"Deutschkurse in Osttirol, weil Südtirol schon zu italienisch ist"

“Autonomiepolitisch bedenklich”

Freitag, 27. Mai 2022 | 13:19 Uhr

Bozen – Dieser Sachverhalt ist für Sven Knoll von der Süd-Tiroler Freiheit “autonomiepolitisch bedenklich”. “Das Gesundheitswesen in Südtirol wird immer italienischer. Während Südtiroler Jungärzte das Land verlassen, werden immer mehr Ärzte aus Italien angestellt, sodass es allzuoft nicht mehr möglich ist, sich mit einem Arzt in Südtirol in deutscher Sprache zu verständigen. Für Ärzte aus Italien werden daher nun Deutschkurse in Osttirol organisiert. Was zunächst äußerst positiv klingt, hat autonomiepolitisch jedoch eine höchst bedenkliche Begründung, denn Südtirol ist inzwischen (vor allem in der Krankenhausverwaltung) so italienisch geworden, dass es für Ärzte aus Italien nicht mehr möglich ist, in Südtirol richtig Deutsch zu lernen. Italienischkurse können hingegen ohne Probleme in Südtirol organisiert werden.”

“Ärzte und Mitarbeiter der Krankenhäuser haben bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass in der internen Verwaltung und Kommunikation größtenteils alles nur mehr in italienischer Sprache erfolgt, vor allem aus Rücksicht auf die vielen Mitarbeiter, die kein Deutsch sprechen. Von der Medikamentenbestellung, über Arztbefunde, bis hin zu internen Mitteilungen wird Deutsch immer öfters zur Fremdsprache. Somit ist es für die italienischen Ärzte auch gar nicht mehr möglich Deutsch zu lernen, da es schlichtweg nicht mehr gebraucht wird”, so Knoll.

“Wenn italienischsprachige Ärzte inzwischen schon nach Osttirol geschickt werden müssen, weil man in Südtirol nicht mehr richtig Deutsch lernen kann, deutschsprachige Ärzte jedoch ohne Probleme in Südtirol Italienisch lernen können, dann sollten alle autonomiepolitischen Alarmglocken läuten”, so der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, Sven Knoll.

“Anstatt einfach immer mehr Ärzte aus Italien anzustellen, sollte das Land die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Südtiroler Jungärzte nach ihrem Studium in Südtirol einen attraktiven Arbeitsplatz finden und zudem gezielt Ärzte mit Deutschkenntnissen anwerben. Vor allem aber muss die deutsche Sprache als Leitsprache im Gesundheitswesen definiert werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass auch in Zukunft in den Südtiroler Krankenhäusern noch Deutsch gesprochen wird”, heißt es abschließend.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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5 Kommentare auf "“Autonomiepolitisch bedenklich”"


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Obadja
Obadja
Tratscher
1 Monat 2 Tage

es müssen auch größere sprachangebote in Englisch geben, wenn wir schon über sprachen reden… ich arbeite seit 2 Jahren im KH und empfehle auch sprachangebote in Arabisch und Chinesisch, sehr viele Patienten sprechen diese sprache. Generell sollten sprachangebote erweitert werden, in der heutigen globalen Digitalisierung brauchen wir aktuell sogar ukrainisch und Russisch….

Gustl64
Gustl64
Superredner
1 Monat 2 Tage

Hinsichtlich Sanität sind wir deutschprachigen Südtiroler sehr im Nachteil und das wird noch schlimmer werden. Sogar Ärzte nicht italienischer Muttersprache verlangen vom Patienten gefälligst Italienisch zu kommunizieren. Soweit ist es schon gekommen.

Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 2 Tage

…Südtiroler können ja kein gscheides Deutsch mehr…wenn z.B. unsere Sportler im deutschen Fernsehen reden, ist’s zum Davonlaufen…

anonymous
anonymous
Kinig
1 Monat 2 Tage

Ja es wird noch schlimmer,unsere Deutsche Sprache wird wohl früher oder später unter gehn, zum Teil sind auch die Arbeitgeber Schuld ,lieber eine Albaner eine Arbeit geben,der ist billiger,auch eine Hausärztin in Wipptal spricht kein Wort Deutsch,gute Nacht

xyz
xyz
Superredner
1 Monat 2 Tage

Das müsste man mancherorts auch mit den Schülern machen….

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