AI spricht das Thema Verteilungsgerechtigkeit klar an

Amnesty-Jahresbericht beklagt “Impfegoismus” der Reichen

Dienstag, 29. März 2022 | 11:25 Uhr

In ihrem Jahresbericht 2021/22 beklagt die Menschenrechtsorganisation Amnesty International den “Egoismus” und “Rassismus” der reichen Staaten etwa in Bezug auf die Corona-Impfung, die Klimapolitik und die Migrationspolitik. Insbesondere übte die Organisation Kritik an der Entscheidung westlicher Staaten, Millionen von Impfdosen zu bunkern, während viele Bürger ärmerer Länder nicht einmal die Chance bekommen hätten, gegen Covid-19 geimpft zu werden.

“Entwickelte Länder saßen (im vergangenen Herbst, Anm.) auf einer halben Milliarde überzähliger Dosen – genug, um mehrere der am geringsten immunisierten Nationen der Welt durchzuimpfen. Dass überzählige Dosen nach ihrem Ablaufdatum einfach weggeworfen wurden, war ein schockierendes Symptom einer Welt ohne moralischen Kompass; einer Welt, die ihren Weg verloren hatte. Während die Vorstandsvorsitzenden und Investoren von Unternehmen (gemeint sind Pharmafirmen, Anm.) dicke Gewinne einstrichen, wurde jenen, die die Impfung dringend benötigten, gesagt, sie sollten warten. Und sterben”, geißelte Generalsekretärin Agnès Callamard in ihrem Vorwort zu dem Bericht die Politik der reichen Staaten.

Sie bezeichnete die Weigerung von Pharmafirmen und Ländern, den Patentschutz für die Corona-Impfstoffe vorübergehend aufzuheben, als “rassistische Politik”. Amnesty sieht diesen “Rassismus” auch am Werk bei der “Abschreckung” von Migranten und Asylbewerbern durch Regierungen reicher Länder, wobei auch der Tod dieser Menschen in Kauf genommen würde und sogar “jene kriminalisiert” würden, “die versuchen, Leben zu retten”.

Callamard geißelte auch den “Egoismus” der Länder, die die Menschheit bei der Klimakonferenz in Glasgow (COP26) “betrogen” hätten, indem sie sich nicht auf ein Abkommen zur Vermeidung einer Klimakatastrophe einigen konnten. “Auf diese Weise wurden große Teile der Menschheit verdammt zu einer Zukunft mit Wasserknappheit, Hitzewellen, Überflutungen und Hungersnöten. Die gleichen Regierungen, die Migranten an ihren Grenzen abweisen, verurteilten Millionen Menschen dazu, ihr Zuhause zu verlassen auf der Suche nach Sicherheit und besseren Lebensbedingungen.”

Callamard beklagte: “2021 hätte ein Jahr der Heilung und der Regeneration sein können. Stattdessen wurde es zu einer Brutstätte für größere Ungleichheit und Instabilität – nicht nur für 2021, nicht nur für 2022, sondern für das ganze kommende Jahrzehnt.”

In ihren globalen Empfehlungen kritisierte die Organisation zudem, dass die Pandemie in manchen Ländern als Vorwand genommen worden sei, um die Versammlungs- und Meinungsfreiheit sowie die Pressefreiheit einzuschränken. “Es ist unerlässlich, dass Regierungen jene Bestimmungen aufheben, die eine vorherige Genehmigung für das Abhalten friedlicher Versammlungen einfordern. Sie müssen auch sicherstellen, dass Notmaßnahmen und andere Einschränkungen, die während der Pandemie eingeführt wurden, nicht ‘die neue Normalität’ werden”, forderte die Menschenrechtsorganisation. Weiters verlangte sie einen besseren Schutz für Migranten und Flüchtlinge: “Die Regierungen müssen ihre Pflicht erfüllen, Menschen zu schützen, die internationalen Schutz suchen, ihre Rechte zu respektieren und zu sichern und es ihnen möglich zu machen, unter angemessenen Bedingungen auf ihrem Gebiet (d. h. des jeweiligen Staates, Anm.) zu bleiben, bis eine dauerhafte Lösung gefunden werden kann.”

