Internationale Betürzung, Trump reagierte wie gewohnt

Attentäter von New York stand in Verbindung zum IS

Mittwoch, 01. November 2017 | 22:49 Uhr

Mit einem Kleinlaster hat ein Terrorist im Herzen von New York mehrere Fußgänger und Fahrradfahrer überfahren und dabei mindestens acht Menschen getötet. Elf weitere wurden verletzt, darunter eine Deutsche. Bürgermeister Bill de Blasio sprach von einem feigen “Terrorakt”. Der von Polizisten angeschossene Attentäter soll in Verbindung zur Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gestanden sein.

Gegen den Verdächtigen wurde mittlerweile ein Strafantrag wegen Unterstützung einer Terrororganisation gestellt. In Gerichtsunterlagen heißt es, der 29-Jährige sei von Videos der Terrormiliz IS zu der Tat inspiriert worden. Vor etwa zwei Monaten habe er sich dazu entschieden, einen Truck dazu zu nutzen. Er habe dabei so viele Menschen töten wollen wie möglich, heißt es in den Unterlagen weiter.

Unter den Toten waren nach Angaben der Behörden der jeweiligen Länder auch eine Belgierin sowie fünf Argentinier. Elf Menschen wurden verletzt – außer der Deutschen auch eine belgische Familie. Zwei Lehrer und zwei Schüler wurden verletzt, als der Pick-up-Truck vor einer High School mit ihrem Schulbus kollidierte. Die Identität der übrigen Opfer war zunächst nicht bekannt. Entgegen ersten Berichten gibt es kein deutsches Todesopfer.

“Wir werden das, was gestern passiert ist, nie als etwas akzeptieren, dass in unserer Stadt unausweichlich ist”, sagte Polizeichef James O’Neill bei einer Pressekonferenz. “Jetzt ist nicht die Zeit, in Angst zu leben, jetzt ist die Zeit für alle New Yorker, stark zu sein, wie wir es immer sind.” Die traditionelle Halloween-Parade am Dienstag, zu der mehr als eine Million Menschen kamen, fand unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen trotz des Attentats statt. Dasselbe ist auch für den New Yorker Marathon kommenden Woche geplant.

Der 29-jährige Mann handelte nach Polizeiangaben alleine. Er stammt Medienberichten zufolge aus der muslimisch geprägten Ex-Sowjetrepublik Usbekistan. Demnach lebte er seit 2010 legal in den Vereinigten Staaten, zuletzt im Bundesstaat New Jersey. Er soll den Anschlag seit langem geplant haben. In New Jersey soll er kurz vor dem Attentat den Pick-up-Truck gemietet haben.

Die Attacke weckt Erinnerungen an ähnlich verheerende Terrorangriffe mit Fahrzeugen in den vergangenen Jahren. Anfang Juni hatten Angreifer in London mit einem Transporter mehrere Menschen auf einer Brücke überfahren. Knapp ein Jahr zuvor war ein islamistischer Attentäter in Nizza mit einem Lastwagen in ein Menschenmenge gerast. Im Dezember 2016 hatte der Tunesier Anis Amri einen gekaperten Lkw in einen Weihnachtsmarkt in Berlin gesteuert.

Medien gaben den Namen des Verdächtigen mit Sayfullo S. an. Er habe zuletzt im Bundesstaat New Jersey nahe New York gelebt und für den Fahrdienstvermittler Uber gearbeitet, berichtete etwa die “New York Times”. Das Unternehmen kündigte an, mit den Behörden zu kooperieren. Die autoritäre Führung von Usbekistan sagte den USA Unterstützung bei den Ermittlungen zu.

US-Präsident Donald Trump machte den IS für die Tat verantwortlich. Er habe seine Regierung angewiesen, die Sicherheitsüberprüfungen zu verschärfen. Als Reaktion auf die Terrorattacke will Trump die “Green-Card-Lotterie” abschaffen. Er wolle stattdessen ein System, das auf den beruflichen Fähigkeiten der Bewerber basiere. “Wir müssen diesen Wahnsinn stoppen”, schrieb Trump am Mittwoch bei Twitter. Die Verlosung verschafft jährlich bis zu 50.000 Ausländern aus aller Welt einen dauerhaften Aufenthaltsstatus mit Arbeitserlaubnis in den USA. Davon profitieren jedes Jahr auch viele Deutsche.

