Die meisten Opfern waren Zivilisten

50 Tote bei Angriffen von Stammesmiliz im Südsudan

Mittwoch, 29. November 2017 | 16:05 Uhr

Bei Angriffen bewaffneter Stammesmitglieder auf eine andere Ethnie sind im Südsudan 50 Menschen getötet worden. Bei einem ersten Angriff am Montag im östlichen Bundesstaat Jonglei habe es acht Tote gegeben, teilte ein Regierungsmitglied am Mittwoch in der Hauptstadt Juba mit. Bei einem weiteren Angriff am Dienstag seien 23 Frauen und 19 Männer getötet worden.

Bei den meisten Opfern habe es sich um Zivilisten gehandelt, erklärte das Regierungsmitglied. Ihre Häuser seien niedergebrannt und ihr Vieh gestohlen worden.

Es handelte sich demnach um Angriffe bewaffneter Männer der Murle-Volksgruppe auf die Volksgruppe der Dinkas in Dörfern rund 150 Kilometer nördlich der Regionalhauptstadt Bor. Der Informationsminister des benachbarten Bundesstaates Boma, Kudumoc Nyakurono, erklärte, die jungen Murle-Kämpfer seien aus seinem Bundesstaat gekommen. Eine Untersuchung solle die genauen Umstände der Angriffe nun klären.

Im Südsudan greifen die Mitglieder verschiedener Volksgruppen sich seit vielen Jahren immer wieder gegenseitig an. Frauen werden bei diesen Überfällen zumeist vergewaltigt, Kinder verschleppt. Bei einem der blutigsten Angriffe waren 2012 mehr als 3.000 Menschen getötet worden, als die schwer bewaffnete Nuer-Miliz über Mitglieder der Murle-Ehtnie herfielen.

Der Südsudan war 2011 vom Sudan unabhängig geworden. Im Dezember 2013 entflammte in dem neu gegründeten Land ein blutiger Konflikt. Seitdem wurden bei Kämpfen und ethnisch motivierten Massakern Zehntausende Menschen getötet und mehr als 3,7 Millionen weitere vertrieben.

Von: APA/ag.