Zerstörung nach russischen Angriffen in Odessa

Angriffe auf Ostukraine verstärkt – Auch Odessa beschossen

Dienstag, 10. Mai 2022 | 13:46 Uhr

Im Osten und im Süden der Ukraine haben sich die Kämpfe am Dienstag verstärkt. Im Donbass bereiteten sich die russischen Truppen weiterhin auf Vorstöße in den Regionen Lyman und Sewerodonezk vor, teilte der ukrainische Generalstab mit. Meldungen, wonach die prorussischen Separatisten bis an die Verwaltungsgrenzen des Gebiets Luhansk vorgedrungen sein sollen, widersprach Kiew. Beim Beschuss von Odessa im Süden des Landes soll es mehrere Tote gegeben haben.

Die Kleinstadt Popasna in der Region Luhansk, die bis vor kurzem noch schwer umkämpft war, sei nun “gesäubert” von ukrainischen “Nationalisten”, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau, Igor Konaschenkow, am Dienstag. Russland hatte immer wieder erklärt, Luhansk solle komplett der ukrainischen Kontrolle entrissen werden.

Der Luhansker Gouverneur Serhij Hajdaj bezeichnete diese Aussagen hingegen als “Fantasie”. Die ukrainischen Soldaten hätten sich zwar aus Popasna zurückziehen müssen, aber die Russen hätten die Verteidigung keinesfalls durchbrochen, schrieb er.

Laut Hajdaj gab es in der Region Luhansk in den vergangenen 24 Stunden bis Dienstagfrüh 22 Angriffe. Die russischen Streitkräfte hätten schon am Montag die Region massiv beschossen. In mehreren ukrainischen Regionen waren in der Früh Sirenen zu hören, die vor Luftangriffen warnten, darunter in Lukansk, Charkiw und Dnipro.

Journalisten der Nachrichtenagentur AFP sahen zahlreiche Lkw mit Soldaten und schwerer Ausrüstung, die aus der Stadt Sewerodonezk herausfuhren, einer der letzten östlichen ukrainischen Bastionen. Dies könnte auf einen Rückzug der ukrainischen Truppen aus Teilen des Frontgebiets hindeuten.

In Nacht auf Dienstag habe Russland in verschiedenen Teilen der Ukraine insgesamt mehr als 400 Ziele mit Raketen und Artillerie angegriffen, sagte Konaschenkow. Im südukrainischen Gebiet Mykolajiw seien fünf Lager mit Militärausrüstung zerstört worden. Dabei seien bis zu 380 ukrainische Kämpfer getötet worden. Keine dieser Angaben waren von unabhängiger Seite überprüfbar.

In Odessa im Süden des Landes kämpften Feuerwehrleute inzwischen gegen Brände in Folge mehrerer Raketen-Angriffe. Mehrere Menschen sollen bei den Angriffen am Montag und in der Nacht auf Dienstag ums Leben gekommen sein.

Schon am Montagabend hatte die russische Luftwaffe mehrere Hyperschallraketen vom Typ Kinschal auf Odessa abgefeuert. Dabei seien “touristische Objekte” getroffen und mindestens fünf Gebäude zerstört worden, berichtete die “Ukrajinska Prawda”.

Unklarheit herrscht unterdessen über angeblich noch rund 100 Zivilisten im belagerten Industriekomplex Asow-Stahl in Mariupol. Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk wies dementsprechende Angaben von zwei örtlichen Behördenvertretern zurück. “Das stimmt nicht”, sagte sie. Der Chef des Asow-Regiments habe gegenüber ukrainischen Regierungsvertretern und einem UNO-Vertreter “offiziell erklärt”, dass “kein Zivilist, keine Frau, kein Kind oder alter Mensch mehr in Asow-Stahl ist”.

Allerdings befinden sich auf dem Werksgelände noch mehr als 1.000 ukrainische Soldaten. “Hunderte sind verletzt”, sagte Wereschtschuk. Einige der Soldaten seien “schwer verletzt” und müssten “dringend” aus dem Stahlwerk herausgeholt werden. “Die Situation verschlimmert sich täglich.”

Von: APA/dpa/Reuters/AFP

Kommentare

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7 Kommentare auf "Angriffe auf Ostukraine verstärkt – Auch Odessa beschossen"


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Doolin
Doolin
Kinig
15 Tage 27 Min

…ja gebt der Ukraine doch mal ein paar Raketen, die bis Moskau fliegen…so ist das einseitig und ungerecht…

N. G.
N. G.
Kinig
14 Tage 21 h

Kriegshetze! Zeigst du jetzt dein wahres Gesicht? Raketen bis Moskau?
Dein Ernst?
Die westliche Politk tut alles um zu helfen, sie unterstützt die Ukraine aber tut AUCH ALLES um die Sache nicht eskalieren zu lassen… Und du forderst Raketen bis Moskau?

Doolin
Doolin
Kinig
14 Tage 20 h

@N. G. …da braucht niemand hetzen, Krieg ist längst schon da, auch wenn er einseitig von deinem Agressorfreund begonnen wurde, der ihn halt Spezialoperation nennt, doch sollte der Überfallene in die Lage versetzt werden, gleiches mit gleichem zu vergelten…

Tigre.di.montana
Tigre.di.montana
Superredner
14 Tage 14 h

@N.G.: Der souveräne Staat Russland überfällt das souveräne Land Ukraine und bombardiert dessen Hauptstadt Kiew, ermordett seit fast 3 Monaten unschuldige Menschen. Warum sollte diecUkraine sich gegen die Mörder angemessen wehren dürfen?

meinungs.freiheit
meinungs.freiheit
Superredner
14 Tage 22 h

Odessa darf auf keinen Fall in die Hände der Russen fallen, das wäre fatal.
Ukraine hat leider nur die Wahl zwischen Krieg und Vernichtung.

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Tratscher
14 Tage 23 h

Putin will so weit wie es ihm sein Militär und die militärische Verzeidigung der Ukraine zulassen. Aktuell lotet er offensichtlich aus, ob er auch Odessa einnehmen kann, um Transnistrien “heim zu führen”, wie schon eine unrühmliche Persönlichkeit vor ihm formuliert hatte….

buggler2
buggler2
Tratscher
14 Tage 20 h

Was ich nicht verstehe mit Unterstüzung des Westens muß es doch möglich sein die Russen in Ihr eigenes Land Zurückzudrängen, oder geht es da um ganz andere Interessen?

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