Raketeneinschlag auf dem zentralen Freiheitsplatz in Charkiw

Angriffe auf Millionenstädte Charkiw und Kiew dauern an

Dienstag, 01. März 2022 | 13:16 Uhr

Die russische Armee hat am sechsten Tag ihres Angriffskrieges die massiven Angriffe gegen die beiden größten ukrainischen Städte Charkiw und Kiew fortgesetzt. Bei Raketeneinschlägen auf das Zentrum in Charkiw wurden laut einem Berater des ukrainischen Innenministeriums mindestens zehn Menschen getötet. Für Besorgnis sorgt auch ein über 60 Kilometer langer russischer Militärkonvoi vor Kiew. Russland bestätigte, den Angriff fortzusetzen, “bis die gesetzten Ziele erreicht sind”.

“Die Gruppierung der Streitkräfte der Russischen Föderation führt weiterhin eine Spezial-Militäroperation durch, bis die gesetzten Ziele erreicht sind”, sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Dienstag in Moskau der Agentur Interfax zufolge. Das Wichtigste sei, Russland “vor der militärischen Bedrohung durch westliche Länder zu schützen, die versuchen, das ukrainische Volk im Kampf gegen unser Land einzusetzen”, so Schoigu weiter.

Er warf der Ukraine vor, mehrere Raketensysteme, Kanonen und Mörser “in den Höfen von Wohngebäuden, in der Nähe von Schulen und Kindergärten” aufgestellt zu haben. “Während militärischer Zusammenstöße zögert die ukrainische Seite nicht, Zivilisten als menschliches Schutzschild zu missbrauchen”, behauptete der Vertraute von Präsident Wladimir Putin.

“Russland führt Krieg unter Verletzung des humanitären Völkerrechts”, twitterte indes das ukrainische Außenministerium nach den Raketeneinschlägen in Charkiw, bei denen mindestens zehn Menschen getötet und 35 verletzt wurden. Es warf Russland zudem vor, Zivilisten zu töten und zivile Infrastruktur zu zerstören. Die Angaben beider Seiten sind nicht unabhängig zu überprüfen.

In der südukrainischen Stadt Cherson soll nach Angaben des staatlichen Informationsdiensts der Ukraine ebenfalls ein Angriff begonnen haben. Die strategisch bedeutende Hafenstadt Mariupol im äußersten Südosten des Landes war am Dienstag in der Früh weiterhin unter der Kontrolle der ukrainischen Armee, doch nach einem russischen Luftangriff fast ohne Stromversorgung. Es gebe auch Internet- und Mobilfunkausfälle.

Ihor Terechow, Bürgermeister von Charkiw, berichtete infolge der Sprengungen von Problemen bei der Strom- und Wasserversorgung der Stadt. Zuvor hatte er von 87 beschädigten Wohngebäuden, neun Toten und 37 Verletzten gesprochen. “Der heutige Tag hat gezeigt, dass das nicht einfach Krieg ist. Das ist die Ermordung von uns, dem ukrainischen Volk”, sagte er in einer Videobotschaft. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete die Vorgänge in Charkiw als Kriegsverbrechen. “Es wird definitiv ein Tribunal für dieses Verbrechen geben. Ein internationales. Das ist ein Verstoß gegen alle Konventionen”, meinte er in einem Video.

In der Region Kiew wurden am Montagabend ein Wohnheim und zwei fünfstöckige Wohnhäuser zerstört, berichteten die Behörden. Die Gebäude befanden sich in den Städten Wasylkiw, Bila Zerkwa im Südwesten Kiews sowie in der Siedlung Kalyniwka in Nordwesten der Stadt. Angaben über mögliche Opfer wurden von den Behörden nicht gemacht.

Bei russischen Luftangriffen am Montag wurden fünf Kampfflugzeuge und ein Hubschrauber abgeschossen, berichtete die “Ukrainska Pravda” am Dienstag unter Berufung auf das Verteidigungsministerium. Die Abschüsse auf die Kampfflugzeuge seien während der Luftangriffe auf Wassylkiw und Browary im Kiewer Umland erfolgt, hieß es. Auch ein Marschflugkörper und ein Hubschrauber seien in der Nähe von Kiew abgeschossen worden.

