Bei der Asylaffäre um das BAMF gibt es neue Erkenntnisse

Bei deutscher Asylaffäre gab es schon früh mehrere Mitwisser

Samstag, 02. Juni 2018 | 11:20 Uhr

In der Affäre um manipulierte Asylverfahren im deutschen Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) gab es einem “Spiegel”-Bericht zufolge mehr Mitwisser als bekannt. Bereits 2014 sollen nach Erkenntnissen interner Aufklärer sieben Führungskräfte erfahren haben, dass es in der Bremer Außenstelle des Amtes massive Unregelmäßigkeiten gab, berichtete der “Spiegel” in seiner neuen Ausgabe.

Demnach bezogen sich die Hinweise der Führungskräfte auf “zahlreiche Fälle”, in denen es “Bevorteilungen bei Entscheidungen über syrische Asylanträge” gab, in die ein Hildesheimer Anwalt involviert war. Gegen den Anwalt ermittele jetzt die Staatsanwaltschaft. Dem “Spiegel” zufolge warnte bereits 2014 ein Bamf-Beamter, es sei zu prüfen, ob in den verdächtigen Fällen “nach Recht und Gesetz entschieden wird oder eher sachfremde Erwägungen eine Rolle spielten”.

Warum niemand die Warnung ernst nahm, habe Bamf-Chefin Jutta Cordt vor dem Innenausschuss des Bundestags am Dienstag nicht beantworten können, heißt es in dem Bericht. Seit dem 9. Mai würden Gespräche mit den Beteiligten geführt. Vielleicht reichten die Anfänge der Affäre noch “weiter als 2014 zurück”, sagte Cordt demnach vor dem Ausschuss.

Im April war bekannt geworden, dass die Bremer Bamf-Außenstelle zwischen 2013 und 2016 in mindestens 1.200 Fällen Asylanträge zu Unrecht bewilligt haben soll. Gegen die frühere Leiterin der Behörde und weitere Beschuldigte wird deshalb ermittelt.

Von: APA/Ag.