Artikeldebatte zum Sammelgesetz

Bettenobergrenze mit Änderungsanträgen der Mehrheit genehmigt

Dienstag, 26. Juli 2022 | 18:04 Uhr

Bozen – Die Artikeldebatte zum Landesgesetzentwurf Nr. 111/22 wurde am Nachmittag bei Art. 8 (Bettenstopp) fortgesetzt. Art. 8 enthält Bestimmungen zur Raumordnung (und zur Bettenobergrenze).
Dazu wurde eine Reihe von Änderungsanträgen vorgelegt, zu denen weitere Änderungen vorgeschlagen wurden.

Paul Köllensperger (Team K) legte eine neue Fassung des Artikels vor, der unter anderem eine Bettenobergrenze nach Zählung sämtlicher Gästebetten (auch Urlaub auf dem Bauernhof) vorsieht. Zu diesem Änderungsantrag wurden, von der Mehrheit wie von der Opposition, weitere Änderungsanträge vorgelegt. Ein von Arnold Schuler und Gerhard Lanz (SVP) mitunterzeichneter Unterantrag sah die Einführung einer Höchstzahl von Betten vor, die auf Landes-, Gemeinde- und Einzelbetriebsebene auf der Grundlage der Bewilligung oder der Übernachtung von Gästen über 14 Jahren, die an einem Datum nach Wahl im Jahr 2019 gemeldet wurden, erhoben und festgelegt wird, wobei ein dynamisches System für die Zuteilung von nicht mehr genutzten Betten eingeführt werden sollte.

Riccardo Dello Sbarba (Grüne) kündigte die Zustimmung seiner Fraktion zu den Änderungsanträgen von Schuler und Lanz (zum Antrag von Köllensperger) an, nachdem LR Schuler die Zustimmung zum Antrag der Grünen signalisiert hatte, die Durchführungsbestimmungen dem Gesetzgebungsausschuss vorzulegen. Der Antrag des Team K sei hingegen nur eine Wiederholung dessen, was Leiter Reber im Gesetzgebungsausschuss durchgesetzt hatte: zuerst die Erhebung, dann die Obergrenze. Schulers Vorschlag bedeute zwar eine Erhöhung der Obergrenze, aber das sei ein Kompromiss mit der Realität; man könne nicht bestehende Betriebe abbauen. Es sei der bisher beste Antrag zum Artikel. Die Zustimmung der Grünen sei auch gegen jene gerichtet, die die Landesregierung erpressen wollten. Keine Zustimmung gebe es für die Anträge von Tauber, der die Sanktionen bei Überschreitung der Obergrenze verringern wolle. Den Anträgen der Mehrheit zu den anderen Punkten stimme man hingegen nicht zu, z.B. jenem, der bei Genehmigung von Bauten den Landschaftsplan durch die “Landschaftsplanung” ersetze, womit auch in Gemeinden ohne Landschaftsplan gebaut werden könne.

Sein Antrag ziele darauf ab, die Eingrenzung auf gewerbliche Betriebe wieder rückgängig zu machen, erklärte Paul Köllensperger (Team K). Er erklärte sich mit einigen Änderungsvorschlägen aus der Mehrheit einverstanden, wesentlich sei aber auch, was in der Durchführungsbestimmung stehe – der Landesrat solle den letzten Stand der Dinge mitteilen. Er habe nichts gegen den Urlaub am Bauernhof, aber die Landwirtschaft müsse der Haupterwerb bleiben. Ansonsten würden sich andere auf diesen Markt drängen, ein paar Schafe mieten und dann Zimmer vermieten. Er teile das Prinzip, dass es einen Deckel brauche. Eine andere gangbare Methode, als die Betten zu zählen, sehe er derzeit nicht. Nicht einverstanden sei man mit der Bestimmung, dass nur 5 Prozent der aufgelassenen Betten außerhalb der Gemeinde zugeteilt werden könnten. Man könne auch nicht Kompromisse mittragen, die nur dem internen Parteifrieden dienten, nicht aber der Nachhaltigkeit.

Sven Knoll (Süd-Tiroler Freiheit) wunderte sich über die Zustimmung der Grünen, das sei ein Blankoscheck für eine Maßnahme, die kein umfassendes Tourismuskonzept darstelle. Er fragte, was mit den Betrieben sei, die nach 2019 gebaut hätten. Zur Zahl der Touristen und wie sie sich im Lande bewegten, würden keine Daten erhoben, kritisch sei auch die Auslassung der Kinder unter 14. Beim Urlaub auf dem Bauernhof müsse man unterscheiden zwischen Urlaub auf einem wirklichen Bauernhof oder in einer Villa im Unterland, die zu einem Bauernhof gehöre. In den letzten Jahren seien viele unkontrollierte Erweiterungen durchgeführt worden, ohne zu bedenken, was dies für den Wasserhaushalt bedeute. Die Bürger sollten Wasser sparen, während rundherum Wellnessanlagen errichtet würden. All diese Überlegungen würden im Konzept fehlen.