Der US-Sender CNN berichtete am Montagabend (Ortszeit) unter Berufung auf Militärexperten, dass der Sturm auf die Hauptstadt unmittelbar bevorstehen könnte. Allerdings könnte die Armee auch versuchen, einen Belagerungsring um die Stadt zu bilden. Für Besorgnis sorgten auch Erkenntnisse des auf die Analyse von Satellitenbildern spezialisierten US-Unternehmens Maxar, wonach der russische Armeekonvoi im Nordwesten der Stadt mit 40 Meilen (64 Kilometer) mehr als doppelt so lang ist als bisher angenommen.

Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko sagte auf die Frage, wie lange die Stadt dem russischen Druck standhalten könne: “So lange wir am Leben sind.” Es gebe nämlich eine unglaubliche Einigkeit in der Bevölkerung, die “nicht zurück in die Sowjetunion” wolle. “Wir sehen unsere Zukunft als modernes europäisches Land. Das ist unser Ziel”, betonte er.

In der ostukrainischen Region Sumy sollen nach Angaben aus Kiew indes 70 Soldaten der ukrainischen Armee bei einem Angriff durch Mehrfachraketenwerfer getötet worden sein. Wie das ukrainische Parlament am Dienstag twitterte, war eine Armee-Einheit in der Kleinstadt Ochtyrka von russischen Kräften beschossen worden. Ochtyrka liegt zwischen Charkiw und Kiew. Das ukrainische Parlament zitierte in seinem Tweet den Chef der Gebietsverwaltung von Sumy, Dmytro Schywyzkyj. Dieser teilte auf seinem Telegram-Kanal Bilder eines ausgebrannten vierstöckigen Gebäudes und von Rettungskräften im Einsatz.

Indes gab es neue Berichte, wonach die russischen Aggressoren Unterstützung von der belarussischen Armee bekommen könnten. Das ukrainische Militär berichtete am Montag, dass schon belarussische Truppen in Richtung Ukraine unterwegs sind. Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko wies dies zurück. Belarus habe keine Pläne, sich an der russischen Militäroperation in der Ukraine zu beteiligen, sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur Belta zufolge.

Von: APA/dpa/Reuters

Kommentare
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meinungs.freiheit
meinungs.freiheit
Superredner
2 Monate 26 Tage

Vermute mal Russland wird dieses Land kaputt machen und danach für immer und ewig den eisernen Vorhang runter lassen. Einziger Ausweg wäre ein sofortes Eingreifen des westlichen Militärs, mit Kampfjets, Drohnen uvm.

Dagobert
Dagobert
Kinig
2 Monate 26 Tage

Leider mocht der Idiot a gonz viele Menschen kaputt!
Konnman sich nit vorstelln, wos de Leit do entn grod mitmochn!

Sara Lea
Sara Lea
Grünschnabel
2 Monate 26 Tage

Anscheinend wird die Ukraine jetzt gegen zwei Diktatoren kämpfen müssen. Belarus macht mobil und die Grenze Ukraine-Belarus ist ca. 1.100 km lang. Wenn es einen G^tt, soll er jetzt eingreifen und die russische Armee geschlagen nach Hause schicken. Leider gibt es keinen G^tt, ergo nur Wunschdenken.
Anonymous muss umgehend handeln und beide diktatorische Staaten handlungsfähig machen. 🇺🇦🇺🇦🇺🇦

Doolin
Doolin
Kinig
2 Monate 26 Tage

…Lukaschenko ist nicht so wichtig…ist ein kleines Diktatorlein von Putins Gnaden, der dessen Stiefel leckt und auf das eigene Volk einprügelt…ansonsten bringt er nichts suf die Reihe…

Sara Lea
Sara Lea
Grünschnabel
2 Monate 25 Tage

@Doolin, sorry Sie haben keine von Geostrategie. 🤫🤷‍♂️

Sara Lea
Sara Lea
Grünschnabel
2 Monate 25 Tage

@Doolin, in meinem Post an Sie fehlt das Wort ……Ahnung von Geostrategie.

