"Projekt sprengt jeden gesetzlichen Rahmen"

Benedikter: Kein “Greenwashing” für Benkos Megaprojekt am Virgl

Dienstag, 17. Mai 2022 | 17:00 Uhr

Bozen – Medienberichten zufolge hat die Dienststellenkonferenz des Landes ernsthafte Kritik am Megaprojekt für das Ötzimusem auf dem Virgl des Tiroler Immobilieninvestors René Benko deponiert. Offenbar handelt es sich um einen durchwegs negativen Bescheid.

Dass Benko-Statthalter Heinz Peter Hager die Massenattraktion im Bozens Zentrum weiter pusht und „nachbessern“ will, stößt dem grünen Gemeinderatsmitglied Rudi Benedikter sauer auf: „Absurd, bei den Eckdaten seines Projektes: Flächenverbrauch vier Hektar Wald und Landwirtschaftliches Grün; Bauvolumen 180.000 Kubikmeter; verschiedene Museen und andere öffentliche Einrichtungen; erwartete Besucher: 500.000 pro Jahr. Investitionssumme: 170 Millionen Euro. Ein absoluter, zentraler Verkehrsmagnet.“

„Viva Virgolo“ würde den Virgl zerstören und alle Bemühungen um eine klimaneutrale Stadtentwicklung, „unseren schönen, nachhaltigen Mobilitätsplan“ (PUMS) und den Grün-Raum-Plan zur Makulatur machen, warnt Benedikter.

Dabei sprenge dieses Projekt jeden gesetzlichen Rahmen: Nach Art. 17 des Landesgesetzes für Raum und Landschaft und laut Bozner Landschaftsplan sei der Virgl heute streng geschütztes Landschaftsschutzgebiet. Abseits von der bestehenden im Bozner Bauleitplan ausgewiesenen „Zone für öffentliche Anlagen“ (1,49 ha) bestehe innerhalb des Landschaftsschutzgebietes „ein absolutes Verbot für die Errichtung bzw. Erweiterung von Bauten über Erde jeglicher Art“ (Art. 2 Landschaftsplan).

Durch den am 15. März 2022 vom Gemeinderat beschlossenen „Grünraum-Plan“ sei der Virgl zudem als Eckpfeiler eines stadtumspannenden Grüngürtels geschützt. Außerdem sei die Virgl-Nordkante in die Gefahrenzone Kat. H4 (höchste Gefahrenstufe/Bauverbot) und der Virgl insgesamt als Trinkwasserschutzgebiet Klasse III eingestuft.

“Jetzt soll endlich die Landesregierung ein Machtwort sprechen: Dieser Plan des Oligarchen Benko ist weder im öffentlichen Interesse der Stadt Bozen, noch in jenem des Landes Südtirol“, so Benedikter.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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1 Kommentar auf "Benedikter: Kein “Greenwashing” für Benkos Megaprojekt am Virgl"


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Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 12 Tage

…lieber den Virgl weiter im Dornröschenschlaf verlottern lassen…

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