Die Feuerpause wirkte nicht lange nach

Afghanische Sicherheitskräfte bei Taliban-Attacken getötet

Mittwoch, 20. Juni 2018 | 11:41 Uhr

Bei mehreren Angriffen der Taliban-Kämpfer im Westen Afghanistans sind nach Angaben der Behörden etwa 30 einheimische Polizisten und Soldaten getötet worden. Wie die Behörden in der Provinz Badghis am Mittwoch mitteilten, galten die Angriffe unter anderem einem Konvoi, der zur Verstärkung in die Unruheregion geschickt wurde. Die Kämpfe treiben die Zahl der Kriegsflüchtlinge in die Höhe.

Die Angriffe erfolgten wenige Tage nach dem Ende einer von den Taliban ausgerufenen kurzen Feuerpause. Eine von der Regierung in Kabul angebotene Verlängerung hatte die radikalislamische Gruppe am Sonntag aber abgelehnt und eine Fortsetzung ihrer “Einsätze” angekündigt. Die kurze Feuerpause galt dennoch als bemerkenswertes Ereignis in dem seit 2001 andauernden Konflikt zwischen Taliban und Regierung.

“Mehr als die Hälfte der Toten ist auf einen Angriff sowie die Explosion von Bomben am Straßenrand zurückzuführen, die einem Verstärkungskonvoi galten”, sagte der Gouverneur der Provinz, Abdul Qhafoor Malikzai, der Nachrichtenagentur AFP. Die anderen Opfer starben bei nächtlichen Angriffen auf ihre Stützpunkte.

Die Taliban bekannten sich zu den Angriffen. Eine entsprechende Nachricht schickten sie über den Messengerdienst WhatsApp an Journalisten.

Angesichts der erbitterten Kämpfe mit den radikalislamischen Taliban steigt in Afghanistan die Zahl der Kriegsflüchtlinge. Seit Jahresanfang seien rund 132.000 Menschen vor Gefechten aus ihren Dörfern und Städten geflohen. Das geht aus einem in der Nacht zum Mittwoch veröffentlichten Bericht der UN-Agentur zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) hervor. Innerhalb nur eines Monats wurden demnach mehr als 30.000 Menschen heimatlos.

Die Taliban werden seit dem Ende des NATO-Kampfeinsatzes im Dezember 2014 zunehmend aggressiver und kontrollieren nach Militärangaben mittlerweile wieder mehr als 14 Prozent des Landes. 30 Prozent sollen umkämpft sein. Im vergangenen Jahr hatten die UN rund 450.000 Binnenflüchtlinge registriert, 2016 mehr als 660.000. Ob alle der in den vergangenen zwei Jahren als vertrieben registrierten Menschen weiter ohne Heimat sind, ist nach Angaben der UN unter anderem wegen des mangelnden Zugangs zu vielen umkämpften Provinzen schwer festzustellen

Von: APA/ag.

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