Multimediale Bilder und Zeitberichte eingeblendet

2.000 Teilnehmer bei der Gedenkveranstaltung „100 Jahre Marsch auf Bozen“

Sonntag, 02. Oktober 2022 | 08:01 Uhr

Bozen – Der Südtiroler Schützenbund hat am 1. Oktober 2022 in Bozen gemeinsam mit dem Südtiroler Heimatbund ein Zeichen für die Heimat und gegen Faschismus gesetzt. Anlass waren 100 Jahre „Marsch auf Bozen“, bei dem faschistische Milizen aus dem oberitalienischen Raum in Bozen die Macht an sich rissen, die Kaiserin-Elisabeth-Schule und das Rathaus besetzten und Bürgermeister Dr. Julius Perathoner absetzten.

Gefolgt waren dem Aufruf zur Gedenkveranstaltung rund 2.000 Schützen, Marketenderinnen sowie Gäste aus nah und fern. Unter den Teilnehmern befanden sich unter anderem auch der Bozner Vize-Bürgermeister Luis Walcher sowie die Landtagsabgeordneten Myriam Atz Tammerle, Sven Knoll und Andreas Leiter-Reber.

Nach dem Eintreffen der Teilnehmer am Landhausplatz erfolgte der Marsch des Zuges zur ehemaligen Kaiserin-Elisabeth-Schule, wo eine Gedenktafel zur Erinnerung an die gewaltsame Besetzung und Umbenennung der Schule angebracht wurde. Landeskommandant Mjr. Roland Seppi trug eine kurze Erklärung vor. Noch immer wurde die gewaltsame Umbenennung der Schule nicht rückgängig gemacht. Es gebe in Bozen kein Gedenken an die tragischen Ereignisse vor 100 Jahren, als den deutschen Schülern plötzlich der Zutritt zur Schule verwehrt wurde. Ein Vorzeichen auf das Verbot der deutschen Schule im Folgejahr.

sbb

Nach dem Marsch durch die Bozner Lauben erfolgte die Hauptveranstaltung am Rathausplatz. Die Begrüßung nahm der Obmann des Südtiroler Heimatbundes, Roland Lang, vor, es folgten die Grußworte durch den Hausherrn, Vize-Bürgermeister Luis Walcher. Durch die Veranstaltung führte der Kulturreferent Mjr. Martin Robatscher. Begleitet wurde die Veranstaltung durch multimediale Bilder und Zeitberichte, welche die Impulsreferate begleiteten.

Den Anfang machte das Impulsreferat der Historikerin Margareth Lun, die auf die historischen Ereignisse blickte und die tragischen Vorgänge am 1. und 2. Oktober 1922 präzise beleuchtete. Der Marsch auf Bozen sei inszeniert gewesen und als Staatsstreich zu werten, weil die Staatsbehörden mitspielten. Der stellvertretende Landeskommandant Christoph Schmid bezog sich in seinem Impulsreferat auf die Gegenwart und ermahnte die Politik in Bozen und Rom, aus den historischen Ereignissen zu lernen und volkstumspolitische Konsequenzen zu ziehen. Bundesgeschäftsführer Egon Zemmer wagte den Blick in die Zukunft und erwartete sich konsequente Schritte für ein Südtirol ohne Italien und für eine Stärkung der Tiroler Identität sowie der Minderheitenrechte. Eine konsequent volkstumspolitische Politik sei notwendig und das “Nett luglassen” Franz Gschnitzers von 1959 sei Programm.

In seiner Hauptrede mahnte der aus Rofreit stammende Rechtsanwalt Nicola Canestrini vor faschistischen und neofaschistischen Umtrieben und ermutigte zum Kampf für Minderheiten- und Grundrechte. Dazu gehören der Gebrauch der Muttersprache, die Wahrung der Bürgerrechte gegenüber der Exekutive sowie autonome Zuständigkeiten. Es sei auch in Zeiten wie diesen notwendig, konsequent und auf der Grundlage des Gesetzes für die eigenen Rechte einzutreten, ansonsten seien die zuerkannten Rechte eine vergängliche Angelegenheit.

Das Manifest des Südtiroler Schützenbundes, das durch die Marketenderin Nadin Rabensteiner verlesen wurde, markierte die Positionen des Südtiroler Schützenbundes in Bezug auf 100 Jahre Marsch auf Bozen. Beendigung nationalistischer Symbolik und historischer Fälschungen in Südtirol, Schluss mit einseitig eingeschränkten Debatten unter Verweis auf das so genannte „Zündeln“ und den “ethnischen Frieden”, Unabhängigkeit für Südtirol in Anbetracht der historischen Ereignisse und Einberufung einer Wahrheitskommission zur Feststellung des historischen Unrechtes, werden im Manifest gefordert.

