Tragischer Fall in der Provinz Belluno

Zweijähriger steckt sich etwas auf dem Spielplatz in den Mund und stirbt

Montag, 01. August 2022 | 08:07 Uhr

Belluno – Ein Zweijähriger, der mit seinem Vater in der Gegend von Belluno einen Vormittag auf dem Spielplatz verbracht hat, ist kurze Zeit später verstorben. Das Kind hatte etwas vom Boden in den Mund gesteckt. Eine Autopsie, die angeordnet wurde, soll klären, was genau passiert ist.

Der Vorfall hat sich am Donnerstag ereignet. Die Staatsanwaltschaft hat den 41-jährigen Vater Diego Feltrin wegen fahrlässiger Tötung ins Ermittlungsregister eingetragen.

Der Bub hat sich offenbar nicht unmittelbar unwohl gefühlt. Erst als der Vater mit seinem Sohn zu Hause zurückgekehrt war, verschlechterte sich der Zustand des Kindes zusehends.

Der Mann, der als Holzarbeiter tätig ist, brachte den Zweijährigen zur Notaufnahme im Krankenhaus von Pieve di Cadore. Zwei Stunden lang kämpften die Ärzte um das Leben des Kindes. Doch das Herz des kleinen Nicolò hörte letztendlich auf zu schlagen.

Das Krankenhauspersonal verständigte die Carabinieri, die mit den Erhebungen auf dem Spielplatz und im Haus der Familie anfingen. Vermutet wird, dass das Kind möglicherweise ein Pestizid oder Rattengift geschluckt haben könnte.

Leonardo Padrin, der Bürgermeister von Longarone, drückte der Familie im Namen der Gemeinde sein Beileid aus. Der Vorfall hat sich auf einem Spielplatz in Codissago, einer Fraktion von Longarone, ereignet, der sich gleich in der Nähe der Kirche befindet.

Am 3. August soll eine Autopsie durchgeführt werden. Der Vater erklärte den Ermittlern gegenüber, dass das Kind auf dem Spielplatz eine braune, erdähnliche Substanz in den Mund genommen habe. Er habe dies bemerkt und die Substanz sofort entfernt, so der Vater.

Wie die Staatsanwaltschaft betont, ist die Eintragung des Vaters ins Ermittlungsregister vorerst notwendig. Der Vater hat sich einen Rechtsbeistand zugelegt und kann selbst einen Gutachter seines Vertrauens ernennen.

„Ich kann mir nicht erklären, was passiert ist. Ich ertrage es nicht einmal, ein Foto meines Kindes anzuschauen“, erklärte verzweifelte Vater.

Von: mk

Kommentare

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13 Kommentare auf "Zweijähriger steckt sich etwas auf dem Spielplatz in den Mund und stirbt"


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ieztuets
ieztuets
Tratscher
15 Tage 17 h

Unvorstellbor, ormes Kind obr fahrlässige Tötung… sicher hatt der Voter besser drau schaugn kennen, obr isch sell nit a bissl übertriebn i glab er isch gstroft genue? Eher gilt nochzuforschn welcher “Tierfeind” Gift/-köder ausgelegt hott, leider gibs so schwochsinnige Leit!

Kinig
15 Tage 16 h

Unmöglich von einem Vater/Mutter eine jede Bewegung des Kindes zu kontrollieren. Dann muss man die Kinder zu Hause einsperren.
Verurteilen muss man die Leute, die Köder (Hunde, Mäuse…) auslegen und das auf Kinderspielplätze

xXx
xXx
Kinig
15 Tage 16 h

Es handelt sich nur um den Eintrag ins Register und kein Urteil. Das ist nötig um in allen Richtungen zu ermitteln und sollte alles so passiert sein wie beschrieben, für den Vater wichtig um seine Unschuld zu beweisen. Was die tatsächliche Ursache war, wird die Autopsie hervorbringen und dann werden Ermittlungen in diese Richtung weiter gehen.

