Venezien und Toskana im Ausnahmezustand

Zwei Tote und Dutzende Verletzte nach Unwettern in Italien

Freitag, 19. August 2022 | 08:29 Uhr

Zwei Tote und Dutzende Verletzte sind die Bilanz einer schwerer Unwetterwelle, die Italien am Donnerstag heimgesucht hat. Betroffen waren vor allem die Toskana und Venetien, die den Ausnahmezustand ausriefen. Damit können Sofortmaßnahmen für die Betroffenen ergriffen werden. Erhebliche Schäden gab es auch in Kärntens Nachbarregion Friaul Julisch Venetien und in der Emilia Romagna.

Bei den Opfern in der Toskana handelt es sich um einen 54-jährigen Landwirt, der in der Nähe der toskanischen Stadt Lucca von einem Baum getroffen wurde, teilten die Behörden mit. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. Das zweite Opfer ist eine 60-jährige Frau, die am Donnerstag ebenfalls von einem umstürzenden Baum in einem Park in der Stadt Avenza nahe Carrara tödlich verletzt wurde. In Pistoia stürzte ein Baum auf einen Lkw und verletzte dessen 34-jährigen Fahrer, der aus den Trümmern des Lasters geholt werden musste.

Weitere vier Personen, die sich auf einem Campingplatz in der toskanischen Badeortschaft Marina di Massa aufhielten, wurden gleichfalls durch umfallende Bäume verletzt. Eine vierte Person musste aus einem Wohnwagen befreit werden, auf den ein Baum gestürzt war. In Florenz verursachten entwurzelte Bäume Schäden an mehreren Stellen in der Stadt. Der Wind erreichte Geschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometern, berichtete der Präsident der Toskana Eugenio Giani. Aus Sicherheitsgründen mussten die berühmten Renaissance-Gärten Boboli in Florenz, eine beliebte Touristenattraktion, geschlossen werden. Auch in Mailand wurden die Parkanlagen aus Sicherheitsgründen gesperrt.

In der Gemeinde Luni in der Region Ligurien ließ der Sturm den Strom ausfallen, und in der Urlaubsgegend Tigullio in Ligurien wurden Strandkabinen auf das Schienennetz geschleudert. Örtlich fielen in den Regionen Ligurien und Emilia-Romagna Züge aus. In der Emilia-Romagna wurden Dächer weggeweht, und Kräne stürzten um.

Aufgrund des Unwetters mit starkem Wind, das Friaul Julisch Venetien heimsuchte, gingen bei der Feuerwehr mehr als 400 Anrufe ein, bei denen es um weggewehte Dächer, umgestürzte Bäume sowie um Strommasten ging, die auf Gebäude oder Autos gestürzt waren. Es gab keine Verletzten. Ein havariertes Boot auf See musste vor der Küste von Sistiana bei Triest in Sicherheit gebracht werden.

Der italienische Zivilschutzchef Fabrizio Curcio berief am Donnerstag eine Krisensitzung in Rom ein. Dabei wurden Vorbeugungsmaßnahmen diskutiert, da die Schlechtwetterfront noch einige Tage andauern könnte. In Süditalien toben inzwischen weiterhin Brände. Wegen eines großen Feuers auf der Insel Pantelleria zwischen Sizilien und Tunesien wurden einige Villen evakuiert, darunter jene des Modedesigners Giorgio Armani. Auch in einem Naturschutzpark nahe der sizilianischen Stadt Trapani wüteten Feuer.

Von: apa

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