Australien wird wegen seiner harten Flüchtlingspolitik kritisiert

Australien schließt umstrittenes Flüchtlingslager auf Manus

Mittwoch, 17. August 2016 | 14:37 Uhr

Australien will das umstrittene Flüchtlingslager auf der Insel Manus in Papua-Neuguinea schließen, in dem zuletzt Hunderte Menschen interniert waren. Dies gab die Regierung von Papua-Neuguinea bekannt, ohne ein Datum für die Schließung zu nennen, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Der Umgang der australischen Regierung mit Flüchtlingen steht international in der Kritik. Das Land lässt prinzipiell keine Bootsflüchtlinge ins Land, sondern lässt diese in Lager auf Manus und Nauru bringen. Selbst wenn die Menschen Asyl zugesprochen bekommen, müssen sie auf den Inseln bleiben. Menschenrechtsorganisationen prangern zudem die unmenschlichen Bedingungen in den Lagern an, immer wieder käme es deshalb zu Selbstverletzungen und Suizidversuchen von Flüchtlingen.

Papua-Neuguinea hatte bereits im April erklärt, das Lager auf Manus schließen zu wollen. Zuvor hatte das Oberste Gericht der Inselgruppe die Internierung von Flüchtlingen für illegal erklärt. Die Lagerhaft verstoße gegen das Grundrecht auf persönliche Freiheit und sei deshalb verfassungswidrig und unrechtmäßig, urteilten die Richter.

Das Schicksal der auf Manus internierten rund 800 Flüchtlinge bleibt unklar. Der australische Migrationsminister Peter Dutton stellte umgehend klar, dass Australien die Schutzsuchenden nicht aufnehmen werde. “Es ist seit langem die Position dieser Regierung mit Papua-Neuguinea zusammenzuarbeiten, um das Lager auf Manus zu schließen”, erklärte Dutton laut Reuters in einem Statement am Mittwoch. “Unsere Position, die wir heute erneut bekräftigt haben, ist, dass niemand vom regionalen Insel-Registrierzentrum in Manus nach Australien umgesiedelt wird”, fügte der Minister hinzu. Australien werde jedoch mit Papua-Neuguinea zusammenarbeiten um eine Ansiedelung der Betroffenen in Papua-Neuguinea oder ihre Rückkehr in ihre Heimatländer zu organisieren.

In Österreich hatte Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) Anfang Juni mit dem Vorschlag, das australische Modell auch für Europa zu übernehmen, für Aufregung gesorgt. In Australien kämen keine illegalen Migranten mehr an und es ertrinke auch niemand mehr, argumentierte er damals. Kritik von Menschenrechtlern an diesem Modell bezeichnete er als “halbe Wahrheit”.

Von: apa

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