Grüne fordern Reformen

Beschäftigte in Seniorenheimen: “Endlich substanzielle Lösungen, statt reiner Symbolpolitik”

Dienstag, 24. Mai 2022 | 12:06 Uhr

Bozen – Wie lange wollen wir Südtiroler diesem traurigen Schauspiel eigentlich noch zusehen? Das fragt der Grüne Co-Vorsitzende Felix von Wohlgemuth. “Seit Jahren fordern die Gewerkschaften bessere Bedingungen für die Beschäftigten in unseren Seniorenheimen. Dabei geht es nicht nur um eine angemessene Bezahlung, sondern auch und vor allem um bessere Arbeitsbedingungen. Planbare Dienstzeiten, mehr Zeit für die individuelle Betreuung der Heimbewohner, qualitative Fort- und Weiterbildung und bürokratische Entlastung sind leider bis heute leere Worthülsen geblieben.”

“Anstatt diese Probleme gemeinsam im Verhandlungswege zu lösen, wurde nun ein neuer Bereichsvertrag einseitig von der Arbeitgeberseite vorgelegt. 50 Millionen Euro seien für Gehaltsaufstockungen vorgesehen, davon allein 25 Millionen Euro für das laufende Jahr. Weil die vertretungsstärksten Gewerkschaften ihre Unterschrift verweigern, bliebe dieses Geld nun ‘beim Land liegen’. In der Summe viel Geld. Aber verschwiegen wird wohlweislich, dass diese Gehaltsanpassungen für die einzelnen Beschäftigten kaum ins Gewicht und deren Entlohnung auch mit dem neuen Vertrag weiterhin in keinem Verhältnis zur geleisteten Arbeit stehen würde. Des Weiteren bestehen erhebliche arbeitsrechtliche Bedenken, sowohl was die Arbeitszeit betrifft, als auch die vollkommen lückenhafte Ausgestaltung neuer Berufsbilder wie jener der Pflegehelfer und Sozialbetreuer in Ausbildung”, so die Grünen.

“Vor diesem Hintergrund ist es mehr als verständlich, dass die Gewerkschaften ihre Zustimmung zu diesem Vertragstext verweigern. Probleme löst man nur gemeinsam, in Gesprächen und Verhandlungen, nicht durch einseitige Vorgaben. Der so wichtige Bereich der Seniorenheime muss endlich substanziell reformiert werden, mit genügend Personal und fairen Löhnen. Die Frage ist, wie lange es noch dauern wird, bis die Dringlichkeit dieses Problems erkannt wird und endlich Lösungen an die Stelle von Symbolpolitik treten werden”, schließt Felix von Wohlgemuth.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

2 Kommentare auf "Beschäftigte in Seniorenheimen: “Endlich substanzielle Lösungen, statt reiner Symbolpolitik”"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Trina1
Trina1
Kinig
1 Monat 11 Tage

Ist dafür nicht Frau Deeg zuständig ?

Oracle
Oracle
Universalgelehrter
1 Monat 11 Tage

….allgemein: jeder möchte eine gerechte Entlohnung und fühlt sich vielleicht unterbezahlt, was das auch heissen mag…. Schlussendlich kann das Land auch kein Geld drucken, also heisst mehr für die einen, weniger für die anderen oder höhere Steuern. Die Grünen sollten uns auch sagen, wem sie das Geld wegnehmen würden oder wem sie die Steuern anheben würden….das sollte auch eine praktikable Lösung sein, nicht nur Populismus… Mehr Gehalt für das Personal heisst zum Teil höhere Kosten für die Heimbewohner, die ohnehin nicht reich sind …..

wpDiscuz