Hustinettenbaer
2 Monate 25 Tage

@Sara Lea
Ich glaube nicht, dass Doolin oder ich oder wer auch immer im Forum, sein Geld als Geostratege verdient.
O.k., die Grenze ist 1.100 km lang. Dazu sagt die Geostrategie beten oder hacken ?

Savonarola
2 Monate 26 Tage

Kiew wird Putins Stalingrad werden ☝️

Summer
Summer
Superredner
2 Monate 26 Tage

Das wäre schön, aber leider wird dem nicht so sein. 60km lange russische Militärkonvois auf Kiew zu bedeutet Einkesselung, es bleibt nur zu hoffen, dass keine Zivilisten das Leben lassen müssen.

Doolin
Doolin
Kinig
2 Monate 26 Tage

@Summer …diese Befreier legen leider alles in Schutt und Asche…

Summer
Summer
Superredner
2 Monate 26 Tage

@doolin
Leider und das ist ein Kriegsverbrechen der schlimmsten Art.

Sara Lea
Sara Lea
Grünschnabel
2 Monate 25 Tage

@Savonaola, wie oft wollen Sie diesen kopierten Satz noch bringen? Mehr haben Sie anscheinend nicht zu bieten?

Summer
Summer
Superredner
2 Monate 25 Tage

@sara lea
Srimmt absolut, aber hier scheinen die wenigsten zu wissen, was der erhobene Zeigefinger des Hasspredigers Savonarola bedeutet, wenn sie den ukrainischen Kontext nicht kennen.
Traurig ist es aber, dass die ModeratorInnen hier dies nicht wissen und einen solchen Kommentar freischalten.

diskret
diskret
Tratscher
2 Monate 26 Tage

Gscheiter wär diese Soldaten machten ein Handwerks Arbeit wo danach was sinnvolles siehst nicht ein solchen spinner gehorchen .
Der wird bestimmt seine leviten bekommen noch auf lebzeiten das gilt in allgemeinen wenn du was böses antust oder gaunerst.

Dagobert
Dagobert
Kinig
2 Monate 26 Tage

Seine Eltrn worn gonz onfoche Orbeiter, de drahnen sich bestimmt im Grob no um, wenn sie wissetn wos sie für a Ungeheuer in die Welt gsetzt hobm!

Sk93
Sk93
Neuling
2 Monate 26 Tage

Es hobts a a spinner kappt und den tuat es olm nou feiern!

Summer
Summer
Superredner
2 Monate 26 Tage

@Dagobert
Bei allem Verständnis für den Zorn gegen Putin: sind Störungen der Totenruhe Zeichen von Respekt und Anstand?
Ich wüsste aus Pietätsgründen niemanden, der sich tatsächlich im Grab umdrehen würde.
Bitte einmal nur den Kopf einschalten?

mickeymousin
mickeymousin
Tratscher
2 Monate 26 Tage

i hons Gfühl der 3. Weltkrieg isch sehr nahe

Chrys
Chrys
Universalgelehrter
2 Monate 25 Tage

nein, das schafft Putin nicht mehr, er ist bereits geschwächt und wäre froh wenn er einen Ausweg wüsste. 

mickeymousin
mickeymousin
Tratscher
2 Monate 25 Tage

@Chrys
nor kenn mr lei hoffen

unerwartetoft
unerwartetoft
Grünschnabel
2 Monate 26 Tage

Sie habens wieder geschafft was anzuzetteln. Die Zeche zahlen auch wir durch immer höher Preise…

Chrys
Chrys
Universalgelehrter
2 Monate 26 Tage

@ unerwartetoft

höhere Preise? Wer glauben Sie wird die Wiederaufbau bezahlen, wer wird die Million Flüchtlinge versorgen?

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