Trump erwägt zudem, den Attentäter im umstrittenen Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba einsperren zu lassen. Auf eine entsprechende Frage sagte er am Mittwoch vor Journalisten in Washington: “Ich würde dies sicherlich in Erwägung ziehen”.

Papst Franziskus sprach den Angehörigen von Terroranschlägen in Somalia, Afghanistan und New York sein Beileid aus. Beim traditionellen Angelusgebet in Rom sagte er am Mittwoch, man möge dafür beten, dass der Herr die “Herzen der Terroristen bekehrt und die Welt vom Hass und dem mörderischen Wahnsinn befreit, der den Namen Gottes missbraucht, um Tod zu sähen”.

Zahlreiche Regierungen verurteilten den Anschlag. Für die deutsche Bundesregierung sicherten Kanzlerin Angela Merkel, Außenminister Sigmar Gabriel und Innenminister Thomas de Maiziere den USA ihre Unterstützung beim Kampf gegen den Terror zu. Der israelische Regierungschef Benjamin Netanyahu sagte: Gemeinsam werden wir die Terrorplage besiegen.”

In Teheran sprach Außenamtssprecher Bahram Ghassemi den Angehörigen der Opfer das Beileid der iranischen Führung aus. Zugleich kritisierte er die Politik der USA und ihrer Verbündeten im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). “Wir denken an die Menschen unserer großartigen Gastgeberstadt; heute sind wir alle im UN-Hauptquartier New Yorker”, schrieb UN-Generalsekretär Antonio Guterres bei Twitter. Er sei “geschockt und zutiefst traurig”.

Die Sicherheitsvorkehrungen in New York wurden verstärkt. Die traditionelle Halloween-Parade am Abend des 31. Oktober fand dennoch statt. “Das ist ein sehr schmerzhafter Tag für unsere Stadt, aber die New Yorker werden sich nicht wegen eines Terroranschlags ändern”, sagte Bürgermeister De Blasio. Polizeichef James O’Neill sprach von einer “Tragödie größten Ausmaßes”. Es gebe keine Hinweise auf eine andere akute Bedrohung in der Stadt, sagte Gouverneur Andrew Cuomo.

Das Attentat ereignete sich im Südwesten Manhattans. Auf Höhe der West Houston Street raste der 29-Jährige mit einem gemieteten weißen Pick-up-Truck mehr als einen Kilometer weit auf einer Länge von etwa 20 Straßenblocks über einen beliebten Fußgänger- und Fahrradweg. Auf Höhe der Chambers Street kollidierte der Truck vor einer High School mit einem Schulbus und kam zum Stehen.

Der Fahrer stieg aus und rief nach Berichten “Allahu Akbar”, arabisch für “Gott ist groß”. Dann hielt er zwei Waffen hoch, die sich später als eine relativ ungefährliche Paintballpistole und ein Luftgewehr herausstellten. Daraufhin schoss ihm ein Polizist in den Bauch. Der 29-Jährige wurde festgenommen, in eine Klinik gebracht und operiert.

Gouverneur Cuomo sagte dem TV-Sender CBS, der Mann habe sich in den USA radikalisiert. “Nachdem er in die USA kam, hat er begonnen, sich über den IS und radikalislamische Taktiken zu informieren.” Eine in der Nähe seines gemieteten Pick-up-Trucks gefundenen Notiz habe auch eine Referenz zur Terrormiliz IS enthalten, sagte Cuomo.

Der Tatort wurde abgesperrt, Polizei und Feuerwehr waren vor Ort, Hubschrauber kreisten über der Gegend. Auf den Straßen stauten sich Tausende von Fahrzeugen. Wegen des Halloween-Fests waren zudem deutlich mehr Menschen unterwegs als sonst.

Von: APA/dpa/ag.

Kommentare

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25 Kommentare auf "Attentäter von New York stand in Verbindung zum IS"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
denkbar
denkbar
Universalgelehrter
17 Tage 21 h

Im Kampf gegen den IS-Terrorismus müssen wohl alle staatlichen Instrumente eingesetzt werden und die Zusammenarbeit aller westlichen Staaten verstärkt werden, um diese feigen Attentäter zu bekämpfen.