( S E R V I C E: Die APA versendet für den Österreich-Teil des Berichts eine eigene Meldung mit Erstressort Innenpolitik. )

Von: apa

Kommentare

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11 Kommentare auf "Amnesty-Jahresbericht beklagt “Impfegoismus” der Reichen"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 28 Tage

…in den sogenannten reicheren Länder gab es halt auch die meisten Impfmuffel, deshalb sind die Dosen wohl liegen geblieben…

Anja
Anja
Universalgelehrter
1 Monat 28 Tage

oder unsere Impfmuffel sind die guten Christen, die lieber teilen würden 😅

Offline1
Offline1
Kinig
1 Monat 28 Tage

@Doolin….👍Was soll der Begriff “Impfegoisten” ? EGOISTEN sind die Impfverweigerer !! Und “Reich” ist in diesem Zusammenhang auch nicht näher erläutert😉. Ich vermute mal, dass damit der allergrößte Teil der Geimpften gemeint ist, die “reich im Geiste” sind….

WeHaveAProblem
WeHaveAProblem
Superredner
1 Monat 27 Tage

@Offline Warum gilt man als Verweigerer, wenn man etwas, was freiwillig ist, nicht tut? Gilst du heute als Militärverweigerer wenn du nicht freiwillig zum Militär gehst? Oder als Fleischverweigerer, wenn du dich vegetarisch ernährst? Da fehlts doch gewaltig mit dem Reichtum im Geiste.

Offline1
Offline1
Kinig
1 Monat 27 Tage

@WeHaveAProblem..steck Dir dein Argument “Freiwilligkeit der Impfung” an den Hut. Da kann Jede/r machen, was sie/er will. Ich meine nicht die Verweigerung der Impfung, sondern die Verweigerung der Verantwortung !!! gegenüber der Gesellschaft und der Mitmenschen….

WeHaveAProblem
WeHaveAProblem
Superredner
1 Monat 27 Tage

Nein, nicht jeder kann machen was er will. Aber es muss auch keiner einen körperlichen Eingriff über sich ergehen lassen, wenn er nicht will. Das hat mit Verantwortung gegenüber den Mitmenschen nichts mehr am Hut, wenn du dich gegen eine Krankheit impfen sollst, die du trotzdem kriegen und weitergeben kannst. Die Impfung ist immer noch freiwillig, obs dir passt oder nicht.

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 28 Tage

Was hier nicht erwähnt wird, ist, dass es in diesen Ländern mindestens genausoviele Impfverweigerer gab wie hier, die Dosen konnten nicht zeitgerecht verabreicht werden, mussten zurückgeschickt oder vernichtet werden.

https://www.zdf.de/nachrichten/video/panorama-afrika-vernichtet-impfdosen-100.html
https://www.berliner-zeitung.de/news/nigeria-vernichtet-mehr-als-eine-million-abgelaufene-impfdosen-li.202262

Yerri
Yerri
Grünschnabel
1 Monat 28 Tage

Diese ärmeren Länder haben weitaus größere Probleme als Corona, vor allem Hunger.
Wo bleibt da die viel gepriesene Solidarität?

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 27 Tage

Die Hilfsmaßnahmen dafür laufen seit Jahrzehnten. Auch hier gibt es das Problem, die Spenden und Güter zu den Bedürftigen zu bringen, sie werden meistens oft abgefangen und zweckentfremdet, von bewaffneten Banden beispielsweise. Viel Geld geht für Schmiergelder drauf, damit überhaupt was rein kann.

bern
bern
Universalgelehrter
1 Monat 28 Tage

Die Multi-Vaxler sind die Bösen, die No-Vax-ler die Guten, denn sie gönnen auch den armen Ländern den Impfstoff.

Offline1
Offline1
Kinig
1 Monat 27 Tage

@bern..dann gehöre ich auch zu den Bösen👿. Sei’s drum. Ich werde meine 4. Impfung trotzdem für mich in Anspruch nehmen…

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