Italiener Visconti Sprintsieger nach 3.752 Höhenmetern

Zoidl meisterte erste Tour-Bewährungsprobe nach Problemen

Dienstag, 09. Juli 2019 | 17:25 Uhr

Nach Problemen im letzten Anstieg hat Riccardo Zoidl im Ziel der 3. Etappe der 71. Österreich-Rundfahrt doch noch erleichtert durchgeatmet. Der Gewinner von 2013 hatte auf der letzten Rampe des 176-km-Abschnitts von Kirchschlag nach Frohnleiten den Kontakt zu den übrigen Mitfavoriten verloren, kam aber rechtzeitig wieder heran. Am Mittwoch folgt die Bergankunft am Fuscher Törl.

Am Tag vor der Glockneretappe mit dem Ziel in einer Höhe von 2.428 Metern blieb die erwartete Selektion bei der ersten Bewährungsprobe für die Kletter-Spezialisten aus. Nach 3.752 Höhenmetern sicherte sich der Italiener Giovanni Visconti den Sieg im Sprint einer rund 50-köpfigen Gruppe. Nach dem “Hattrick” im Vorjahr war es der vierte Erfolg des 36-Jährigen in Österreich.

Sebastian Schönberger, sein Teamkollege bei Neri Sottoli, ist als Vierter der bestplatzierte Österreicher in der Gesamtwertung. “Es war ein brutal harter Tag”, sagte der 25-Jährige, der am Vortag bis kurz vor dem Ziel in einer Spitzengruppe gefahren war. “Das war in den Beinen spürbar. Aber es war ein super Tag für unser Team, die Arbeit hat sich gelohnt.”

Der Oberösterreicher liegt sieben Sekunden hinter dem neuen Spitzenreiter Jonas Koch. Der sprintstarke deutsche Teamkollege von Zoidl bei CCC übernahm nach dem dritten Etappenrang hinter Colin Stüssi, einem Schweizer Legionär bei Vorarlberg Santic, das Rote Trikot. Er führt eine Sekunde vor Alessandro Fedeli (ITA) und Visconti. Koch ließ aber an der Unterstützung Zoidls, der als besserer Kletterer die Hoffnungen des WorldTour-Rennstalls trägt, keinen Zweifel. “Das Hauptziel war, Ricci gut durchzubringen, er bleibt der Leader.” Bestplatzierter Österreicher des Tages war der Vorarlberger Daniel Geismayr als 18. Er hatte für Stüssi den Sprint angezogen.

Am Dienstag gaben die Profis des Teams Movistar einen Vorgeschmack auf ihre Kletterstärke. Während Zoidl alleine in der Spitzengruppe vertreten war, aus der er wenige hundert Meter vor dem Ende des letzten Anstiegs zurückfiel, fanden sich dort noch vier Profis des spanischen Rennstalls um die Kolumbianer Winner Anacona und Carlos Betancur. “Ich bin mein Tempo gefahren, damit ich mich nicht voll einparke”, sagte Zoidl.

Zoidl war froh, dass er auch mit Hilfe aufschließender Teamkollegen wie Ex-Sieger Victor de la Parte (ESP) wieder an die Spitze herangekommen war und mit zehn Sekunden Rückstand Gesamt-15. ist. “Das war ganz wichtig”, betonte der 31-Jährige. “Man hat gesehen, dass 10 bis 15 Leute auf dem selben Niveau fahren, das wird spannend.” Anders als vom Oberösterreicher erwartet, hatten die Asse erst im Anstieg zur Teichalm das Tempo verschärft, kurz nach der Bergwertung wurde mit dem Deutschen Georg Zimmermann (Vorarlberg Santic) auch der letzte Fahrer eines Ausreißer-Quartetts gestellt. Vor allem CCC und Gazprom hatten sich bei der Jagd engagiert.

Bei der Bergankunft beim Fuscher Törl wird am Mittwoch auch der Glocknerkönig ermittelt. Diesen inoffiziellen Titel hatte sich als bisher letzter Österreicher 2015 Felix Großschartner gesichert. Beim höchsten Punkt der 71. Auflage könnte eine Vorentscheidung fallen, endgültig ermittelt wird der Gesamtsieger erst bei der finalen Klettertour zum Alpenhaus (1.670 m) am Kitzbüheler Horn am Freitag.

Von: apa