

Neumi
Neumi
Kinig
23 Tage 11 h

@Storch24 Stell dir mal das Gegenteil vor: Mann begeht Ehrenmord, weil Frau untreu ist. Ist er im Recht? Mancherorts ja, aber nicht hier.

Summer
Summer
Superredner
23 Tage 11 h

Storch24
Hätte hätte Fahrradkette. Schämen Sie sich, denn dieser Mann hat kein geltendes Recht gebrochen, seine Frau aber sehr wohl etliche. Sonst noch Fragen?

StreetBob
StreetBob
Superredner
24 Tage 4 h

Isch des iatz donn ein Maskuzid? Sein not ollm lei die Mander, de die Frauen hauen…. Geat umgekehrt schon a…. Viell. meahr, als man moant….

Summer
Summer
Superredner
24 Tage 1 h

StreetBob
Es ist schon extrem schlimm und furchtbar, dass Männer Frauen Gewalt antun, dass aber sich Männer noch mehr schämen zuzugeben, dass sie von der Frau geprügelt werden, das ist auch Fakt. Denn dieser Mann mit seinem Krebsleiden hat sie nicht mal angezeigt. Gott hab ihn selig.

Krissy
Krissy
Universalgelehrter
24 Tage 19 Min

@StreetBob
Noch schimmer Frauen üben sehr oft seelische Gewalt an Männern aus. Und die ist leider sehr, sehr schwer nachweisbar.

Summer
Summer
Superredner
24 Tage 7 h

Wo bleiben denn hier me2 und die roten Schuhe? Keine Frau, die sich von Gewalt an Männern distanziert, auch wenn Femizide viel häufiger vorkommen und wohl das Allerletzte sind in einer aufgeklärten liberalen Gesellschaft.

inni
inni
Universalgelehrter
24 Tage 5 h

in solchen Fällen wäre es angebracht, dass Männer rote Schuhe anziehen.

primetime
primetime
Kinig
24 Tage 5 h

Es ist per se immer der Mann Schuld auch wenn er das Opfer ist.
Das ist halt 0815 Gesellschaftsdenken 🤮

Doolin
Doolin
Kinig
24 Tage 10 h

…viele Frauen sind der Männer Tod…
🤧

Ninni
Ninni
Kinig
24 Tage 10 h

Makaber….. unglaublich …erwürgen .. 🙈

Eifersucht 🙈
den hätte ich eher sofort verlassen …

Krissy
Krissy
Universalgelehrter
24 Tage 25 Min

Langsam wird es Zeit für himmelblaue Bänke.
Wieviele Frauenmorde gehen eigentlich auf das Konto von Frauen?

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