Die Helfer fordern die "rasche Zuweisung" eines sicheren Hafens

“Aquarius” sucht weiter nach sicherem Hafen für Migranten

Sonntag, 12. August 2018 | 17:51 Uhr

Die Besatzung des Rettungsschiffs “Aquarius” ist weiter auf der Suche nach einem sicheren Hafen, in den sie einlaufen und die 141 geretteten Menschen von Bord bringen kann. Die Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen (MSF) und SOS Mediterranee forderten am Sonntag von den europäischen Regierungen eine – gemäß internationalem Seerecht – “rasche Zuweisung” eines sicheren Hafens.

Die Crew habe alle zuständigen staatlichen Behörden informiert, darunter die Seenotrettungszentralen von Italien, Malta und Tunesien und das libysche “Joint Rescue Coordination Center” (JRCC), das bestätigte, es sei die Koordinierungsstelle für die Rettungen. Jedoch verweigerte das libysche Zentrum die Zuweisung eines Hafens und verwies auf andere Seenotrettungszentralen, teilte Ärzte ohne Grenzen in einer Aussendung mit. Man werde dieser Anweisung nun Folge leisten und nun nach Norden fahren, um von einer anderen Seenotrettungszentrale einen nahe gelegenen sicheren Hafen zugewiesen zu bekommen. Libyen komme aber als “sicherer Ort” nicht in Frage. Hilfsorganisationen kritisieren seit Jahren die katastrophalen Zustände für Geflüchtete in Libyen.

Auch für die EU-Migrationspolitik hagelte es einmal mehr Kritik: Die europäischen Regierungen hätten “all ihre Energie darauf verwendet, das libysche JRCC aufzubauen, doch die Ereignisse vom Freitag zeigen, dass es nicht in der Lage ist, Rettungsaktionen vollständig zu koordinieren”, sagte Aloys Vimard, Projektkoordinator von Ärzte ohne Grenzen. Außerdem seien die Hilfsorganisationen nicht über weitere Seenotfälle vom JRCC informiert worden. Die Geretteten berichteten den Teams auf der “Aquarius”, dass sie auf See zuvor fünf verschiedenen Schiffen begegnet waren, die keine Hilfe geleistet hätten. “Das ist verstörend”, erklärte Vimard.

Ärzte ohne Grenzen und SOS Mediterranee zeigten sich “äußerst besorgt” über die Politik der EU, die die “humanitäre Hilfe auf See behindert und die die Todeszahlen im Mittelmeer in den vergangenen Monaten nach oben schnellen ließ. Die Aquarius ist nun eines von nur noch zwei verbliebenen humanitären Rettungsschiffen im zentralen Mittelmeer. Die Kriminalisierung und Behinderung humanitärer Organisationen ist eine Folge des größeren Problems eines kaputten europäischen Asylsystems und des Versagens der EU-Staaten, Asylsuchende innerhalb Europas umzusiedeln.”

Die “Aquarius” hatte am Freitagvormittag 25 Menschen, die in einem kleinen Holzboot ohne Motor auf dem Meer drifteten, gerettet und danach 116 Menschen aus einem weiteren überfüllten Holzboot an Bord genommen. Mehr als zwei Drittel der Geretteten stammen laut MSF aus Somalia und Eritrea. Die rechtspopulistische Regierung in Italien hatte sich – wie bereits zuvor – öffentlich geweigert, Hilfsschiffen das Einlaufen in Häfen des Landes zu erlauben.

Von: apa

Kommentare

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8 Kommentare auf "“Aquarius” sucht weiter nach sicherem Hafen für Migranten"


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selltatamolniatian
selltatamolniatian
Grünschnabel
9 Tage 3 h

Alle Migranten direkt nach BRÜSSEL………
dann wird das problem sofort gelöst……..

Staenkerer
9 Tage 1 h

deutschlond hot sichre häfen …. oder welln de “retter” dech selber bestimmen welchn sie gern unsteuen welln?
an grund werds schun hobn warum se nirgends mehr willkommen sein……

m69
m69
Universalgelehrter
9 Tage 30 Min

Staenkerer

in Spanien sind diese Schiffe immer noch willkommen, die Linke Regierung in Spanien wuerde es aber begruesen, dass sich andere Laender zur Verfuegung stellen genannte “qualifizierte” Menschen aufzunehmen.

Ps. bin mir sicher, dass diese Insel die zu Spanien gehoert, die den italienischen Innenminister als “Persona non grata” erklaert hat, alle aufnehmen werden. Ganz bestimmt!

Staenkerer
8 Tage 23 h

@m69 😃😀 sell glab i a ….
frog sich lei wie long ….🤔

gapra
gapra
Superredner
8 Tage 22 h

@m69 komisch, wie kann man denn einen Faschisten und Populisten, einen hochgebildeten und altruistischen Mann zur “Persona non grata”erklären?

m69
m69
Universalgelehrter
9 Tage 3 h

vielleicht nach Maghreb schiffen? 

traktor
traktor
Universalgelehrter
9 Tage 2 h

logisch zurück zum sicheren hafen von afrika wo die wirtschaftsmigranten gestartet sind

andr
andr
Superredner
8 Tage 23 h

Ich glaube das ist ein starkes Zeichen das die Länder einfach überfordert sind mit diesen strömen von Flüchtlingen. Retten ist einfach aber danach fängt das problem an zudem wer ist von diesen menschen wirklich auf der Flucht sind sie in Europa können sie schwer zurückgeschickt werden. Und sieht man in den Medien kommen da einige die es nicht gut mit uns meinen setzen sich in die soziale Hängematte und fordern ihre Rechte ein mit Betonung auf einige

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