Bestechung trifft einen von vier Bürgern

900 Mio. in Asien-Pazifik-Region zahlten jüngst Schmiergeld

Dienstag, 07. März 2017 | 00:02 Uhr

Einer von vier Bewohnern in Ländern der Asien-Pazifik-Region hat in der jüngsten Vergangenheit Schmiergeld für öffentliche Dienstleistungen an Behörden zahlen müssen. Das entspreche rund 900 Millionen Menschen, die in ihren Ländern direkt von Korruption betroffen seien, beklagte Transparency International am Dienstag.

Für ihren Bericht befragte die Organisation fast 22.000 Menschen aus 16 Staaten, darunter China, Indien, Australien, Japan sowie mehrere südostasiatische Länder. In China sagten fast drei Viertel der Befragten, sie hätten den Eindruck, dass die Korruption in den vergangenen drei Jahren zugenommen habe.

Die Hälfte aller Menschen, die zwischen Juli 2015 und Jänner 2017 befragt wurden, bescheinigten ihrer Regierung einen schlechten Job bei der Korruptionsbekämpfung. Die Regierungen müssten mehr tun, um ihren Zusagen nachzukommen, die Korruption einzudämmen, forderte Transparency-Chef Jose Ugaz. “Es ist Zeit, mit dem Reden aufzuhören und zu handeln.”

Rund 38 Prozent der ärmsten befragten Bewohner der Region gaben an, sie hätten Schmiergelder für Behördendienste bezahlt, hieß es in dem Bericht. Das sei der größte Anteil unter den befragten Einkommensgruppen. “Bestechung ist kein kleines Verbrechen”, erklärte Ugaz. “Sie verhindert einen gut gedeckten Esstisch und Bildung, sie erschwert eine gute Gesundheitsversorgung und kann letztlich töten.”

Transparency zufolge führt die Polizei die Liste der korrupten Behörden an: Knapp ein Drittel der Befragten, die in den vergangenen zwölf Monaten mit einem Polizisten Kontakt hatten, musste nach eigenen Angaben Schmiergeld zahlen. Die Organisation forderte die Regierungen der betroffenen Länder auf, den Kampf gegen Korruption in alle Entwicklungsziele zu integrieren und Gesetze zum Schutz von Hinweisgebern bei Korruption zu erlassen. Schmiergeldforderungen und -zahlungen müssten zudem bestraft werden.

Von: APA/ag.

Kommentare

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1 Kommentar auf "900 Mio. in Asien-Pazifik-Region zahlten jüngst Schmiergeld"


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zockl
Tratscher
17 Tage 14 h

man denke nur an Myanmar-Burma wo die korrupte sozialistische Generals-Kleptokratie den ganzen Staat usurpiert hat – da geht noch nicht mal ein Zahnarztbesuch ohne Bakschich für den örtlichen Sozialisten-General

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