Die Demonstranten gerieten mit den Einsatzkräften aneinander

Aktivisten leisteten bei Räumung in Lützerath Widerstand

Mittwoch, 11. Januar 2023 | 15:30 Uhr

Nach dem Start der Räumung des besetzten Braunkohleortes Lützerath im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen hat sich die Lage nach Angaben eines Polizeisprechers am Mittwochvormittag stabilisiert. Der Energiekonzern RWE gab bekannt, dass bereits am Mittwoch der Rückbau der Siedlung beginnen soll und auch ein Bauzaun errichtet werden soll. Die deutsche Bundesregierung verurteilte die gewaltsamen Ausschreitungen bei der Räumung des Ortes.

Einsatzkräfte hätten am Mittwoch den gesamten Bereich abgesperrt, niemand komme mehr unbefugt hinein, hieß es. Personen könnten sich, wenn überhaupt, nur noch eingeschränkt in dem Areal bewegen. Aktivisten wollen das Dorf dennoch weiterhin besetzen. Zu einer Demonstration am Samstag wird nun auch die international bekannte schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg erwartet, wie die Organisatoren der Proteste am Mittwoch mitteilten.

Die deutsche Bundesregierung verurteilte indes die gewaltsamen Ausschreitungen bei der Räumung. Es gebe eine “eindeutige Rechtslage” und die gelte es zu akzeptieren, sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Mittwoch in Berlin. Die Bundesregierung erwarte, “dass das Recht eingehalten wird”. Die Polizei sei dafür da, dies auch durchzusetzen. Hebestreit sagte mit Blick auf Widerstand bei der Räumung eines Protestcamps: “Diese Gewalt verurteilt die Bundesregierung ausdrücklich. Dafür haben wir kein Verständnis.” Protest dürfe sich nur friedlich “und im Rahmen unserer Gesetze bewegen”.

Hunderte Polizisten hatte am Morgen mit der Räumung von Lützerath begonnen. Dabei kam es auch zu gewalttätigen Zwischenfällen. Bei der Räumung seien Steine und Pyrotechnik seinen in Richtung der Einsatzkräfte geworfen worden. Auch Molotow-Cocktails sind laut Polizei eingesetzt worden. Aktivisten hätten sich zudem mit Barrikaden und Menschenketten gegen die Räumung gewehrt. Zuvor seien laut dpa Gegenstände aus einem Haus in Richtung der Einsatzkräfte geworfen worden.

Das Verwaltungsgericht Aachen lehnte indes am Mittwoch zwei weitere Eilanträge der Aktivisten gegen das Aufenthaltsverbot in Lützerath ab. Das Gericht stufte die entsprechende Allgemeinverfügung des Kreises Heinsberg wie bereits in der Vorwoche als “voraussichtlich rechtmäßig” ein, wie das Gericht am Mittwoch mitteilte. Das Betreten von Lützerath könne nicht unter Berufung auf zivilen Ungehorsam infolge eines Klimanotstands gerechtfertigt werden. Bereits in der vergangenen Woche waren Klimaaktivisten mit einem Eilantrag vor dem Verwaltungsgericht gescheitert. Nach Angaben des Verwaltungsgerichts haben die Klimaaktivisten weitere Eilanträge eingereicht. Hier gehe es um Versammlungsrecht und die Durchführung einer Mahnwache.

Der Energiekonzern RWE will den neben Lützerath benachbarten Tagebau Garzweiler ausdehnen und die unter dem Ort liegende Kohle abbauen, wozu das von den früheren Bewohnerinnen und Bewohnern verlassene Dorf abgerissen werden muss. Das Unternehmen ist inzwischen Eigentümerin der Siedlung.

Wie RWE erklärte, soll an diesem Mittwoch der Rückbau der Siedlung beginnen und diese anschließend “bergbaulich in Anspruch genommen werden”. Als eine der ersten Maßnahmen werde “aus Sicherheitsgründen” ein gut eineinhalb Kilometer langer Bauzaun aufgestellt. “Er markiert das betriebseigene Baustellengelände, wo in den nächsten Wochen die restlichen Gebäude, Nebenanlagen, Straßen und Kanäle der ehemaligen Siedlung zurückgebaut werden”, erklärte RWE.

Der Konflikt um Lützerath hält seit Monaten an, der Ort ist ein zentrales Symbol für Klimaschutzaktivistinnen und -aktivisten aus ganz Deutschland. Die seit längerem angekündigte Räumung, bei der die Polizei in sogenannter Amtshilfe tätig wird, wird wegen möglicher Eskalationen mit Sorge erwartet.

Von: APA/AFP/dpa

Kommentare

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26 Kommentare auf "Aktivisten leisteten bei Räumung in Lützerath Widerstand"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
pfaelzerwald
22 Tage 9 h

Wovon leben diese Leute eigentlich?

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Superredner
22 Tage 6 h

Von meinen Spenden z.B.
Ich bin froh darüber, dass sich jemand solchen rückwärtsgewandten Projekten entgegenstellt.

Faktenchecker
22 Tage 3 h

Pfalzi Du lebst auf Kosten Deiner und unserer Umwelt.