Hausdetektiv
Hausdetektiv
Superredner
15 Tage 16 h

dem vater trifft keine schuld. schuld ist zu 99% derjenige der das gift ausgesetzt hat.

N. G.
N. G.
Kinig
15 Tage 15 h

@Storch24 Leider ist es genau so. Würde man sich als Eltern immer Gedanken machen was passieren könnte, man würde entweder keine Kinder in die Welt setzen oder drüber verrückt werden.
Es ist das Leben! Man muss es so sagen, Fatalismus ist angebracht.

Roby74
Roby74
Universalgelehrter
15 Tage 14 h

@Hausdetektiv
Noch weiss man gar nichts genaues,schon gar nicht ob dieser tragische Todesfall überhaupt Gift zuzuordnen ist.

Ninni
Ninni
Kinig
15 Tage 19 h

So schlimm, mein Herz weint.

rip kleiner Bub

viel Kraft der Familie, diesen Schock zu überwinden

Ortner
Ortner
Grünschnabel
15 Tage 17 h

Ein Zigarettenstummel reicht auch schon aus. Davon findet man so einige auf den Bozener Spielplätzen.

Pyrrhon
Pyrrhon
Superredner
15 Tage 14 h
@Ortner, Die Nikotinvergiftung durch akzidentelle Ingestion von Zigaretten oder Zigarettenstummeln ist eine häufige Intoxikation im Kindesalter; in der Regel verläuft sie harmlos. Tox Info Suisse registriert pro Jahr rund 300 telefonische Anfragen zu akzidentellen Einnahmen von Zigarettenstummeln oder ungerauchten Zigaretten durch Kinder. Meist sind Kleinkinder (<3 Jahre) betroffen mit häufig mehr Unfällen in den Sommermonaten. Dies mag damit zusammenhängen, dass in öffentlichen Anlagen Zigarettenstummel oft nicht in Aschenbechern, sondern achtlos auf dem Rasen oder Spielplatz, deponiert werden und somit für Kleinkinder, die Dinge gern mit dem Mund erkunden, einfach zugänglich sind. Eine ungerauchte Zigarette enthält etwa 8–20 mg Nikotin: Eine… Weiterlesen »
Pyrrhon
Pyrrhon
Superredner
15 Tage 14 h
Zigarettentabak ist natürlicherweise sauer, und im sauren Milieu des Magens liegt Nikotin vermehrt in ionisierter Form vor, die schlecht resorbiert wird. Spontanes Erbrechen limitiert weiter die Nikotinaufnahme. Gemäss der 172 ärztlichen Rückmeldungen zum Verlauf einer Zigaretteningestion durch Kleinkinder (<6 Jahre), die Tox Info Suisse im Zeitraum von 2009–2018 erhielt, verliefen über die Hälfte der Fälle ohne Symptome (n = 102, 59%), bei 64 Kindern (37%) traten leichte gastrointestinale Symptome auf und in sechs Fällen (4%) kam es zu mittelschweren Symptomen (mehrfaches Erbrechen, Agitation). Es wurden in dieser Serie keine schweren oder gar tödlichen Verläufe registriert. Die Erfahrungen von Tox Info Suisse… Weiterlesen »
Pyrrhon
Pyrrhon
Superredner
15 Tage 14 h

In einer amerikanischen Studie zu Zigaretteningestion bei Kleinkindern (<6 Jahre, n = 9194) blieben 66% asymptomatisch, 33% zeigten einen leichten, 1% einen mittelschweren und 0,02% (n = 2) einen schweren Verlauf. Eine weitere Studie zeigte, dass bei 700 Kleinkindern nach Einnahme von bis zu zwei Zigaretten oder sechs Zigarettenstummeln der Verlauf immer leicht war, und selbst grössere Mengen nicht zu schweren Symptomen führten.
3/3

N. G.
N. G.
Kinig
15 Tage 13 h

Man würde auch Katzen und Hundekot finden?

Faktenchecker
15 Tage 14 h

Abwarten und die Ermittler machen lassen. Manchmal ist es anders als man denkt.

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