Betende Juden, protestierende Palästinenserinnen

Auseinandersetzungen am Tempelberg in Jerusalem

Sonntag, 18. Juli 2021 | 11:35 Uhr

Auf dem Tempelberg (Al-Haram al-Sharif) in Jerusalem ist es am Sonntag erneut zu Konfrontationen gekommen. Am jüdischen Fasten- und Trauertag Tisha B’Av bewarfen junge Muslime nach Polizeiangaben Polizisten auf der Anlage mit Steinen. Sie protestierten nach Medienberichten gegen den Besuch Hunderter Juden auf dem Tempelberg.

Der Tempelberg mit dem Felsendom und der Al-Aqsa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam. Sie ist aber auch Juden heilig, weil dort früher zwei jüdische Tempel standen. In diese Woche fällt auch das muslimische Fest Eid Al-Adha.

Die Anlage steht unter muslimischer Verwaltung, während Israel für die Sicherheit zuständig ist. Laut einer Vereinbarung mit den muslimischen Behörden dürfen Juden die Anlage besuchen, dort aber nicht beten. Das israelische Fernsehen berichtete jedoch am Samstag, Israel habe das Gebet von Juden auf der heiligen Stätte in den vergangenen Monaten stillschweigend erlaubt – ein Verstoß gegen den Status quo. Die Palästinenser betrachten Besuche von Juden als Provokation.

Die im Gazastreifen herrschende Palästinenser-Organisation Hamas hatte vor dem Feiertag Palästinenser dazu aufgerufen, “wieder nach Jerusalem zu marschieren” und den Tempelberg zu beschützen. Am 10. Mai hatte die Hamas am Jerusalem-Tag Raketen auf die Stadt gefeuert. Die Hamas bezeichnete den Angriff damals als eine Reaktion auf Israels Vorgehen auf dem Tempelberg und in dem Jerusalemer Viertel Sheikh Jarrah. Die von EU, USA und Israel als Terrororganisation eingestufte islamistische Gruppierung hatte im Fall neuer “Verstöße” Israels mit neuen Angriffen gedroht.

Während des letzten Waffengangs zwischen Israel und militanten Palästinenserorganisationen wurden im Mai im Gazastreifen 255 Menschen getötet. In Israel starben 13 Menschen an den Folgen. Israel hatte den arabisch geprägten Ostteil Jerusalems 1967 erobert. Die Palästinenser sehen ihn als künftige Hauptstadt, Israel beansprucht dagegen ganz Jerusalem als Hauptstadt.

Von: APA/dpa

Kommentare

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11 Kommentare auf "Auseinandersetzungen am Tempelberg in Jerusalem"


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Peerion
Peerion
Tratscher
17 Tage 8 h

Einst hatte Jassier Arafat sogar das generöse Friedensangebot von Ehud Barak ausgeschlagen, was selbst die Saudis mit Kopfschütteln quittiert hatten. Mittlerweile werden die Palästinenser durch den Iran gesteuert. Mehr gibt es zu möglichen Friedensperspektiven nicht zu sagen.

quilombo
quilombo
Superredner
17 Tage 5 h

er hat das Angebot abgelehnt, weil die Israelis nicht bereit waren die wichtigste Grundbedingung der Friedensverhandlung zu erfüllen, den Stopp der Siedlngen. Während der ganzen Zeit der Verhandlungen haben israelische Siedler sich im Eiltempo Land angeeignet, um schnell noch Tatsachen zu schaffen. Diese Taktik wendeten sie auch bei allen anderen Friedensverhandlungen an, ohne daß ihnen jemand Einhalt gebietet.

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
17 Tage 3 h

Die Muslime sind ja so friedlichen, wie man sieht.

Skipper
Skipper
Grünschnabel
17 Tage 1 h

Ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Palästinenser damals vertrieben wurden.

quilombo
quilombo
Superredner
16 Tage 17 h

was hat das mit Muslime zu tun? Und besonders in Palästina, wo fremde Eindringlinge seit 100 Jahren sich aufführen wie die Berseker.

Jaga1456
Jaga1456
Neuling
16 Tage 13 h

@quilombo juden sind historisch in dieser zone seit jahrtausenden, ich weiss nicht wieso du von “eindringlinghe” laberst

quilombo
quilombo
Superredner
15 Tage 7 h
@Jaga1456, hahaha, seit Jahrtausenden? Dann schau doch einmal, wo die Juden die heute in Palästina den Staat Israel gegründet haben, herkommen. Sie sind Polen und Deutsche, Russen und Spanier, Engländer, Australianer und Us-Amerikaner, Franzosen und Italiener…. Seit Jahrtausenden dort sind die Palästinenser. Sie waren immer schon dort. Sie hatten im Laufe ihrer Geschichte mehrmals die Staatsreligion gewechselt, waren Heiden und Atheisten, Juden, Christen und heute mehrheitlich Muslime. Vor 2000 Jahren gab es einen Palästinenser der Weltberühmt wurde – Jesus. Aber deswegen gehen nicht alle Christen nach Palästina und behaupten es sei ihr Land. Diese Eindringlinge hatten auch nicht dieses Recht,… Weiterlesen »
inni
inni
Superredner
17 Tage 9 h

Vielleich sollte die israelische Regierung mal ihre harte und ausgrenzende Politik gegenüber den Palästinensern ändern. Die ideale Lösung wäre aber die Schaffung eines freien autonomen Palästinenserstaates.

quilombo
quilombo
Superredner
17 Tage 10 h

die international verankerten Abkommen verbieten, daß Jerusalem Hauptstadt von Israel wird. Die Hauptstadt ist Tel Aviv.
Aber wie immer haben sich die Israelis wieder nicht an irgendwelche Verträge gehalten. Sie haben ja ihre Schutzmacht Usa im Rücken, die alle Sanktionen verhindert.
Deshalb hat Israel auch als einziger Staat der Erde zusammen mit den Usa am 24. Juni für die Beibehaltung der Wirtschaftsblockade gegen Kuba gestimmt, während 184 Staaten sie abschaffen möchte.

OrB
OrB
Universalgelehrter
17 Tage 1 h

Religion und Glaube, das größte Unheil der Welt.

quilombo
quilombo
Superredner
16 Tage 17 h

ja, besonders wenn Leute aus allen möglichen Staaten einem kleinem Volk die Heimat wegnehmen, nur weil in ihrem heiligem Buch steht, daß sie dazu das Recht hätten.

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