Zwei Frauen sind angeklagt

Angeklagte im Mordfall Kim Jong-nam stark belastet

Donnerstag, 05. Oktober 2017 | 12:43 Uhr

Im Prozess in Malaysia um die Ermordung des Halbbruders von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat ein Chemiker gegen die beiden angeklagten Frauen ausgesagt. Der Experte sagte am Donnerstag im Zeugenstand, dass an deren Kleidung Spuren des Nervengases gefunden worden seien, mit dem Kim Jong-nam im Februar am Flughafen von Kuala Lumpur getötet worden war.

Dies wäre der erste Beweis, der die beiden Frauen direkt mit dem Gift VX in Verbindung bringen würde. “Wir haben ein Zersetzungsprodukt von VX an einem ärmellosen T-Shirt von Siti Aisyah gefunden”, sagte der von der Regierung bestellte Chemiker Raja Subramaniam vor dem Gericht im malaysischen Shah Alam mit Blick auf die 25-jährige angeklagte Indonesierin.

Neben ihr muss sich auch die 29-jährige Vietnamesin Doan Thi Huong vor Gericht verantworten. Nach Angaben des Chemikers wurden am T-Shirt Huongs, das sie zum Tatzeitpunkt trug, pures VX, eine zersetze Form des Giftes sowie eine Grundsubstanz zur Herstellung des Giftes gefunden. Spuren des Giftes seien zudem an abgeschnittenen Fingernägeln Huongs gefunden worden.

Die beiden jungen Frauen sind wegen Mordes angeklagt. Ihnen droht im Falle einer Verurteilung die Todesstrafe durch Erhängen. Beide plädierten auf unschuldig. Sie hatten ausgesagt, bei dem Anschlag hinters Licht geführt worden zu sein und niemals Kims Tod geplant zu haben.

Die Verteidigung argumentiert, die Drahtzieher seien längst aus Malaysia geflohen. Experten irritiert überdies, wie es möglich sein soll, dass die Frauen den Mord mit dem Gift begangen haben sollen, ohne selbst Schaden zu erleiden.

Südkorea verdächtigt die Führung im isolierten Nordkorea, hinter dem Attentat auf den Sprössling der herrschenden Kim-Dynastie zu stecken. Pjöngjang bestreitet das. Der 45-jährige Kim Jong-nam war bei der nordkoreanischen Führung vor längerer Zeit in Ungnade gefallen. Der Mord führte zu einer schweren diplomatischen Krise zwischen Malaysia und Nordkorea.

Von: APA/dpa

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