Die Lage ist prekärer als je zuvor

Amnesty: Humanitäre Lage in Provinz im Südsudan verschärft

Dienstag, 04. Juli 2017 | 06:12 Uhr

In der südlichen Provinz Equatoria im Südsudan hat sich die humanitäre Lage drastisch verschärft. Dies besagt ein neuer Bericht von Amnesty International. Seit 2016 dort Kämpfe ausbrachen, mussten knapp eine Million Menschen fliehen. Dazu kommt die Zunahme von Hunger, Gewalt und Angst – so werden Männer getötet und Frauen vergewaltigt, wenn sie geschnappt werden.

Laut UNO ist die Lage in der Region prekärer als je zuvor. Von Hunger als Waffe, Vergewaltigungen und Mord ist die Rede, sowie von Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen. Zivilisten werden erschossen, mit Macheten zerhackt und in ihren Häusern verbrannt. Dies geht aus Zeugenberichten hervor.

So wurden bei der Belagerung der Stadt Yei sechs Männer willkürlich verhaftet. Sie wurden in ein Haus gesperrt, dieses wurde angezündet. Beim Fluchtversuch wurden zwei der Männer erschossen. Mädchen werden verhaftet und vergewaltigt. “Die einzige Möglichkeit, in Sicherheit zu sein, ist es, zu sterben”, sagt die 23-jährige Mary, die sexuellen Übergriffen zum Opfer fiel.

Etwa ein Drittel der Einwohner Südsudans – also fast vier Millionen Menschen – sind vor der Gewalt geflohen, etwa die Hälfte davon in Nachbarländer. Die politisch motivierten Kämpfe im den seit 2011 vom Sudan unabhängigen Land dauern seit 2013 an.

Die fruchtbare südsudanesische Region Equatoria war bisher größtenteils von den politisch motivierten Kämpfen und Gewalttaten verschont geblieben. Die Kämpfe im Land brachen zwischen Angehörigen der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee SPLA auf der Seite des südsudanesischen Präsidenten Salva Kiir und Angehörigen der SPLA auf der Seite des damaligen Vizepräsidenten Riek Machar aus.

Die Lage änderte sich Mitte 2016 in Equatoria, als sowohl Regierungs- als auch Oppositionstruppen in Yei einfielen, einer Stadt mit ca. 300.000 Einwohner, 150 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Juba und strategisch an einer wichtigen Handelsstraße mit Uganda und der Demokratischen Republik Kongo gelegen.

Von: apa