Paladin
Paladin
Superredner
22 Tage 1 h

@info: Dann spenden uns doch auch mal was, wenn du schon dabei bist. Unsere Projekte sind alle vorwärts gewandt. Die Meisten hier arbeiten um ihre Familien zu ernähren und dafür zu Sorgen das ihre Kinder eine Ausbildung genießen können, also her mit der “Kohle”. 😉 😛

Paladin
Paladin
Superredner
22 Tage 1 h

@Faktenchecker, das gilt für jedes Lebewesen, so gesehen müssten die Menschheit im Sinne der Umwelt, sofort gemeinschaftlichen Suizid begehen. Damit würden wir die Welt sofort “retten”.

oli.
oli.
Kinig
21 Tage 20 h

Vater Staat , Eltern und Spenden. Das sind unsere Rentenzahler von morgen , dafür ist das Sozialgeld und Bürgergeld noch viel zu hoch. Werfen Molotowcocktails , Steine etc. auf Polizisten und die dürfen sich leider nicht verteidigen.

Zugspitze947
21 Tage 14 h

info : Das PROJKT ist GENEHMIGT und somit LEGAL ! Oder meinst du diese Idioten verbrauchen keinen Strom ??? 🙁

Paladin
Paladin
Superredner
22 Tage 8 h

Tja die Grünen sind in einer ideologischen Zwickmühle. Zwischen Atomenergie und Braunkohle müssen sie sich zwischen zwei Übeln entscheiden. Ob sie das “richtige” gewählt haben, wird die Zeit zeigen. 

N. G.
N. G.
Kinig
22 Tage 5 h

Der Ausstieg wurde NUR verlängert, um einen Kompromiss zu finden. Es war nötig und Real Politik!

Faktenchecker
22 Tage 3 h

Die Kohle wird wohl nicht mehr benötigt.

Paladin
Paladin
Superredner
22 Tage 1 h

@N.G.: Der höchst fragwürdige Abbau in Lützerath wurde entschieden, um eine Verlängerung der Atommeiler zu verhindern. (Neueste Berechnungen gehen davon aus, dass es den Abbau zur Sicherung der Energieversorgung nicht braucht): https://www.deutschlandfunk.de/luetzerath-rwe-kohle-tagebau-100.html
Der Vergleich zwischen zwei Übeln kam daher, ebenso wie das entsprechende Fazit.

Aurelius
Aurelius
Universalgelehrter
22 Tage 8 h

alle abschreiben und ausweisen

info
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Superredner
22 Tage 6 h

Die Energiekonzerne?

N. G.
N. G.
Kinig
22 Tage 5 h

Abschreiben? Ausweisen? Wen wohin?

Hustinettenbaer
22 Tage 2 h

Sooo kommt Struktur in die Sache: Abfarzen und Tee trinken.
Erst d a n n abschreiben und nach Bielefeld abschieben !!!!

Faktenchecker
22 Tage 1 h

Dich dahin.

Frank
Frank
Universalgelehrter
22 Tage 46 Min

@Hustinettenbaer Du weißt ganz genau: Bielefeld gibts nicht.

Hustinettenbaer
21 Tage 19 h
Faktenchecker
22 Tage 3 h

Die können hier gegen den Torfabbau demonstrieren.

N. G.
N. G.
Kinig
22 Tage 2 h

11 Kommentare unter x Artikel, die man in einer Sparte ablegen kann, unsachlicher Schrott!

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Universalgelehrter
22 Tage 2 h

Fakty@

… wuedest du dann mitmarschieren???? bzw. mit-demonstrieren;-))))

Faktenchecker
22 Tage 1 h

LG Es zwingt Dich hoffentlich niemend hier Deinen Schrott zu schreiben.

Rudolfo
Rudolfo
Kinig
22 Tage 7 h

Es entspricht der Realität und den Tatsachen, dass Generationen von Bundes- und Landesregierungen in 🇩🇪 beim Ausbau erneuerbarer Energien entweder den Schlaf der Seligen genossen oder den Weg des geringsten EIGENEN Zutuns (Gas aus Russland) gegangen sind. Aber irgendwie und irgendwo her muss 🇩🇪 AUS EIGENER KRAFT !! zumindest teilweise mit Energie versorgt werden. Es geht nicht an, immer nach dem Motto zu Leben: “Ich bin dafür, dass Jemand dagegen ist”. Die umweltbewussten Protestierer sollten ihr altes “Motto” um die Worte: “…und Kohlekraft….” ergänzen….

fingerzeig
fingerzeig
Tratscher
21 Tage 22 h

höre, lese…. sehe..viel von klimaaktivisten…. die pro-militäraktivisten- operieren im hintergrund…ohne gegenwind…
hab noch nie oder kaum etwas gehört, gelesen… von aktivisten die sich gegen die schlußendlich klimakontraproduktive waffenindustrie irgendwo festkleben oder so… = also ist das ganze nicht nachvollziehbar-und nicht glaubhaft… oder zu kurzsichtig

Unioner
Unioner
Tratscher
21 Tage 23 h

Umweltschutz gegen Versorgungssicherheit .Die Probleme liegen in der Vergangenheit als zu wenig für erneuerbare Energien getan wurde .Jetzt kommt noch das Problem mit dem Ukraine Krieg dazu. Sicher ist das diese Besetzung bald beendet wird und ich hoffe das Politiker in Zukunft mehr für erneuerbare Energien eintreten. Vielleicht bringt diese Aktion so bekloppt oder erfolglos sie auch erscheint manche zum Nachdenken.

Zugspitze947
21 Tage 14 h

Ich würde keinen wegtragen ! Eine Frist s etzen und wer dann nicht verschwndet mit Wasserwerfer wegblasen……. 😡👌😝

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