Tragischer Unfall

Acht Kinder in Afghanistan von Mörsergranate getötet

Samstag, 22. September 2018 | 18:05 Uhr

Tragischer Unfall in Afghanistan: Beim Spielen mit einer herumliegenden Mörsergranate sind im Nordwesten des Landes acht Kinder ums Leben gekommen. Sechs weitere Kinder seien durch den Blindgänger verletzt worden, sagten Verwandte der Opfer. Einige der Verletzten schweben in Lebensgefahr. Die Kinder waren zwischen fünf und zwölf Jahre alt, vier der Todesopfer waren Geschwister.

Das Unglück ereignete sich bereits am Freitag in der Provinz Faryab. “Sie haben eine nicht explodierte Mörsergranate gefunden und sie in die Nähe unseres Hauses getragen”, sagte ein Onkel von vier der Todesopfer. “Sie wussten nicht, was es war und haben versucht, es zu öffnen, als es plötzlich explodierte.” Ein Cousin von einigen der Kinder, Mohammed Alam, sagte, er habe eine “heftige Explosion” gehört. “Ich rannte hin und sah die blutüberströmten Kinder.”

Behördenvertreter machten die radikalislamischen Taliban verantwortlich und sprachen im Gegensatz zu den Verwandten von der Explosion einer Mine. Die Taliban hatten vergangene Woche das Dorf Koh-e-Sayed erobert, in dem die Kinder lebten. Laut einem Polizeisprecher platzierten sie eine Mine an einem Kontrollposten. Am Freitagnachmittag seien die Kinder dort vorbeigekommen und von der Mine getroffen worden.

Kinder werden wie andere Zivilisten auch immer wieder Opfer des seit 17 Jahren andauernden Konflikts zwischen der Regierung und den Taliban. Nach UNO-Angaben wurden im vergangenen Jahr 3.179 Kinder getötet oder verletzt, das war beinahe ein Drittel der Gesamtzahl der zivilen Opfer. Durch Blindgänger wurden im Jahr 2017 142 Kinder getötet und 376 verletzt.

Von: APA/ag.