Bereits dutzende Tote bei Kämpfen im Süden der Hauptstadt

Assad-Armee dringt in letzte IS-Bastionen bei Damaskus ein

Freitag, 27. April 2018 | 12:46 Uhr

Nach tagelangem Bombardement der letzten Bastionen der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) im Süden von Damaskus sind die syrischen Regierungstruppen in die Stadtteile Hajar al-Aswad und Qadam vorgerückt. Die Truppen würden “an zahlreichen Fronten” vorrücken, nachdem sie die “Verteidigungslinien der Terroristen” durchbrochen hätten, meldete die staatliche Nachrichtenagentur SANA am Freitag.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, die Truppen hätten mehrere Gebäude und Straßen in Hajar al-Aswad und Qadam unter ihre Kontrolle gebracht. Die Luftwaffe und die Artillerie hätten die Viertel seit dem frühen Morgen bombardiert, meldete die oppositionsnahe Organisation, die ihre Informationen von Aktivisten und Ärzten vor Ort bezieht. Es gebe weiterhin heftige Kämpfe mit den Jihadisten.

Die Offensive erfolgt, nachdem sich die IS-Miliz geweigert hatte, ihre Bastionen zu räumen. Die Extremistengruppe kontrolliert Hajar al-Aswad und das angrenzende palästinensische Flüchtlingslager Yarmouk seit 2015 und nahm das Viertel Qadam im März ein. Laut der Beobachtungsstelle wurden bei den Kämpfen bisher 59 Jihadisten, 74 Regierungskämpfer und 19 Zivilisten getötet. Für Medien sind die Angaben nicht zu überprüfen.

Die Regierungstruppen hatten Mitte April die Region Ost-Ghouta komplett eingenommen, nachdem die letzten Rebellen unter dem Druck der Armee abgezogen waren. Vorausgegangen war eine zweimonatige Offensive, in deren Verlauf hunderte Zivilisten getötet wurden. Nach der Einnahme von Ost-Ghouta sind Qadam, Yarmouk und Hajar al-Aswad die letzten Viertel bei Damaskus, die sich der Kontrolle der Regierung entziehen.

Von: APA/ag.