Viele Tote und Verletzte in der Provinz Idlib

44 Tote bei Luftangriffen im Nordwesten Syriens

Freitag, 08. Juni 2018 | 14:59 Uhr

In Syrien sind bei einem Luftangriff auf ein Dorf in der von Rebellen gehaltenen Provinz Idlib Beobachtern zufolge 44 Menschen getötet und 60 weitere verletzt worden. Der nächtliche Beschuss auf Sardanas im ländlichen Norden Idlibs sei wahrscheinlich von russischen Kampfjets geflogen worden, sagte am Freitag der Direktor der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdulrahman.

Es sei der in diesem Jahr bisher schwerste Angriff in der Region. Unter den Opfern befänden sich elf Frauen und sechs Kinder. Die Totenzahl könne noch steigen, da sich einige der Verletzten in kritischem Zustand befänden. Rettungskräfte suchten in den Trümmern immer noch nach Überlebenden. Rettungskräfte der Organisation Weißhelme erklärten, die Angriffe hätten auf einen Markt in der Nähe einer Moschee abgezielt

Das Verteidigungsministerium in Moskau wies die Darstellung laut russischen Nachrichtenagenturen zurück. Der Angriff sei nicht von russischen Kampfflugzeugen ausgeführt worden. Es lägen aber Informationen über Kämpfe zwischen der radikalislamischen Nusra Front und Oppositionellen vor. Dabei seien zuletzt auch Artilleriegeschütze eingesetzt worden.

Idlib liegt im Nordwesten Syriens. Es ist die am dichtesten besiedelte Gegend des Bürgerkriegslandes, die sich noch unter Kontrolle von Aufständischen und Extremisten befindet. In den vergangenen Jahren siedelten Zehntausende Rebellen und Zivilisten dorthin um. Sie kamen aus anderen Landesteilen, die die syrische Armee mit Unterstützung des russischen Militärs und des Iran zurückeroberte.

Von: APA/dpa

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