Ein Ende des Konflikts ist nicht absehbar

Armenischer Außenminister bei Treffen der Minsk-Gruppe

Montag, 12. Oktober 2020 | 23:23 Uhr

Vor dem Hintergrund des Konflikts um die Kaukasus-Region Berg-Karabach ist der armenische Außenminister Sohrab Mnatsakanjan am Montag zu einem Treffen der sogenannten Minsk-Gruppe der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) nach Moskau gereist. Der russische Außenminister Sergej Lawrow appellierte nach dem Treffen an die Konfliktparteien Armenien und Aserbaidschan, die vereinbarte Waffenruhe einzuhalten.

Die Minsk-Gruppe der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) war 1992 zur Entschärfung des Konflikts um Berg-Karabach eingerichtet worden. Der aserbaidschanische Außenminister Jeyhun Bayramow hatte vergangene Woche an einem ähnlichen Treffen der Gruppe in Genf teilgenommen.

Um die umstrittene Kaukasus-Region Berg-Karabach ist nach einer längeren Zeit relativer Ruhe erneut ein Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan entbrannt. Trotz einer seit Samstag geltenden Waffenruhe bekämpften sich armenische und aserbaidschanische Streitkräfte auch am Montag weiter. Beide Konfliktparteien warfen sich gegenseitig vor, die Auseinandersetzungen zu befeuern.

Die selbsternannte Republik Berg-Karabach hatte während des Zerfalls der Sowjetunion einseitig seine Unabhängigkeit erklärt. Darauf folgte in den 90er-Jahren ein Krieg mit 30.000 Toten. Berg-Karabach wird bis heute international nicht anerkannt und gilt völkerrechtlich als Teil Aserbaidschans. Sie wird aber mehrheitlich von Armeniern bewohnt. Seit dem Aufflammen des Konflikts Ende September gab es täglich heftige Gefechte, bei denen Hunderte Militärangehörige und dutzende Zivilisten starben.

Beobachter fürchten, dass sich der Konflikt zu einem Stellvertreterkrieg zwischen Russland und der Türkei im Kaukasus ausweiten könnte. Die Türkei unterstützt in dem Konflikt das Nachbarland Aserbaidschan. Russland unterhält gute Beziehungen zu beiden Seiten, gilt aber als die militärische Schutzmacht Armeniens.

Von: apa

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