Opfer sind zum großen Teil Zivilisten

448 Tote in Nicaragua – Hunderte verschwunden

Donnerstag, 26. Juli 2018 | 22:20 Uhr

Die politische Krise in Nicaragua hat nach Angaben einer Menschenrechtsorganisation bisher 448 Menschen das Leben gekostet. Diese seien zum großen Teil Zivilisten gewesen, die an Protesten gegen die Regierung teilnahmen, sagte der Leiter der Menschenrechtsorganisation ANPDH, Alvaro Leiva, am Donnerstag.

Zudem seien in etwas mehr als drei Monaten 2.830 Menschen in dem mittelamerikanischen Land verletzt worden. Fast 600 weitere gelten nach seinen Angaben als vermisst, regierungsnahe Gruppen seien für Entführungen verantwortlich.

Seit Mitte April kommt Nicaragua nicht zur Ruhe. Demonstrationen nach einer geplanten Sozialreform eskalierten. Die Menschen fordern ein Ende der Repressionen und einen Rücktritt des autoritären Präsidenten Daniel Ortega.

US-Vizepräsident Mike Pence erklärte, Ortega führe einen Krieg gegen die katholische Kirche in Nicaragua. Die Bischöfe hätten versucht, einen Dialog zu vermitteln – nun würden jedoch bewaffnete Schlägertrupps und die Polizei Kirchengemeinden, Priester und Bischöfe angreifen, so Pence. Präsident Ortega hatte in einem TV-Interview zu Beginn der Woche die Übergriffe auf Geistliche als Lüge bezeichnet.

Der Staatsminister im deutschen Auswärtigen Amt, Niels Annen, sprach sich für einen nationalen Dialog aus, um der Gewalt ein Ende zu setzen. “Auch die Opposition wird akzeptieren müssen, dass die regierenden Sandinisten Teil dieses Prozesses sind”, sagte er “Zeit Online”. “Deutschland wird auch weiterhin den Dialogprozess sowie die Arbeit der Interamerikanischen Menschenrechtskommission bei der Aufarbeitung begangenen Unrechts unterstützen”, so Annen.

Von: APA/dpa

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