Angeblicher Attentatsversuch auf Venezuelas Präsidenten

Angst vor Repression nach mutmaßlichem Anschlag auf Maduro

Montag, 06. August 2018 | 18:48 Uhr

Nach dem mutmaßlichen Anschlag auf den venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro fürchtet die Opposition verschärfte Repression durch die Behörden. Der Chef der Oppositionspartei Frente Amplio (Breite Front), Nicmer Evans, warnte am Sonntag (Ortszeit) vor einer eine Welle der “Verfolgung und Unterdrückung” seitens der Regierung.

Innen- und Justizminister Nestor Reverol verkündete sechs Festnahmen im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Attentat, weitere sollten folgen. “Wir haben bis jetzt sechs Terroristen und Auftragsmörder festgenommen, mehrere Fahrzeuge beschlagnahmt”, sagte Reverol im staatlichen Fernsehen. In mehreren Hotels der Hauptstadt Caracas habe es Durchsuchungen gegeben. Dabei seien “erdrückende Beweise” gefunden worden. Die Generalstaatsanwaltschaft erklärte, die Namen der Festgenommenen würden am Montag bekanntgegeben. Die mit der Regierung verbündete Parteikoalition Patriotischer Pol kündigte eine Kundgebung zur Unterstützung Maduros im Zentrum von Caracas an.

Die Generalstaatsanwaltschaft kündigte an, dass die Justiz “Verschwörer gegen den Frieden” verfolgen werde. Generalstaatsanwalt Tarek William Saab sagte am Montag, der Vorfall sei Anlass dafür, “ein für alle Mal” jeglichen Versuch zu unterbinden, gewaltsam gegen den Bürgerfrieden vorzugehen.

Verteidigungsminister Vladimir Padrino Lopez sagte dem linksnationalistischen Staatschef die “bedingungslose” Solidarität der Armee zu. Der Armeegeneral fügte hinzu, bei dem Vorfall vom Samstag handle es sich um eine “Aggression gegen das Militär” mit dem Ziel, einen Regierungswechsel “mit verfassungswidrigen Mitteln” herbeizuführen.

Maduro war am Samstag nach eigenen Angaben während einer Militärzeremonie in Caracas einem Mordanschlag entgangen. Der Oberbefehlshaber der Armee versetzte das Militär daraufhin in höchste Alarmbereitschaft und erklärte, er sei “entschlossener als je zuvor, den Weg der Revolution zu gehen”. Er kündigte zugleich eine “maximale Bestrafung” derjenigen an, die versuchten, “mich zu ermorden”. Es werde “keine Vergebung” geben.

Reverol sagte im Fernsehen, während Maduro auf einer Tribüne eine Rede hielt, seien zwei mit Sprengstoff beladene Drohnen in der Nähe des Staatschefs explodiert. Die Drohnen seien jeweils mit einem Kilogramm C4-Plastiksprengstoff bestückt gewesen, dessen Sprengkraft für Schäden in einem Umkreis von 50 Metern ausgereicht habe.

Die erste Drohne sei über die Tribüne geflogen, aber durch eine “signalhemmende Ausrüstung” von der Flugbahn abgelenkt worden und anderswo als geplant explodiert. Die zweite Drohne sei durch Kontrollverlust in ein nahe gelegenes Gebäude gekracht. Sieben Mitglieder der Nationalgarde wurden der Regierung zufolge verletzt, drei von ihnen schweben demnach in Lebensgefahr. Maduro blieb unversehrt.

Zu der Tat bekannte sich im Internet eine Gruppe, die sich als “Nationale Bewegung der T-Shirt-Soldaten” bezeichnete. Die in den USA ansässige venezolanische Oppositionsjournalisten Patricia Poleo verlas die Erklärung auf ihrem YouTube-Kanal. Darin hieß es unter anderem, es verstoße gegen die “militärische Ehre”, eine Regierung zu unterstützen, die “die Verfassung vergessen und aus dem Staatsdienst einen obszönen Weg zur Selbstbereicherung gemacht hat”.

Maduro beschuldigte das Nachbarland Kolumbien, hinter dem versuchten Attentat auf ihn zu stecken. Der scheidende kolumbianische Staatschef Juan Manuel Santos hatte am Montag vergangener Woche in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP vom notwendigen “Sturz des venezolanischen Regimes” gesprochen, der “in naher Zukunft” stattfinden könnte. Am Dienstag übergibt Santos das Präsidentenamt an den ultrarechten Politiker Ivan Duque, einen besonders scharfen Kritiker Maduros.

Juan Manuel Santos wies eine angebliche Beteiligung an dem Attentat von sich. “An Präsident Maduro: Machen Sie sich keine Sorgen”, schrieb er am Montag auf Twitter. “Ich hatte am Samstag Wichtigeres zu tun. Wir haben meine Enkelin Celeste getauft.”

Kolumbien wies Maduros Anschuldigungen als “absurd” zurück. Maduro beschuldigt regelmäßig die rechtsgerichtete Opposition oder die USA, einen Staatsstreich gegen ihn zu planen. Die wirtschaftliche Misere seines Landes ist nach seiner Darstellung Folge eines “Wirtschaftskriegs” des Auslands gegen Venezuela.

Von: APA/dpa/ag.

Kommentare

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4 Kommentare auf "Angst vor Repression nach mutmaßlichem Anschlag auf Maduro"


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Marco schwarz
Marco schwarz
Tratscher
11 Tage 12 h

Hat er sich gut von der Türkei abgeschaut, geht in die selbe Richtung

m69
m69
Universalgelehrter
11 Tage 13 h

(…) und wenn der #Ami# dahinter stehen würde, mich täte es nicht wundern.😱😁

m69
m69
Universalgelehrter
11 Tage 11 h

Art. (…)

Zuletzt prognostizierte der Internationale Währungsfonds (IWF) für das laufende Jahr eine Inflationsrate von einer Million Prozent

?????

passiert das gerade in Venezuela, was in D passiert ist am Anfang des letzten Jahrhunderts, wo von einem Tag zum anderen Millionen bzw. Milliarden Reichsmark notwendig waren um ein Stück brot zu kaufen??? 

Oltvatrische
Oltvatrische
Tratscher
10 Tage 23 h

odo do unschlog wor inszeniert

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