Fischer will Jubiläum auch für Bildung nutzen

100 Jahre Republik: Fischer lädt zu Feiern im Jahr 2018

Dienstag, 05. September 2017 | 12:27 Uhr

Alt-Bundespräsident Heinz Fischer hat am Dienstag einen ersten Ausblick auf die geplanten Feierlichkeiten zum Republiks-Jubiläumsjahr 2018 gegeben. Den “Startschuss” mache eine Auftaktveranstaltung am 11. Jänner im Wiener Rathaus. Als Höhepunkt ist ein Staatsakt am 12. November in der Wiener Staatsoper vorgesehen, sagte Fischer in seiner Funktion als Regierungsbeauftragter für das Gedenkjahr.

In einem – ab sofort auch auf Youtube online abrufbaren Video – lädt das ehemalige Staatsoberhaupt alle “herzlich” ein, an dem Jubiläumsjahr mitzuwirken: “Wir können und müssen auch im nächsten Jahrhundert die Lehren aus der Geschichte berücksichtigen”, sagte er in der Video-Botschaft.

Neben der Republiksgründung am 12. November 1918 wird im kommenden Jahr noch einer Reihe weiterer Ereignisse gedacht. So soll auch das Jahr 1848 (Märzrevolution und der Wiener Oktoberaufstand) in Erinnerung gerufen werden, aber auch dem “Anschluss” Österreichs an Hitlerdeutschland am 12. März 1938 (Fischer: “der Untergang Österreichs als selbstständiger Staat”) sowie dem Novemberpogrom im selben Jahr gedacht werden.

Auch das Jahr 1948 mit der Annahme der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte durch die Vereinten Nationen, das Jahr 1958 mit der Ratifizierung der Europäischen Menschenrechtskonvention durch Österreich sowie das Jahr 1968 (68-er Bewegung sowie der Prager Frühling) sollen thematisiert werden.

Der ehrenamtlich tätige Beirat unter Vorsitz Fischers habe bereits rund ein Dutzend Mal getagt, die Arbeit gehe gut voran, so der Alt-Bundespräsident. Der Auftrag der Bundesregierung sehe vor, dass sich der Beirat auch um die internationale Dimension kümmern solle, daher werde man auch mit den Nachbarländern, etwa Ungarn oder der Slowakei, gemeinsame Veranstaltungen erarbeiten, dies sei aber noch in der Vorbereitung.

Auch sei es Ziel, dass der “Bildungscharakter” wahrgenommen wird, sagte Fischer. Geplant sind etwa zahlreiche Ausstellungen – auch in zwei neuen Museen, im Haus der Geschichte in Niederösterreich und im Haus der Geschichte auf Bundesebene in Wien. Darüber hinaus soll es Symposien, Jugendwettbewerbe, Publikationen, wissenschaftliche Arbeiten, Kooperationen mit Schulen und anderen Bildungseinrichtungen geben, heißt es in den Presseunterlagen. Um “wirklich alle einzubinden” habe der Beirat “mit etwa 150 oder 160 Institutionen” Kontakt aufgenommen, darunter mit den Regierungsmitgliedern, den Parlamentsfraktionen, den Bundesländern, Universitäten oder Museen, sagte Fischer.

Das Hauptaugenmerk werde auf dem 100. Jahrestag der feierlichen Proklamation der Republik Österreich am 12. November 1918 liegen. Die Staatsoper als Ort für den Staatsakt wurde deshalb ausgewählt, weil zu diesem Zeitpunkt das Parlament aufgrund der derzeit laufenden Sanierungsarbeiten nicht zur Verfügung steht, sagte Fischer. Offizielle Redner- oder Einladungslisten dafür habe man noch nicht erstellt, da dafür noch die Nationalratswahl im Oktober abgewartet werden soll, betonte Fischer.

Das Budget der Feierlichkeiten wird insgesamt bei rund vier Mio. Euro liegen. Er habe das Konzept inklusive der voraussichtlichen Kosten auch bereits der Regierung vorgelegt und dafür die Zustimmung sowohl des Ministerrates als auch von Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) erhalten, sagte Fischer.

Von: apa

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