Die Lage in Erewan hat sich verkompliziert

Besetzer von Polizeiwache in Armenien nahmen erneut Geiseln

Mittwoch, 27. Juli 2016 | 12:25 Uhr

Nach mehr als zehn Tagen Geiseldrama in Armenien haben bewaffnete Regierungsgegner ein Notarztteam in ihre Gewalt gebracht. Nach Schusswechseln um ein besetztes Polizeigebäude in der Nacht zum Mittwoch hätten die Besetzer nach Sanitätern verlangt, um Verletzte zu versorgen, sagte Polizeisprecher Aschot Agaronjan.

Daraufhin hätten sie zwei Ärzte, einen Sanitäter und eine Krankenschwester als neue Geiseln genommen, sagte er. Das armenische Gesundheitsministerium verurteilte dies.

Dutzende Bewaffnete hatten am 17. Juli in einer spektakulären Aktion die Polizeiwache in der Hauptstadt Eriwan überfallen und Geiseln genommen. Die Sicherheitskräfte der Südkaukasusrepublik belagern seitdem das Gebäude.

Am Wochenende hatten die Besetzer ihre letzten Geiseln freigelassen, sich aber noch in dem Haus verschanzt. Sie fordern die Freilassung des inhaftierten Oppositionellen Schirajr Sefiljan sowie den Rücktritt von Präsident Sersch Sarkissjan.

Nach dem Gefecht in der Nacht waren zwei der Besetzer und ein Polizist in ein Krankenhaus gebracht worden. Zwei weitere Bewaffnete ergaben sich. Es war zunächst unklar, wie viele Regierungsgegner noch die Stellung halten. Erst am Dienstag hatten rund 2.000 Oppositionelle demonstriert. Rund 30 Menschen wurden vorübergehend festgenommen.

Von: APA/dpa