Auch gegen ausländische IS-Anhänger wurden harte Strafen verhängt

Bereits mehr als 300 Todesurteile gegen IS-Anhänger im Irak

Mittwoch, 18. April 2018 | 13:05 Uhr

Im Irak sind bereits mehr als 300 Menschen wegen Mitgliedschaft in der Jihadistenmiliz “Islamischer Staat” (IS) zum Tode verurteilt worden. Wie die Justiz am Mittwoch mitteilte, verurteilte ein Gericht in Bagdad seit Jänner 97 Ausländer zum Tode und 185 weitere zu lebenslanger Haft.

Die meisten Todesurteile ergingen gegen Türken oder Bürger früherer Sowjetrepubliken. Aber auch eine Deutsche wurde zum Tode und eine Französin zu lebenslanger Haft verurteilt.

Wie der Hohe Richterrat weiter mitteilte, ergingen zudem 212 Todesurteile und 150 lebenslange Haftstrafen vor einem Gericht in Tel Keif nahe der nordirakischen Großstadt Mosul (Mossul) wegen Mitgliedschaft in der Extremistengruppe. 341 weitere Angeklagte seien in Tel Keif zu diversen Haftstrafen verurteilt und 112 freigesprochen worden, weil ihre Schuld nicht bewiesen worden sei, hieß es im Justizgremium.

Erst am Montag waren im Irak elf Menschen wegen “Terrorismus” gehängt worden. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kritisierte, dass die Verurteilten keinen fairen Prozess erhalten hätten und die Todesurteile oft allein aufgrund von Geständnissen ergangen seien, die zum Teil unter Folter erzwungen worden seien. Der Hohe Richterrat betonte aber, dass in allen Prozessen die Rechte der Angeklagten garantiert worden seien.

Von: APA/ag.