Abbas warnt USA vor Anerkennung

Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt durch Trump noch offen

Sonntag, 03. Dezember 2017 | 19:49 Uhr

US-Präsident Donald Trump hält sich einem seiner Berater zufolge noch offen, ob er Jerusalem als ungeteilte Hauptstadt Israels anerkennt. Trump habe sich in der Sache noch nicht entschieden, sagte sein Schwiegersohn und Berater Jared Kushner am Sonntag. Der Präsident schaue sich noch immer eine Reihe verschiedener Fakten an.

Eine Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt wäre eine Kehrtwende in der Israel-Politik der USA. Ein ranghoher Regierungsvertreter hatte am Freitag gesagt, Trump erwäge die Anerkennung und werde dies vermutlich in einer Rede am Mittwoch verkünden. Die Einlösung seines Wahlkampfversprechens, die US-Botschaft aus Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen, werde er aber wohl verschieben.

Im Nahost-Konflikt ist der Status Jerusalems umstritten. Israel bezeichnet Jerusalem als seine Hauptstadt. Dagegen beanspruchen die Palästinenser den von Israel annektierten Ostteil Jerusalems als Hauptstadt ihres künftigen Staates. Die internationale Gemeinschaft erkennt Jerusalem nicht als Israels Hauptstadt an, weil der endgültige Status der Stadt erst in Friedensverhandlungen Israels mit den Palästinensern geklärt werden müsse.

Die Palästinenserführung hat die USA indes eindringlich vor einer Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels gewarnt. Präsident Mahmoud Abbas hat laut palästinensischen Medien eine breite diplomatische Kampagne gestartet, um einen solchen Schritt Trumps zu verhindern. Abbas’ Berater Mahmoud Habash warnte, eine Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels würde “die totale Zerstörung” des Friedensprozesses bedeuten und die ganze Welt würde dafür den Preis zahlen. Die bisher im Gazastreifen herrschende radikalislamische Hamas rief das palästinensische Volk in einer Stellungnahme zu einem neuen bewaffneten “Jerusalem-Aufstand” auf.

Auch der Generalsekretär der Arabischen Liga, Ahmed Abul Gheit, äußerte sich besorgt über die mögliche Verlegung der Botschaft nach Jerusalem und warnte: “Wenn das passiert, wird es sehr große Auswirkungen nicht nur auf den politischen Status, aber auch für die Sicherheit und Stabilität in der Region und in der Welt haben.”

Abbas telefonierte in der Frage mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron, dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi, Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani, dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan sowie dem jordanischen König Abdullah II., wie die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA berichtete.ich.

Von: APA/dpa/ag.

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1 Kommentar auf "Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt durch Trump noch offen"


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mo0n
mo0n
Neuling
11 Tage 3 h

trump das trampeltier oder passend für im trumpeltier

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