In der Schlussrede verlangte Landeskommandant Roland Seppi die Herstellung der historischen Gerechtigkeit in Südtirol und untermauerte die Position des Schützenbundes: „Wir werden jeden Tag dafür arbeiten, dass historisches Unrecht in Südtirol beseitigt wird. Wir werden mit Nachdruck und Bestimmtheit dafür Sorge tragen, dass die Aufweichung unserer Identität rückgängig gemacht wird. Wir erachten es als Auftrag und Ehre, dafür einzutreten, dass unseren Nachkommen eine lebenswerte Tiroler Heimat hinterlassen wird“.

Der Südtiroler Schützenbund blickt auf eine erfolgreiche Veranstaltung zurück, „welche der Verantwortung vor der eigenen Geschichte sowie dem Auftrag, aus dieser Geschichte die richtigen Lehren zu ziehen, gerecht wird“, heißt es in einer Aussendung. Die Teilnehmer hätten sich von der sehr würdigen Veranstaltung begeistert gezeigt.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare
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ANTONIO
ANTONIO
Tratscher
2 Monate 7 Tage

Es wird immer von den bösen Italienern oder Faschisten gesprochen.. Die Österreicher waren auch keine Heilige.. Das wird leider oft unter dem Tisch gekehrt.. Es sind immer die anderen..

Savonarola
2 Monate 7 Tage

@ Antonio

du kannst sicher ausführlichere, detailliertere und konkretere Ausführungen darbringen. Auch angesichts der Tatsache, dass es hierzulande de facto keine Italiener gab, im ehemaligen Welschtirol nur eine Handvoll agitierende Reichsitaliener in Trient und Rovereto herumstreunten, italienisch als landesübliche Sprache in Schule und Ämtern gleichgestellt war und in Innsbruck auch eine italienischsprachige Sektion des Oberlandesgerichts vorhanden war, solange der Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn existierte.

jochgeier
jochgeier
Universalgelehrter
2 Monate 7 Tage

dann ist also das was mit südtirol passiert ist recht?
du bist das klassische beispiel derer die geschichte verfälschen und geschehenes verläumden.

Zefix
Zefix
Universalgelehrter
2 Monate 7 Tage

das so a ontwort von dir kimp wundert mi jetz kuan bissl

ANTONIO
ANTONIO
Tratscher
2 Monate 6 Tage

Savonarola..Du brauchst nur die Geschichte von Österreich-Ungarn lesen..Es war nicht gerade ein neutrales Vielvölkerstaat..

ANTONIO
ANTONIO
Tratscher
2 Monate 6 Tage

Jochgeier..Recht nicht, aber für die damalige Zeit normal..Die Österreicher haben es mit anderen Ländern auch versucht..Sie haben eine Zeit lang Italien unter Kontrolle gehabt..

Suedtirolfan
Suedtirolfan
Superredner
2 Monate 6 Tage

@ANTONIO
Du hast einmal mehr keine Ahnung – davon aber recht viel ! 👎🛡

Italo
Italo
Universalgelehrter
2 Monate 6 Tage

@jochgeier bisch 100johr hinten geblieben

Savonarola
2 Monate 6 Tage

@ANTONIO

kannst du mir ein Beispiel nennen für einen neutralen Vielvölkerstaat der damaligen Zeit? Und waren die sogenannten Nationalstaaten, die aus dem Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn entstanden sind oder danach existierten, neutraler? Haben diese aus der unmittelbaren Geschichte gelernt? Waren z.B. das Königreich Italien, die Tschechei, Polen, Yugoslawien usw. etwa neutraler und minderheitenfreundlicher als Österreich-Ungarn?

Savonarola
2 Monate 6 Tage

@Italo

das wird eher für dich zutreffen.

Der Wahrhaftige
Der Wahrhaftige
Grünschnabel
2 Monate 6 Tage

@Antonio

in welchen Land leben wir Italien oder Österreich. Ich hoffe mal das du den Faschismus nicht gut heißt. Ansonsten ist dir nicht mehr zu helfen.

ANTONIO
ANTONIO
Tratscher
2 Monate 6 Tage

Savonarola. Die Annexion von Serbien hat indirekt zum 1 Weltkrieg geführt.. Die Österreicher sind schuld 2 Weltkriege verursacht zu haben..

Suedtirolfan
Suedtirolfan
Superredner
2 Monate 6 Tage

@ANTONIO
Deine Geschichtsverfälschungen nehmen aber jetzt seltsame Züge an.
Ich empfehle dir noch einmal in der Schule Zeitgeschichte zu lernen.

So ist das
2 Monate 7 Tage

Ganz gleich wer sie und warum abhält, Fackelumzüge sind und bleiben negativ belastet und machen mehr Angst als Hoffnung.

