Insgesamt hat die EU bisher 1,3 Milliarden Euro an Unterstützungsgeldern bezahlt

9,3 Mio. Euro als Flüchtlingshilfe für Griechenland

Freitag, 04. August 2017 | 12:54 Uhr

Die EU-Kommission hat am Freitag weitere 9,3 Millionen Euro an Dringlichkeitsunterstützung für Flüchtlinge in Griechenland bereitgestellt. Mit dem Geld sollen Dienste auf den griechischen Inseln finanziert sowie der Transport, die Wohnmöglichkeiten und Hilfsdienste für Kandidaten der Umverteilung sowie Bildung für Flüchtlingskinder erleichtert werden.

Insgesamt hat die EU bisher 1,3 Milliarden Euro an Unterstützungsgeldern für Griechenland zum Umgang mit der Flüchtlingskrise und der Sicherung der Außengrenzen ausgegeben.

Die Rückführungen von Flüchtlingen und Migranten von Griechenland in die Türkei im Rahmen des EU-Türkei-Flüchtlingspakts gehen hingegen nur langsam voran. Griechenland und die Europäische Grenzschutzagentur Frontex haben seit Inkrafttreten des Pakts im April 2016 bisher 1304 Menschen von den Inseln der Ostägäis in die Türkei abgeschoben. Das gab die griechische Polizei am Donnerstag in Athen bekannt.

Am Vortag waren 15 Migranten, deren Asylanträge abgelehnt worden waren, per Schiff von der Insel Lesbos zum türkischen Hafen von Dikili gebracht worden. In ihrer Mehrheit stammten sie aus Pakistan und aus afrikanischen Staaten, teilte die Polizei weiter mit. Die Überprüfung der Asylanträge dauert wegen Personalmangels und anderer bürokratischer Probleme mehrere Monate. Auf den Ostägäis-Inseln harren zurzeit 15.000 Migranten und Flüchtlinge aus.

Das EU-Türkei-Abkommen sieht vor, dass die EU alle Migranten, die illegal über die Türkei auf die griechischen Inseln kommen und kein Asyl erhalten, zurückschicken kann. Weitere 1462 Migranten wurden bei einem freiwilligen Rückführungsprogramm in Kooperation mit der Internationalen Organisation für Migration (IOM) direkt aus Griechenland in ihre Herkunftsländer zurückgeschickt, teilte die Polizei in Athen weiter mit.

Unterdessen entdeckte die griechische Küstenwache südlich der griechischen Halbinsel Peloponnes eine Segelyacht mit 53 Migranten an Bord. Unter ihnen waren auch 17 Kinder, wie die Küstenwache am Freitag mitteilte. Zudem befanden sich an Bord auch drei mutmaßliche Schleuser. Sie wurden festgenommen. Das Boot mit den Flüchtlingen wurde zum Hafen von Kalamata im Süden der Halbinsel Peloponnes gebracht.

Beamte der Küstenwache vermuteten, dass die Migranten von der türkischen Küste gestartet und auf dem Weg nach Italien waren. Nach der Schließung der Balkanroute versuchen Migranten auf der gefährlicheren Route über das Mittelmeer nach Italien zu gelangen. Bereits vergangene Woche hatte die griechische Küstenwache eine andere Segelyacht mit 50 Migranten Bord im Meer vor Westkreta entdeckt. Auch diese seien auf dem Weg nach Italien gewesen, sagte ein Offizier der Küstenwache der Deutschen Presse-Agentur.

Von: apa