Kompatscher ruft zu "Dialog und Respekt" auf

Alto Adige aus Europagesetz gestrichen: Landtag ändert Text

Mittwoch, 16. Oktober 2019 | 08:30 Uhr

Nach dem Aufschrei auf italienischer Seite wegen der Streichung des Begriffes “Alto Adige” im Europagesetz hat der Südtiroler Landtag eine Änderung des Gesetzes beschlossen. Dies kündigte der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) am Dienstag in Bozen an.

“Aus dieser Diskussion ist mehr Bewusstsein über die Tatsache entstanden, dass man nicht die Sensibilität der Personen verletzen darf. Wenn man etwas ändern will, benötigen wir Dialog und Respekt”, sagte Kompatscher.

“Es ist offenkundig, dass die Begriffe in der italienischen und deutschen Version des Europagesetzes unterschiedlich sind. Das Gesetz per se verstößt nicht gegen die italienische Verfassung. Verfassungswidrig könnte eventuell die Unstimmigkeit zwischen den unterschiedlichen Begriffen sein, die in den beiden Versionen verwendet werden”, sagte Kompatscher.

Die Ersetzung des Begriffes “Alto Adige” in einem Artikel des Europagesetzes war auf Initiative der Süd-Tiroler Freiheit (STF) mit den Stimmen von SVP und Freiheitlichen beschlossen worden. Derzeit ist im italienischen Text von “Provincia autonoma”, im deutschen von “Südtirol” die Rede. Der italienische Regionenminister Francesco Boccia hatte am Sonntag mit der Anfechtung des Europagesetzes gedroht, darin enthalten sind eine Reihe von Bestimmungen zur Erfüllung der Verpflichtungen der Autonomen Provinz Bozen, die sich aus der Zugehörigkeit Italiens zur Europäischen Union ergeben.

Von: apa

Bezirk: Bozen