Massenproteste bedingten den Rücktritt von Abdelaziz Bouteflika

Algerisches Parlament ernennt am Dienstag Übergangspräsident

Sonntag, 07. April 2019 | 07:02 Uhr

Nach dem Rücktritt des langjährigen Staatschefs Abdelaziz Bouteflika will das algerische Parlament am Dienstag einen Übergangspräsidenten ernennen. Dazu sei ein Treffen beider Kammern am Dienstagvormittag angesetzt worden, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur APS am Samstag aus einer Erklärung des Nationalrats, der oberen Parlamentskammer.

Der Vorsitzende des Nationalrats, Abdelkader Bensalah, werde dann offiziell zum Übergangsstaatschef ernannt, sagte ein Sprecher. Die algerische Verfassung sieht vor, dass der Vorsitzende des Nationalrats für maximal 90 Tage die Amtsgeschäfte des Präsidenten übernimmt. Innerhalb dieser Zeit müssen Präsidentschaftswahlen abgehalten werden.

Der 77-jährige Bensalah hat bereits seit 17 Jahren den Vorsitz des Nationalrates inne. Er gilt als ein Vertrauter Bouteflikas. Gegen ihn sowie gegen den Vorsitzenden des Verfassungsrates, Tayeb Belaiz, und gegen Regierungschef Noureddine Bedoui richten sich die Massenproteste, die auch nach Bouteflikas Rücktritt weitergingen.

Der 82-jährige Bouteflika war nach wochenlangen Massenprotesten am Dienstagabend zurückgetreten. Zuvor hatte auch das Militär auf ein Ende der 20-jährigen Amtszeit des greisen Staatschefs gedrungen.

Von: APA/ag.

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