Syrische Armee kontrolliert jetzt 90 Prozent der Region

Armee rückt in weiteres Rebellengebiet in Ost-Ghouta ein

Samstag, 24. März 2018 | 12:43 Uhr

Die syrische Armee ist in eines der letzten Rebellengebiete Ost-Ghoutas eingerückt. Die Kämpfer von Präsident Bashar al-Assad hätten am Samstag damit angefangen, Barrikaden in der Stadt Harasta wegzuräumen, berichtete die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana. Auch Ingenieure des Militärs stünden bereit, um gelegte Sprengsätze zu entschärfen.

Am Freitagabend hatten nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte bereits die letzten Kämpfer der radikalen Rebellengruppe Ahrar al-Sham das östlich von Damaskus gelegene Harasta verlassen. Damit kontrolliert die Armee insgesamt etwa 90 Prozent der seit 2013 belagerten Region Ost-Ghouta nahe der Hauptstadt Damaskus.

Aus syrischen Militärkreisen hieß es, mehr als 1.000 Aufständische seien mit ihren Familien abgezogen. Die Region erlebt seit mehr als einem Monat die schwersten Angriffe von Regierungstruppen seit Beginn des Bürgerkriegs vor rund sieben Jahren. Dabei sind nach Angaben der Beobachtungsstelle mehr als 1.600 Zivilisten ums Leben gekommen.

Regierungsgegner kontrollieren nur noch zwei voneinander getrennte kleinere Zonen in Ost-Ghouta. Nach dem Abkommen mit Ahrar al-Sham einigte sich Syriens Armee am Freitag unter Vermittlung Russlands auch mit der islamistischen Miliz Failak al-Rahman auf einen Abzug aus einer der beiden Zonen. Den Rebellen bliebe dann künftig nur noch ein kleines Gebiet im Norden Ost-Ghoutas.

Seit dem Beginn der Offensive vor einem Monat haben nach russischem Angaben mehr als 105.000 Menschen die Rebellen-Enklave verlassen.

Von: APA/dpa/ag.