22 Leichen identifiziert

36 Leichen mit Folterspuren in libyschem Massengrab gefunden

Montag, 30. Oktober 2017 | 15:25 Uhr

Libyens Behörden haben 36 Leichen in einem Massengrab gefunden. Die an den Händen gefesselten Leichen wiesen Spuren von Folter und Kopfschüsse auf, wie ein libyscher Regierungsvertreter am Montag mitteilte. 22 der Leichen seien identifiziert worden. Alle seien Libyer, sagte Sahar Banun, der stellvertretende Justizminister der Interimsregierung in Tobruk.

Die Toten wurden am Wochenende in der Stadt Al-Abjar rund 60 Kilometer östlich der Stadt Benghazi aufgefunden. Der UNO-Sondervermittler Ghassan Salame hatte am Sonntag die Morde verurteilt und eine unverzügliche, unabhängige und effiziente Untersuchung gefordert. Er beklagte, dass es “viele derartige Fälle in den letzten zwei Jahren” gegeben habe, für die niemand Rechenschaft habe ablegen müssen.

Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi durch eine vom Westen unterstützte bewaffnete Revolte 2011 hat das Land keine neue stabile Staatsordnung erhalten. Drei rivalisierende Regierungen erheben politischen Machtanspruch auf das nordafrikanische Land; zwei haben ihren Sitz in der Hauptstadt Tripolis, die dritte in der ostlibyschen Stadt Tobruk. Jede kann sich auf bewaffnete Milizen stützen.

Von: APA/dpa