Lukaschenko schließt Grenze

Belarus schließt wegen “Staatsstreich” Grenze zur Ukraine

Samstag, 03. Juli 2021 | 11:59 Uhr

Belarus (Weißrussland) schließt seine Grenze zur Ukraine und gibt dafür Sicherheitsgründe an. “Eine große Menge Waffen kommt aus der Ukraine nach Belarus”, sagte Präsident Alexander Lukaschenko am Freitag der amtlichen Nachrichtenagentur BelTa zufolge. “Deswegen habe ich die Grenzsicherungskräfte angewiesen, die Grenze zur Ukraine vollständig zu schließen.” In Belarus seien Aufständische enttarnt worden, die einen Staatsstreich geplant hätten.

Die belarussischen Behörden hätten angeblich “terroristische Schläferzellen” enttarnt, die in Verbindung mit Deutschland und anderen westlichen Staaten stehen sollen. “Heute wurden terroristische Schläferzellen zerschlagen, sogenannte Selbstverteidigungseinheiten”, erklärte Lukaschenko nach Angaben seines Büros. Diese hätten einen Bezug zu Deutschland, der Ukraine, den USA, Polen und Litauen. Ziel dieser Zellen sei es, die Regierung “mit Gewalt zu stürzen”.

Lukaschenko sprach vom Abschluss einer “groß angelegten Anti-Terror-Operation” und kündigte an, die belarussischen Behörden würden die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Vorwürfen konfrontieren. Eine “enorme Anzahl an Waffen” sei aus der Ukraine nach Belarus gelangt, fügte er hinzu. Er habe die Grenzschutzbehörden angewiesen, “die Grenze zur Ukraine endgültig zu schließen”.

Die “Schläferzellen” sollen laut Lukaschenko versucht haben, ein russisches Marine-Kommunikationszentrum in der Nähe der belarussischen Stadt Wileyka anzugreifen. Er habe den Vorfall mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin besprochen, erklärte der belarussische Staatschef. “Alle an diesem Terrorakt Beteiligten – einschließlich jener, die ihn organisiert und ausgeführt haben – wurden innerhalb von zwei Tagen gefunden und festgenommen.”

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin hatte am Freitagmittag erklärt, sie wolle zu den Vorwürfen, die Lukaschenko “so in den Raum gestellt hat”, nicht Stellung nehmen. Über die mögliche Festnahme deutscher Staatsangehöriger könne sie “an dieser Stelle nichts berichten”.

Der seit 27 Jahren regierende Staatschef hat dem Westen bereits mehrfach vorgeworfen, sein Land “destabilisieren” zu wollen, um einen Regierungswechsel herbeizuführen. Die Beziehungen zwischen Belarus und dem Westen sind seit der umstrittenen Präsidentschaftswahl vom August vergangenen Jahres und dem gewaltsamen Vorgehen gegen die Opposition äußerst angespannt.

Die erzwungene Landung eines Ryanair-Flugzeugs in Minsk und die anschließende Festnahme des regierungskritischen Bloggers Roman Protassewitsch belastete das Verhältnis zusätzlich. Die EU hat bereits mehrfach Sanktionen gegen Belarus verhängt.

Als Reaktion darauf setzte Minsk am Montag die Teilnahme am EU-Programm der Östlichen Partnerschaft aus und verbot den Verantwortlichen der EU-Sanktionen die Einreise nach Belarus. Die Regierung beorderte außerdem den belarussischen Botschafter in Brüssel zurück nach Minsk.

Litauen hat unterdessen eine Rekordzahl an Migranten registriert, die illegal innerhalb eines Tages die Grenze vom benachbarten Belarus aus passierten. In den vergangenen 24 Stunden seien 150 unbefugte Grenzgänger festgenommen worden, teilte die litauische Grenzschutzbehörde am Freitag in Vilnius mit. Damit stieg die Gesamtzahl an aufgegriffenen Migranten in diesem Jahr auf über 800 – im gesamten Vorjahr waren es 81 Menschen. Vorwiegend stammten die illegalen Migranten den Angaben zufolge aus dem Irak und Syrien. Die meisten davon haben in Litauen bereits Asyl beantragt.