Alessandro Urzì (Fratelli d’Italia) sah im Konzept eine Abkehr von der Marktwirtschaft. Die Grünen würden sonst nicht zustimmen. Hier bahne sich eine Koalition mit einer sozialistischen Sichtweise auf die Wirtschaft an. Man gehe immer weiter nach links, wie schon bei der GIS. Wahrscheinlich der einzige Fall in Europa, wo die Institutionen den Unternehmen von Investitionen abraten. Wenn die SVP die Grünen brauche, um dieses Gesetz zu retten, dann sei sie in einer schwachen Verfassung. Der Bettenstopp sei gegen das Prinzip der freien Unternehmerinitiative. So werde die SVP-Fraktion immer kleiner, indem sie sich intern selbst auffresse.

Franz Locher (SVP) verteidigte die Ersetzung des Landschaftsplans durch “Landschaftsplanung”, das sei sehr wichtig für die Vorhaben außerhalb der Siedlungsgrenze. Der Urlaub auf dem Bauernhof solle ein Nebenerwerb sein, er sollte auch auf einem richtigen Bauernhof stattfinden. Die Gemeinden sollten nicht eigene Villen genehmigen.

Brigitte Foppa (Grüne) bescheinigte Urzì, etwas Klarheit in die Debatte gebracht zu haben. Jetzt verstehe man, für wen die Bestimmung zu eng und für wen zu weitmaschig sei. Eine Bremse sei in diesem Fall notwendig, und diese sei nicht links oder rechts. Es sei eine langjährige Forderung der Grünen, wenn auch in dieser Form nicht das Maximum. Aber er gehe in die richtige Richtung.

Gerhard Lanz (SVP) erläuterte seine Änderungsanträge. Einer betreffe die Erweiterung für sämtliche, nicht nur Gastbetriebe, ein weiterer die 20-jährige Zweckbindung von Studentenwohnheimen, einer die Standards, einer die Löschung der Bindung für touristische Zwecke und einer zu einer logischen Erweiterung auch über Straßen oder Bachläufe hinaus. Auf die Vorwürfe Urzìs konterte Lanz, dass es nicht um eine Planwirtschaft gehe, sondern um eine Regelung angesichts knapper Ressourcen. Mit der Bettenobergrenze setze man ein klares Zeichen zur Entwicklung des Tourismus und zum Umgang mit knappen Ressourcen. Die wichtigsten Zahlen zur Entwicklung seien bereits bekannt, man brauche für die Festlegung einer Grenze nicht auf die Erhebung warten. Mit den 7.000 Betten in den Übergangsbestimmungen sei doch noch eine Entwicklung möglich, damit die Betriebe sich unter geänderten Rahmenbedingungen positionieren könnten. Südtirol habe gute Rahmenbedingungen für die Betriebe, und die wolle man auch erhalten.

Nach zwei Jahren Diskussion habe man nun die Instrumente für eine nachhaltige Entwicklung, erklärte Helmut Tauber (SVP), auch wenn er als Unternehmer an manchen Stellen Bauchweh habe. Damit werde der Tourismus gebremst, aber nicht gestoppt. Man brauche nicht glauben, dass damit nun z.B. das Verkehrsproblem gelöst sei. Er habe nichts gegen die Bauern, aber man sollte hinschauen, wer Bauer ist und wer nicht. Eine Strafe von 100 Prozent der Ortstaxe sei zu hoch, er schlage 50 Prozent vor.

Der Ressourcenverbrauch müsse im Mittelpunkt stehen, nicht die Betten, erklärte Andreas Leiter Reber (Freiheitliche). Erst wenn man die Daten dazu habe, könne man über einen Bettenstopp reden. Es habe bisher keine Kontrollen gegeben, und nun würden Betriebe schnell Betten nachmelden. Es gebe auch bisher nicht gemeldete Wasserableitungen, mit denen Schwimmbäder gefüllt würden. Wenn UaB Nebenerwerb bleiben solle, müsse man das im entsprechenden Gesetz regeln, nicht in der Raumordnung. Man habe eine lange Zeit stetigen Wachstums hinter sich, aber die Ressourcen seien begrenzt. Nun habe man viele verschuldete Betriebe, die durch die Steuergesetzgebung gezwungen seien, ständig zu investieren. Es werde im Gesetz nicht definiert, wie lange Betten nicht verwendet sein müssen, um in die Bettenbörse zu kommen. Es sei auch nicht verständlich, warum Kinder unter 14 nicht gezählt würden. Die Zweckbindung für Studentenwohnheime in Gewerbegebieten sollte nur in die vorher bestehende Bindung umgewandelt werden können. Eine Senkung der Strafen sei bei der derzeitigen Kontrollfrequenz nicht sinnvoll. Ein Bettenstopp müsse mit dem Ressourcenverbrauch in Verbindung stehen, es sei schade, dass alles nur auf die Betten reduziert werde.

