Prozess gegen Salah Abdeslam in Brüssel

20 Jahre Haft für mutmaßlichen Paris-Attentäter Abdeslam

Montag, 23. April 2018 | 12:52 Uhr

Der mutmaßliche Paris-Attentäter und IS-Terrorist Salah Abdeslam ist wegen versuchten Polizistenmordes in Belgien zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Das teilte das zuständige Gericht am Montag in Brüssel mit. Schuldig gesprochen wurde der Franzose marokkanischer Abstammung wegen einer Schießerei kurz vor seiner Festnahme in Brüssel im März 2016, bei der drei Polizisten verletzt wurden.

Sein mitangeklagter Komplize Sofien Ayari erhielt ebenfalls 20 Jahre Haft. Beide sollen zudem Geldstrafen zahlen. Abdeslam soll zu einer Terrorzelle der Organisation Islamischer Staat (IS) gehören, die die blutigen Anschläge in Paris im November 2015 und in Brüssel im März 2016 verübte. Dabei kamen in Paris 130 Menschen und in Brüssel 32 Unschuldige ums Leben. Abdeslam sitzt in Frankreich in Untersuchungshaft und war bei der Urteilsverkündung in Brüssel am Montag nicht anwesend. Dies gilt auch für den zweiten Angeklagten Ayari.

Abdeslam soll nach den Pariser Anschlägen nach Belgien geflohen und dort untergetaucht sein. Monatelang wurde nach ihm gefahndet, er galt als Europas meistgesuchter Terrorist. Als er bei einer Razzia in der Brüsseler Gemeinde Forest am 15. März 2016 mit zwei Komplizen aufgespürt wurde, sollen sie auf Polizisten geschossen und drei Beamte verletzt haben. Ein Verdächtiger, der Algerier Mohamed Belkaid, wurde bei dem Feuergefecht getötet.

Der 28-jährige Abdeslam erschien nicht zur Urteilsverkündung, die im Brüssler Justizpalast unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen stattfand. Sein Anwalt hatte mit Verweis auf Verfahrensfehler einen Freispruch gefordert. Die Vorsitzende Richterin schilderte den Fall und die Indizien vor Verkündung des Strafmaßes noch einmal ausführlich. Sie kam danach zu dem Schluss, dass es sich bei der Schießerei um ein terroristisches Attentat gehandelt habe. Die Argumente der Verteidigung, die wegen Verfahrensfehlern auf Straffreiheit plädiert hatte, wies sie zurück.

Abdeslam entkam nach der Schießerei von Forest zunächst, wurde aber wenige Tage später in der Brüsseler Gemeinde Molenbeek gefasst. Das setzte die Terrorzelle damals möglicherweise so unter Druck, dass sie kurz darauf überhastet in Brüssel zuschlug. Dort sprengten sich am 22. März 2016 Selbstmordattentäter am Flughafen und in der U-Bahn in die Luft.

Abdeslam bleibt auch nach dem Brüsseler Urteil in Frankreich in Untersuchungshaft. Die umfangreichen Ermittlungen zu den Pariser Terroranschlägen werden voraussichtlich noch bis 2019 dauern. Er soll dort bei den Attentaten im November 2015 unter anderem ein Kamikaze-Kommando zu einem der Anschlagsorte gebracht haben.

Seine belgische Haftstrafe würde er im Falle einer Verurteilung in Frankreich erst nach der dortigen Strafe antreten. Gegen das Brüsseler Urteil sind zudem Rechtsmittel möglich.

Von: APA/dpa/ag.

Kommentare

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15 Kommentare auf "20 Jahre Haft für mutmaßlichen Paris-Attentäter Abdeslam"


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MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

Was hat Frankreich für Gesetze?Dieser Mörder sollte 300 x lebenslänglich bekommen,wie in Amerika!

topgun
topgun
Grünschnabel
1 Monat 4 Tage

Also diese 20 Jahre hat er für unerlaubten Waffenbesitz und versuchten Polizistenmord bekommen.
Der Prozess um den Terroranschlag wird ihm erst gemacht, und da wird er hoffentlich ein paar mal lebenslänglich auffassen.

denkbar
denkbar
Kinig
1 Monat 4 Tage

@MickyMouse . Nicht nur den Titel lesen. Er ist nicht Frankreich verurteilt worden, das steht ihm noch bevor!

Dagobert
Dagobert
Superredner
1 Monat 4 Tage

Dieser Typ wird in seinem Leben wohl kaum noch einmal ungesiebte Luft schnuppern.

Dublin
Dublin
Kinig
1 Monat 4 Tage

…nur 20 Jahre?… 😣

denkbar
denkbar
Kinig
1 Monat 4 Tage

@Dublin . 20 Jahre hat er für die Schießerei in Brüssel und nicht für das Attentat in Paris bekommen. Für letzteres steht er in Frankreich vor Gericht.

witschi
witschi
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

nur 20 jahre für dieses massaker? der ist ja nach ein paar jahren wieder draussen. und dann? kann man sich denken

hubert
hubert
Grünschnabel
1 Monat 4 Tage

20johr!!!???schamp enk!!!

MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

Sorry habe nicht Frankreich gemeint,war ein Flüchtigkeitsfehler,Brüssel liegt in Belgium😂

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Superredner
1 Monat 4 Tage

Leute! Er wurde in Belgien verurteilt!!!

In Frankreich müssen sie ihm erst noch den Prozess machen!

MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

Sie sollen ihn doch ohne Umwegen zu “ALLAH” schicken,dann kommt er in den gratis in den Himmel!

Nobodyisperfect
1 Monat 4 Tage

Justitia muss blind sein 162×20 Jahre wäre gerecht

zombie1969
zombie1969
Superredner
1 Monat 4 Tage

Lebt man in Europa wirklich schon so in Angst vor der radikalen muslimischen Minderheit, dass man die Justizwache bei solchen Prozessen vollverschleiern muss?
Die schmucke Mode des Wachpersonals lässt erahnen, womit in einigen Jahren die normale Bürger konfrontiert werden.

knoflheiner
knoflheiner
Superredner
1 Monat 3 Tage

müßte 20 jahre arbeitslager heißen !

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