Die Unruhen dauern seit einer Woche an

Bereits Hunderte Tote bei Kämpfen im Nordwesten Myanmars

Freitag, 01. September 2017 | 20:44 Uhr

Bei den seit einer Woche andauernden ethnisch motivierten Kämpfen in Myanmar sind fast 400 Menschen getötet worden. Bei den meisten Opfern handle es sich um Angehörige der muslimischen Minderheit Rohingya, teilten Regierungsvertreter am Freitag mit. Zudem seien Zehntausende aus dem Nordwesten des Landes vor den Auseinandersetzungen geflohen.

Mitarbeiter der Vereinten Nationen (UNO) schätzen die Zahl der Rohingyas, die bereits die Grenze zu Bangladesch überquert haben, auf etwa 38.000. Die Geflohenen berichteten von Brandstiftungen und Tötungen in ihrer Heimat. Laut dem Militär wird in der Region Rakhine weiterhin gegen “extremistische Terroristen” vorgegangen.

Im Grenzgebiet suchten weitere Zehntausende Menschen nach Fluchtmöglichkeiten. Mindestens 41 Menschen sind nach UN-Angaben in den vergangenen drei Tagen allein bei Bootsunglücken auf dem Grenzfluss Naf gestorben.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres ist wegen der Unruhen im südostasiatischen Myanmar “tief besorgt”. Er rufe zu “Besonnenheit und Ruhe” auf, um eine humanitäre Katastrophe zu verhindern, sagte ein Sprecher am Freitag in New York.

Rund eine Million Rohingyas leben im buddhistischen Myanmar, wo sie verfolgt und ausgegrenzt werden. Myanmar erkennt die teils seit Generationen im Land lebenden Muslime nicht als Staatsbürger an. Vergangene Woche überfielen militante Rohingyas Polizei- und Militärposten. Dabei und beim Gegenschlag der Sicherheitskräfte wurden Schätzungen zufolge rund 100 Menschen getötet, die meisten von ihnen Rohingyas. Bangladesch verstärkte daraufhin seine Sicherheitsvorkehrungen an der Grenze. Es beherbergt nach eigenen Angaben bereits 400.000 Rohingyas, will aber keine weiteren Flüchtlinge aufnehmen.

Von: APA/ag.