Weite Teile Afghanistans betroffen

150.000 Binnenflüchtlinge in Afghanistan seit Jahresbeginn

Dienstag, 11. Juli 2017 | 08:47 Uhr

In Afghanistan sind seit Jahresbeginn knapp 150.000 Menschen vor Gefechten zwischen radikalislamischen Taliban und Sicherheitskräften aus ihren Heimatorten geflohen. Das geht aus einem in der Nacht auf Dienstag veröffentlichten Bericht der UNO-Agentur zur Koordinierung humanitärer Hilfe hervor. UNO-Quellen sprechen von Binnenfluchtbewegungen in 31 der 34 Provinzen.

Weitere noch nicht überprüfte Vertreibungen solle es in besonders großem Maße in der nordafghanischen Provinz Kunduz gegeben haben, heißt es in dem Bericht weiter. Dort wurden demnach nach schweren Kämpfen allein in der vergangenen Woche mindestens 14.000 weitere Menschen heimatlos. Die vollständige Eroberung der Provinz ist ein Hauptziel der Taliban. Sie kontrollieren schon weite Teile der neun Bezirke.

Im früher als eher ruhig geltenden Norden würden mittlerweile 43 Prozent aller Kriegsvertriebenen registriert, meldet die UNO. Aus dem schwer umkämpften Süden kommen 25 Prozent aller Binnenflüchtlinge.

Im vergangenen Jahr waren mehr als 660.000 Afghanen aus ihren Dörfern geflohen. Für 2017 hatten die Vereinten Nationen zu Jahresbeginn noch mindestens 450.000 weitere Zwangsvertriebene erwartet.

Von: APA/dpa

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