Maribyrnong galt als berüchtigt

Australien schließt zwei Hochsicherheitslager für Migranten

Mittwoch, 02. Januar 2019 | 06:20 Uhr

Australiens Regierung lässt zwei Internierungslager für Migranten auf dem Festland schließen und begründet den Schritt mit der sinkenden Zahl illegaler Einreisen. Das Hochsicherheitszentrum Maribyrnong in Melbourne werde sofort geschlossen und der Blaxland-Komplex in Sydney im Mai, berichteten australische Medien am Mittwoch unter Berufung auf die Einwanderungsbehörden.

Die Zeitung “The Age” hatte Maribyrnong vor zwei Jahren wegen seiner besonders rabiaten Wärter als berüchtigtstes Lager des Landes eingestuft. Zurzeit sind 1.250 Menschen in Internierungslagern auf australischem Boden untergebracht, darunter Bootsflüchtlinge sowie Menschen, welche ihre zulässige Aufenthaltsdauer überschritten haben oder denen ihr Visum aus charakterlichen Gründen entzogen wurde. Durch die Schließung der Hochsicherheitslager in Melbourne und Sydney sinkt die Zahl der Internierungscamps auf sieben. 2013 waren es noch 26 gewesen, in denen damals 10.200 Menschen einsaßen.

Weitere 1.000 Bootsflüchtlinge werden derzeit in Lagern in der Inselrepublik Nauru sowie auf der zu Papua Neuguinea gehörenden Insel Manus festgehalten. Seit 2013 bringt Australien dort Asylsuchende unter, die auf dem Seeweg ankommen. Einige sitzen seit damals fest – unter Bedingungen, die Ärzte und Flüchtlingshelfer als menschenrechtswidrig anprangern. Pläne zur Schließung der Lager auf Nauru oder Manus gibt es nicht.

Von: APA/dpa

Kommentare

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1 Kommentar auf "Australien schließt zwei Hochsicherheitslager für Migranten"


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zombie1969
zombie1969
Universalgelehrter
21 Tage 8 h

In Europa ist es vielfach der Fall, dass schon das blosse Erreichen eines fremden und völlig ungesicherten Staatsgebiets zu praktisch dauerhaften, auch illegalen, Aufenthalt führt, egal welche Voraussetzungen man mitbringt. Wer kommt, kann bleiben, die Abschiebezahlen sind extrem gering. Die Antwort darauf können in den nächsten Jahren nur geschlossene Grenzen und Antragslager an den Grenzen oder im Bereich der Herkunftsländer sein. “Refugees welcome” ist politisch keine mehrheitsfähige Antwort und auch nicht praktikabel. 
Für den Einzelnen mit seiner tragischen Geschichte hat man durchaus Mitgefühl, gegenüber der Masse an Zuwanderer braucht es aber verantwortliches, restriktives Handeln, keine Wohlfühlpolitik.

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