Russischer Jet beim Start vom Flugzeugträger

200 IS-Kämpfer bei russischem Luftschlag in Syrien getötet

Montag, 21. August 2017 | 14:03 Uhr

Die russische Luftwaffe hat bei einem Angriff in Syrien mehr als 200 Kämpfer der Terrormiliz “Islamischer Staat” getötet. So zitierten russische Nachrichtenagenturen am Montag das Verteidigungsministerium in Moskau. Die IS-Kämpfer waren demnach auf dem Weg in die syrische Stadt Deir al-Zor.

Dort konzentriere der “Islamische Staat” derzeit Kräfte, nachdem Kämpfer aus dem Süden der Provinz Raqqa und dem Westen der Provinz Homs von den Landstreitkräften des syrischen Regimes verdrängt würden, hieß es. Wann der Luftangriff stattfand, gab das Verteidigungsministerium nicht bekannt. Die russischen Jets hätten auch militärische Ausrüstung des IS zerstört.

Bei der Offensive auf die syrische IS-Hochburg Raqqa sind unterdessen laut Aktivisten erneut zahlreiche Zivilisten getötet worden. Luftangriffe der US-geführten Koalition gegen die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hätten am Sonntag im dichtbesiedelten Viertel Al-Badu im Zentrum der Stadt 27 Zivilisten getötet, darunter sieben Kinder, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag.

Laut der in Großbritannien ansässigen oppositionsnahen Organisation wurden damit in einer Woche 125 Zivilisten in Raqqa bei Luftangriffen getötet. Jeden Tag würden Zivilisten getötet, und da sich die Kämpfe dem dichtbesiedelten Stadtzentrum näherten, steige die Zahl der Opfer, erklärte die Beobachtungsstelle, die ihre Informationen von Ärzten und Aktivisten vor Ort bezieht. Für Medien sind sie zumeist kaum zu überprüfen.

Die Anti-IS-Koalition unterstützt mit ihren Luftangriffen die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) bei ihrer Offensive auf die Stadt. Das kurdisch-arabische Bündnis hat seit Anfang Juni knapp 60 Prozent der einstigen syrischen IS-Hochburg erobert. Die Anti-IS-Koalition versichert, alles ihr Mögliche zum Schutz der Zivilbevölkerung zu tun, doch wurden seit Beginn ihres Einsatzes 2014 hunderte Zivilisten bei ihren Angriffen getötet.

Von: APA/ag.