Diogenes
Diogenes
Tratscher
2 Monate 7 Tage

Oooch, hätten Sie lieber Taschenlampen?

jochgeier
jochgeier
Universalgelehrter
2 Monate 7 Tage

was macht dir an einer fackel angst?

bon jour
bon jour
Universalgelehrter
2 Monate 7 Tage

die Nazis liebten ja sehr die Fackelaufmärsche, es ist ein schräges Symbol

Savonarola
2 Monate 6 Tage

@bon jour

mein lieber Schwan, die Fackeln und die Umzüge gab es Jahrtausende vor den Nazis, cancel culture zum Kotzen.

Suedtirolfan
Suedtirolfan
Superredner
2 Monate 6 Tage

@bon jour
Dieser ” Vergleich ” mit Nazis ist ein unzulässig.
Du solltest dich dafür schämen !

Holz Michl
Holz Michl
Tratscher
2 Monate 7 Tage

Bravo👏👏👏👏 endlich jemand der a Zeichn gegn Faschismus setzt

Doolin
Doolin
Kinig
2 Monate 7 Tage

…reine Schützenveranstaltung…ansonsten gibt’s wohl keine Antifaschisten in Bozen…

Staenkerer
2 Monate 7 Tage

maß man jetz für den marsch applaudiern um nit als faschist zu geltn?
x tausende deutsch- und italienischsprochige lebn und orbeitn täglich friedlich mitanonde, vieleich soll man auf des in schwerpunkt legn, nit ollm no auf des wos vor 100 johr schief gelafn isch ummergarn!

OAE
OAE
Tratscher
2 Monate 6 Tage

@Staenkerer Genau! Kopf in den Sand stecken und sich „weckducken“, sprich Maul holtn und wegschauen!!! So kann ich mir vorstellen, wenn ich ihre Berichte lese (und sie geben ja zu allem und jeden ihren Senf dazu) sind sie ihr ganzes Leben unterwegs gewesen…. Aber genau auf solche „Landsleute“ kann ich gut und gerne verzichten!!!!!!

anonymous
anonymous
Kinig
2 Monate 7 Tage

Habe den LH vermisst …

algunder
algunder
Universalgelehrter
2 Monate 6 Tage

i net🤣🤣

meinungs.freiheit
meinungs.freiheit
Superredner
2 Monate 7 Tage

Antifaschistenumzüge gibt es in vielen Lebenswerten Länder. Danke den Schützen für diese sehr gelungene Aktion.

Diogenes
Diogenes
Tratscher
2 Monate 7 Tage

Rechtsanwalt und Strafverteidiger Nicola Canestrini hats auf den Punkt gebracht: Keine einzige Erinnerungsveranstaltung zum 100. Jahrestag der faschistischen Übernahme in Itaien, keine in Südtirol, weder vonseiten des Landes, noch jener der demokratischen Italiener. Es bleibt dem Heimat- und Schützenbund überlassen, dieses dunklen Kapitels zu erinnern. Wo sind die ganzen Antifaschismusschreier? Sind also alle nur Geschichtsrelativierer und Duckmäuser.

OAE
OAE
Tratscher
2 Monate 6 Tage

Ich vermisse vor allem die Omas gegen Rechts!!! Wenns gegen die eigenen Leute geht, dann hört man sie sofort, ansonsten TODESSTILLE….. Das nennt man Courage!!!! Zum fremdschämen die Omas und Opas!!!!!!

magari
magari
Superredner
2 Monate 6 Tage

Ich kann diesen Märschen der Schützen wenig bis garnichts abgewinnen.

Savonarola
2 Monate 6 Tage

und was macht der Neoparlamentarier Spagnolli? Er geht zum Alpinitreffen, setzt sich seinen Alpinohut auf und kritisiert die Veranstaltung der Schützen als “nicht einschliessend”. Er hätte besser den Herren Alpini einen Vortrag halten sollen über ihre dunkle Rolle in den Weltkriegen und in der Zwischenkriegszeit.

Savonarola
2 Monate 6 Tage

und prompt sind auch die linken Historiker zur Stelle, natürlich mit Statements gegen die Schützenveranstaltung und indirekt also für die gute alte italianità.

Savonarola
2 Monate 6 Tage

man muss fragen dürfen: wo ist die antifa geblieben, die Partisanenvereinigung, die Omas gegen rechts, die Gewerkschaften und all die anderen Organisationen, die den Kampf gegen Rechtsextremismus und Totalitarismus auf ihre Fahnen geschrieben haben?

oschpile
oschpile
Tratscher
2 Monate 6 Tage

ach seppi r, jedr kruma lob sei wore …ihr hob ein düsteres fanal gsetzt, auch wenn s nicht mein geschmack war …

ANTONIO
ANTONIO
Tratscher
2 Monate 6 Tage

Oschpile.. Wie war das mit ‘deutsche Sprache, schwere Sprache’,? 🤣

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