Eppendorf
Eppendorf
Superredner
17 Tage 20 h

😁😁😁😁
Wohl etwas realitätsfremd.

enkedu
enkedu
Universalgelehrter
17 Tage 14 h

@Eppendorf eine schönrednerin

denkbar
denkbar
Universalgelehrter
17 Tage 14 h

@Eppendorf . Das glaube ich ganz und gar, zumal das jetzt schon der Fall ist, leider nicht in dem Ausmaß in dem es notwendig ist. In diversen Ländern konnten deshalb auch schon Attentate verhindert werden.

Mastermind
Mastermind
Tratscher
17 Tage 7 h

Zuerst soll man alle ins Land lassen und danach bauen wir einen Polizeistaat auf, um die Problem einzudämmen. Einfach genial von manchen Personen die Einstellung.

denkbar
denkbar
Universalgelehrter
16 Tage 23 h

@enkedu . Besser Schönrednerin als frustrierte Wutbürger.

denkbar
denkbar
Universalgelehrter
16 Tage 23 h

@Eppendorf .Mit Gegenargumenten könntest mich überzeugen, Beleidigungen finde ich sehr schwach.

denkbar
denkbar
Universalgelehrter
16 Tage 23 h

@Mastermind . Du möchtest Russland hier?

andr
andr
Tratscher
17 Tage 21 h

er hat es überlebt dann wirds wohl nichts mit der jungfrauenschaar im weltall

diese Vollidioten sind wohl alles Einzeller

witschi
witschi
Universalgelehrter
17 Tage 20 h

was die amis mit den jetzt wohl machen……mich freuts

Caligula
Caligula
Grünschnabel
17 Tage 13 h

Die Amys werden ihn “magdeburgisieren” wohl mit Recht.

Antivirus
Antivirus
Tratscher
16 Tage 22 h

von wegen Einzeltäter?? schön gerede der Politik! würdest Du dich samt deiner Organisationen in die Luft sprengen, das ist doch nicht der Sin der Terroristen die wollen uns Vernichten nicht sich selbst, das wird noch ne spannende Sache mit dem uns die Politik in’s Land holt, und mit unseren Steuergelder noch am Leben erhaltet..

One
One
Tratscher
17 Tage 20 h

Einreiseverbot. Dieses Wort ist wie Balsam. Aber leider seit dem Euro komplett aus dem Minivokabular der armseligen europäischen Politikerkaste verschwunden. Sehr traurig und schade für alle Europäer die für ein Europa gekämpft haben, das es leider nie mehr geben wird.

denkbar
denkbar
Universalgelehrter
17 Tage 14 h

@One – Das Einreiseverbot wird solche Taten nicht verhindern.

enkedu
enkedu
Universalgelehrter
17 Tage 11 h

@denkbar …aber reduzieren.

denkbar
denkbar
Universalgelehrter
16 Tage 23 h

@enkedu . Da bin ich mir absolut nicht sicher.

witschi
witschi
Universalgelehrter
17 Tage 20 h

trumpi, pensaci tu

nightrider
nightrider
Tratscher
17 Tage 17 h

Guater Witz

denkbar
denkbar
Universalgelehrter
17 Tage 14 h

Find ich auch, das kann doch nur als Witz durchgehen, der hat höchstens die Fähigkeit die Dinge noch zu verschlimmern.

traktor
traktor
Superredner
17 Tage 14 h

in amerika bekommt er die gerechte strafe…

witschi
witschi
Universalgelehrter
17 Tage 12 h

traktor, die todesstrafe. ober sel isch in de lei recht. i tatn lebenslong insperrn

enkedu
enkedu
Universalgelehrter
17 Tage 11 h

@witschi Guantanamo isch eh no offen.

der Friedennobelpreisträger….haha.

denkbar
denkbar
Universalgelehrter
16 Tage 23 h

@Traktor. und doch kriegen die nichts in den Griff, wenn du dort so eine Seite wie diese liest, dann kommst drauf, dass wir das Glück haben, in einem gesegneten Land zu leben.

iuhui
iuhui
Superredner
17 Tage 16 h

die amis und die ganze Welt können sich mit Bush Senior und Junior bedanken: dank ihnen ist unsere Welt im Dauerkrieg und niemand ist mehr sicher!

Edeltraud
Edeltraud
Neuling
17 Tage 13 h

Visa lottery, selle Bledsinn konn lei von Amerika sein.

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