Die türkischen Streitkräfte bestätigten Luftangriffe

25 Zivilisten bei türkischen Luftangriffen getötet

Montag, 29. Januar 2018 | 12:10 Uhr

Nach Luftangriffen der türkischen Armee in der kurdisch kontrollierten Region Afrin in Nordwestsyrien sind nach Angaben eines behandelnden Arztes 25 Zivilisten getötet worden. Alle Toten, unter ihnen auch Kinder, gehörten zur selben Familie, sagte Joan Shitika am Montag. Die Leichen seien in ein Krankenhaus gebracht worden. Die Türkei bestreitet die Tötung von Zivilisten.

Die türkischen Streitkräfte bestätigten Luftangriffe in der Nacht auf Montag. Sie sprachen jedoch von 40 “Mitgliedern von Terrororganisationen”, die laut Informationen aus der Region “neutralisiert” worden seien. Mit “neutralisiert” ist in der Regel getötet gemeint, der Begriff kann aber auch verletzt oder gefangen genommen bedeuten. Nach Darstellung der TSK bombardierte die Luftwaffe unter anderem Verstecke und Waffenlager der Kurdenmiliz YPG. Insgesamt seien 44 Ziele beschossen worden.

Seit Beginn der Offensive am 20. Jänner seien 597 gegnerische Kämpfer “neutralisiert” worden, erklärte die TSK. Nach Angaben der in Großbritannien ansässigen Beobachtungsstelle für Menschenrechte vom Wochenende soll es bisher Dutzende zivile Todesopfer geben.

Der türkische Einsatz richtet sich gegen die mit den USA verbündeten kurdischen Volksschutzeinheiten YPG. Die Türkei sieht diese als verlängerten Arm der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit als Terrororganisation.

Von: APA/dpa