Nach dem Selbstmordanschlag blieb ein Krater zurück

Attentat nahe Stimmzettel-Lager vor Neuauszählung im Irak

Sonntag, 01. Juli 2018 | 17:21 Uhr

Wenige Tage vor der Neuauszählung der Parlamentswahl im Irak ist in Kirkuk laut Polizeikreisen ein Selbstmordanschlag in der Nähe eines Lagers mit Stimmzetteln verübt worden. Bei der Explosion der Autobombe seien ein Mensch getötet und 20 weitere Menschen verletzt worden. Das Depot mit den Wahlurnen sei nicht beschädigt.

Der Attentäter sprengte demnach das Auto bereits in die Luft, bevor er den Eingang des Lagers erreichte, weil Wachleute das Fahrzeug unter Beschuss nahmen. Die Parlamentswahl Mitte Mai wurde von Betrugsvorwürfen überschattet. Deshalb war eine Neuauszählung der Stimmen per Hand beschlossen worden, die am Dienstag mit dem nordirakischen Kirkuk beginnen soll.

Nach Berichten über schwere Verletzungen des Wahlrechts, hatte das Parlament eine Neuauszählung gefordert. Der bisherige Regierungschef Haider al-Abadi hatte unter Hinweis auf einen Untersuchungsbericht von “gefährlichen Verstößen” gesprochen. Anfang Juni war eine Lagerstätte in Brand geraten, in der rund die Hälfte der Wahlzettel aus der Hauptstadt Bagdad aufbewahrt wurden. Die irakischen Behörden machten keine Angaben, ob es sich um Brandstiftung handelte.

Nach wochenlangen Verhandlungen war zuletzt die Regierungsbildung voran gekommen. Der einflussreiche Schiiten-Prediger Moktada al-Sadr, der bei den Wahlen gesiegt hatte, und der als Wunschkandidat des Westens geltende Abadi kündigten eine Allianz an.

Von: APA/dpa

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