Faistnauer legt nach

“Agri-Camping überall, warum bei uns nicht?”

Montag, 25. Juli 2022 | 17:40 Uhr

Bozen – Die Situation der Südtiroler Bergbauern sei aufgrund der explodierten Kosten nach wie vor kritisch. Der Abgeordnete der Landtagsfraktion Perspektiven Für Südtirol Peter Faistnauer hat in der Landtagswoche Ende Juni einen Vorschlag zur Ermöglichung von Camping auf dem Bergbauernhof eingebracht. “Zwar mehrheitlich abgelehnt, zeigt die angeregte Diskussion allerdings deutlich, dass die Thematik sehr wohl einer vertiefenden Auseinandersetzung bedürfte.”

“Angesichts der dramatischen Verschärfung der Situation sind die ausgearbeiteten Maßnahmen der SVP Bauernvertreter zur Erhaltung der Berglandwirtschaft bei Weitem unzureichend, wie man laufenden Medienberichten entnehmen kann. Um drohendem massivem Höfesterben entgegen zu wirken, braucht es dringend Greifbares. Würde man die rechtliche Grundlage vorsehen, um den Südtiroler Bergbauern die Schaffung eines Zuerwerbs über Agri-Camping zu ermöglichen, wäre eine zusätzliche Einnahmequelle zu geringen Kosten sofort umsetzbar”, so der Abgeordnete.

Das Modell des Agri-Camping werde in vielen Nachbarländern bereits erfolgreich umgesetzt. “Bergregionen wie Piemont und Vorarlberg ermöglichen Camping auf Bauernhöfen und konnten die Hürde der Befahrbarkeit von Gebirgsstraßen für Campingfahrzeuge meistern, die in der Diskussion in Südtirol immer wieder aufgeworfen wird. Genauso wird man sich wohl in Österreich und auch in der Schweiz Gedanken um das Landschaftsbild gemacht haben. Was, wenn man wenige Stellplätze gegenüber Bettenburgen in die Waagschale werfen würde? Mit Weitblick liegt bei unseren Nachbarn der Fokus jedenfalls auf naturnahem Campen, lokalen Produkten und Nachhaltigkeit. Auch die Bayern ziehen nach und arbeiten aufgrund der enorm gestiegenen Nachfrage eine Gesetzesänderung aus.”

“Agri-Camping trifft auch in Südtirol auf hohen Konsens und wurde vom SBB bereits mehrfach vorgebracht. Kann es sich die Südtiroler Landesregierung noch immer leisten, eine solche Möglichkeit zu verwerfen? Der Zuerwerb mittels Agri-Camping könnte einer Regelung folgen, die sich an den Vorgaben für UaB orientiert: Nur für Bergbauernhöfe, limitierte Stellplätze, auf die Saison beschränkt,  in unmittelbarer Hofnähe. Corona hat die Beliebtheit von Campingurlaub weiter verstärkt. Dabei könnte man dem Wildparken in der himmlischen Landschaft besser mit der Schaffung verträglichen Möglichkeiten als durch Verbote, die beträchtliche Grauzonen öffnen, entgegen treten und dabei auch noch den Bergbauern helfen. Bei einem aktuellen Stand von circa 4.500 Milchviehbetrieben kann Südtirol es sich nicht leisten, weitere zu verlieren. Die weitreichenden Folgen würden erst mit der Zeit spürbar werden.  Alle erdenklichen Möglichkeiten müssen in Betracht gezogen und unter diesen veränderten Gegebenheiten neu evaluiert werden. Mittels Agri-Camping wäre sehr kurzfristig Hilfe in der schweren Krise möglich“, so der Abgeordnete Peter Faistnauer.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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1 Kommentar auf "“Agri-Camping überall, warum bei uns nicht?”"


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Roby74
Roby74
Universalgelehrter
18 Tage 8 h

“Warum bei uns nicht?”…🙄😤🤦🏼‍♂️Solch eine dämliche Frage!😠🤬😡
Weil wir schon genug Verkehrsstaus und Overtourismus haben☝🏼❗Darum!!!
Oder wäre das etwa nur ein Versuch um den Bettenstop zu umgehen???🤔
Genug ist genug!Die Lebenqualität der Einheimischen und auch der Gäste wird sicherlich nicht besser falls noch mehr Touristen ins Land kommen….😤….schon mal daran gedacht lieber Herr Faistnauer???
Brauchen wir wirklich auf Bergbauernhöfe auch noch Campingsmöglichkeiten?
Gibt es nicht bereits genugend Campingplätze?
Von Rabland bis Reschen jedenfalls sind schon genug Campingplätze vorhanden☝🏼und das fast in jeder Ortschaft!!!🤢🤮

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