In den vergangenen Tagen griffen sich die beiden scharf an

Am Mittwochabend steigt das TV-Duell Le Pen gegen Macron

Mittwoch, 03. Mai 2017 | 06:40 Uhr

Vier Tage vor der Entscheidung über Frankreichs neuen Staatschef treffen die Kandidaten Marine Le Pen und Emmanuel Macron in einem TV-Duell aufeinander. Der verbale Schlagabtausch der Rechtspopulistin Le Pen mit ihrem sozialliberalen Widersacher am Mittwochabend (21.00 Uhr) könnte hart werden: Die beiden hatten sich in den vergangenen Tagen bereits scharf angegriffen.

Die Stichwahl am kommenden Sonntag gilt als Schicksalswahl für Europa. Le Pen will Frankreich im Falle eines Wahlsieges aus dem Euro führen und ein Referendum über die EU-Mitgliedschaft Frankreichs ansetzen.

Macron wird als Favorit für die Nachfolge des sozialistischen Staatspräsidenten François Hollande gehandelt. Er hatte den ersten Wahlgang vor eineinhalb Wochen mit 24 Prozent gewonnen, Le Pen kam mit 21,3 Prozent auf den zweiten Platz. Allerdings war Macrons deutlicher Vorsprung in den Umfragen zuletzt etwas geschrumpft, er lag im Duell mit Le Pen bei etwa 59 Prozent.

Wenige Tage vor der Stichwahl sprach sich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) klar für den unabhängigen Kandidaten Emmanuel Macron aus. “Es ist und bleibt natürlich die Entscheidung der französischen Wähler, in die ich mich nicht einmische. Aber dass ich mich freuen würde, wenn Emmanuel Macron gewinnen sollte, weil er für eine konsequent pro-europäische Politik steht, das sage ich auch”, sagte Merkel dem “Kölner Stadt-Anzeiger” (Mittwochsausgabe).

“Sein Erfolg wäre ein positives Signal für die politische Mitte, die wir ja auch hier in Deutschland stark halten wollen.” Macron sei ein entschiedener Pro-Europäer, und sein sehr pro-europäisch angelegter Wahlkampf sei auch ein Signal in Richtung guter deutsch-französischer Beziehungen.

Macron tritt in der Stichwahl am Sonntag gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen von der Front National an. Le Pen will Frankreich aus der EU führen und den Euro in Frankreich abschaffen. Die Umfragen sehen den parteilosen Macron als klaren Favoriten. Merkel hatte den 39-Jährigen im März in Berlin empfangen; Le Pen übte im Wahlkampf deutliche Kritik an der Kanzlerin.

Von: APA/dpa