Litauen mit seiner fast 680 Kilometer langen Grenze zu Belarus – auch EU-Außengrenze – beklagt aktuell ein hohes Aufkommen an illegalen Grenzgängern. Die Regierung in Vilnius wirft Belarus vor, gezielt Migranten über die Grenzen zu lassen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte Litauen bei einem Besuch in Vilnius Unterstützung zu: “Ihre Sorgen und Ihre Probleme hier in Litauen sind europäische Probleme und Sorgen.” Demnach werde die EU-Grenzschutzagentur Frontex mehr Hilfe leisten. Gemeinsam mit dem litauischen Grenzschutz patrouillieren seit Freitag bereits mehrere Beamte von Frontex die Grenze – darunter zwei deutsche Grenzschutzbeamte. Sie waren Anfang Juli auf Ersuchens Litauens abgestellt werden.

Von: APA/Reuters/AFP/dpa

Kommentare

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16 Kommentare auf "Belarus schließt wegen “Staatsstreich” Grenze zur Ukraine"


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Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
26 Tage 4 h

“terroristische Schläferzellen … in Verbindung mit Deutschland”. Unsere Schlapphüte ? Herr Lukaschenko, das sind Filialen der Matratzenfirma Schlaraffia.

sixtus
sixtus
Grünschnabel
25 Tage 17 h

Wenn alle verhaftet und eingesperrt wurden, welche Sinn hat es dann die Grenze zu schließen? Eigennutz!

Doolin
Doolin
Universalgelehrter
25 Tage 14 h

…kann alle Grenzen zusperren…wer will schon in des Land eini…
😆

oli.
oli.
Kinig
25 Tage 12 h

@Doolin , die was Verwandte in Belarus haben , wir würden gerne aber wegen Corona , Flugsperre und das Theater mit der Politik müssen wir noch warten.

quilombo
quilombo
Superredner
25 Tage 9 h

@Doolin, immerhin geht es den Leuten in Belarus viel besser als in allen Nachbarstaaten. Die Löhne sind doppelt so hoch wie in Polen, von der Ukraine gar nicht zu reden. Die Arbeitslosenquote ist niedrig und die Preise stabil. Da braucht man nicht lange fragen, wer in dieses Land will.

hundeseele
hundeseele
Superredner
25 Tage 8 h

@quilombo …hast du Nachweise dafür oder “hat das Lukaschenko selbst gesagt”🤣🤣

Zugspitze947
24 Tage 19 h

quilombo :was für perverse Lügen verbreitest du da ? Klar gibts wenig Arbeitslose wenn es keinerlei Untertsütziung für sie gibt 🙁

Offline
Offline
Kinig
25 Tage 15 h

Vielleicht findet sich ja doch irgendwann ein Mitglied einer “Schlapphut und Regenmantel 🕵” Organisation, das dem Herrn Lukaschenko ein Angebot macht, das er nicht ablehnen kann…

magari
magari
Grünschnabel
25 Tage 14 h

Wenn Politik scheitert, greift man zu Gewalt.

quilombo
quilombo
Superredner
25 Tage 9 h

magari, genau, deswegen versucht man die Regierung in Belarus gewaltsam zu stürzen, triftige Gründe findet man nicht.

Supergscheider
Supergscheider
Superredner
25 Tage 13 h

Das System Irak, Venezuela,Afganistan,Ex Jugoslavien ,Lybien usw.hat seinen Meister gefunden.

quilombo
quilombo
Superredner
25 Tage 9 h

Supergscheider, in diesen Ländern die du aufzählst, wurde mit roher Gewalt von außen, sprich Usa und Nato, alles kaputtgeschlagen was nur ging. Das nenne ich aber nicht System. Oder vielleicht weil man jetzt mit Belarus dasselbe System anwenden will?

Supergscheider
Supergscheider
Superredner
24 Tage 10 h

Richtig ,nur daß,das Verbrechersyndikat erstmals auf echte Gegner trifft und ihr handeln öffentlich angeprangert wird.

marher
marher
Universalgelehrter
25 Tage 8 h

Armer Alexander, es ist nur eine Frage der Zeit bis er einen beschämenden eklatanten Untergang erleiden wird.

pingoballino1955
24 Tage 18 h

Lukaschenko,dieser WAHNSINNIGE Diktator gehört WEG!

Supergscheider
Supergscheider
Superredner
24 Tage 9 h

Pingoballino@Wahnsinnige Diktatoren findest du schon hier um die Ecke,wer wohl hat in den letzten 120 Jahren die Welt in X Kriege gestürzt und X Millionen Leben genommen?
Nun, Lukaschenko und Co sicher nicht,lasst euch doch nicht so nillig ins Gehirn sch….,

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