Polizei wurde von wütenden Demonstranten attackiert

Ausgangssperre in US-Stadt Milwaukee nach erneuten Unruhen

Montag, 15. August 2016 | 21:08 Uhr

In Milwaukee im US-Staat Wisconsin haben die Behörden nach erneuten Krawallen eine Ausgangssperre verhängt. Bürgermeister Tom Barrett forderte die Bewohner auf, dafür zu sorgen, dass ihre Kinder nicht mehr nach 22.00 Uhr auf der Straße sind. “Es herrscht eine Ausgangssperre, die heute Nacht für Jugendliche strikter durchgesetzt wird.”

Nach den tödlichen Schüssen eines Polizisten auf einen bewaffneten Afroamerikaner am Samstagnachmittag hatte es die zweite Nacht in Folge Krawalle gegeben. Der 23-Jährige war laut Polizei bei einer Kontrolle weggelaufen und von dem schwarzen Polizisten zu Fuß verfolgt worden. Es gebe Videoaufnahmen, die zeigten, wie sich der Verdächtige mit einer Schusswaffe in der Hand zu dem Polizisten umgedreht habe.

Barrett forderte am Montag die Veröffentlichung der Aufnahmen in der Hoffnung, die Demonstranten ließen sich dadurch überzeugen, dass der Einsatz gegen den Mann gerechtfertigt war. Er beschrieb die Lage als “sehr unbeständig”

Die Demonstration am Sonntag war laut Polizei zunächst friedlich verlaufen. Dann seien Schüsse gefallen und Steine sowie Flaschen geworfen worden. Eine angeschossene Person sei ins Krankenhaus gebracht worden. Ob es sich dabei um einen Demonstranten handelte, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Auch ein Polizist sei in einer Klinik behandelt worden, nachdem ein Stein die Frontscheibe seines Streifenwagen zertrümmert habe.

Seit zwei Jahren kommt es in den USA nach tödlichen Schüssen der Polizei auf Verdächtige immer wieder zu Unruhen, zuletzt in Baltimore im US-Staat Maryland und in Ferguson im Staat Missouri. Oft sind die Opfer Schwarze. Kritiker werfen der Polizei Rassismus vor.

Von: APA/dpa

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