Peter Faistnauer (Perspektiven Für Südtirol) erinnerte daran, dass es 1985 229.000 Beten gegeben habe, dann hätten sie kontinuierlich abgenommen. 2019 sei man wieder bei 228.000 Betten angelangt. Die Grünen würden nun beitragen, die Bettenzahl auf 250.000 zu erhöhen. Man wisse von der Landesregierung nicht, wie sie das Problem Airbnb lösen wolle. Eine Limitierung sei richtig, aber den Bettenzuwachs in den letzten Jahren habe diese Landesregierung ermöglicht. Er werde dem Änderungsantrag von Schuler nicht zustimmen.

Das freie Unternehmertum sei eines, die Ressourcenverschwendung etwas anderes, meinte Hanspeter Staffler (Grüne). Gewisse Ressourcen seien in diesem Land beim Ausklingen. In gewissen Tourismushochburgen würden es die Leute nicht mehr aushalten. Derzeit würden die Gastwirte nicht Betten brauchen, sondern einen Koch. Die Grünen würden dieser Regelung zustimmen, weil sie den Ressourcenverbrauch angehe. Die Grenze sei dynamisch, aber es sei eine Grenze. Es sei ein pragmatischer Ansatz.

Die Obergrenze sei keine absolute Maßnahme, da man eine Neuzuteilung erlaube und auch die erworbenen Rechte berücksichtigen müsse, wobei letzteren eine Frist gesetzt werde, erklärte LR Arnold Schuler. Ein wichtiger Punkt seien die Kontrollen. In Zukunft müssten die Ankünfte und die Ortstaxenmeldungen übereinstimmen, und das sei per Knopfdruck überprüfbar. Die Neuzuweisungen beträfen die nicht verwendeten Betten von aufgelassenen Betrieben. Mit diesen Bestimmungen werde vieles klar geregelt, auch wenn viele Details in den Durchführungsverordnungen festgelegt würden. Bei den Ferienwohnungen habe man sich auf 3 Personen über 14 geeinigt. Der UaB sei Teil des Konzepts, bei der Zählung und bei den Kontingenten. In allen Gremien, in denen er die Durchführungsverordnung vorstelle, wolle man noch Änderungen, aber gleichzeitig auch die endgültige Fassung sehen – das sei nicht leicht. Die Verordnung regle auch die Betriebe, die nach 2019 entstanden seien. Es gehe nicht nur um die Unternehmensfreiheit, sondern auch um die Akzeptanz in der Bevölkerung. Wer fordere, dass man zuerst zähle und dann die Grenze festlege, der wolle die Grenze eigentlich nicht, denn das würde Jahre dauern. Die nötigen Zahlen habe man bereits. Für die Kontrollen überlege man auch eine externe Dienstleistung. Die Airbnb-Frage habe man auch EU-rechtlich überprüfen wollen und sei zur Erkenntnis gelangt, dass man sie am sichersten über das Gesetz zu Raum und Landschaft regeln könne.

LR Maria Hochgruber Kuenzer versicherte Dello Sbarba, dass die Gemeinden sehr wohl mit den Gemeindeentwicklungsplänen begonnen hätten und nun noch auf den letzten Schritt warten würden. Sie würden den Mehrwert dieser Pläne erkennen. Die Änderung zu den Landschaftsplänen sei nötig, weil man sonst 116 Gemeindepläne von Amts wegen auf die Schnelle ändern müsste.

Die Änderungsanträge (zu Köllenspergers Antrag) von Schuler und Lanz zur Erweiterung von Betrieben, zu den Studentenheimen, zur Bettenobergrenze und andere sowie von LR Hochgruber Kuenzer zur Landschaftsplanung wurden angenommen.

Der so geänderte Ersetzungsantrag von Köllensperger wurde in separaten Abstimmungen angenommen, der Absatz zur Bettenobergrenze mit 17 Ja, zwei Nein und 13 Enthaltungen.
Die anderen Anträge wurden durch die Ersetzung des ursprünglichen Artikels hinfällig.

Paul Köllensperger wies darauf hin, dass man mit diesem Artikel auch eine Bestimmung zur Alpitronic genehmigt habe, ohne darüber zu diskutieren.

Die Artikel 8 bis 10 wurden ohne Debatte genehmigt.

Die Sitzung wurde anschließend für eine Beratung innerhalb der SVP-Fraktion unterbrochen.

Sammelgesetz verabschiedet

Art. 10-bis sieht die Gebührenbefreiung für landwirtschaftliche Wasserableitungen ab einer Meereshöhe von 1.000 Metern vor.

Andreas Leiter Reber (Freiheitliche) forderte, diese Befreiung zu streichen oder auf benachteiligte oder Berggebiete im Sinne der EU-Verordnungen auszuweiten. Als Berggebiet wäre ganz Südtirol betroffen, wie Leiter Reber auf Nachfrage einräumte. Die Ersparnis von 100 Euro rette keinen Betrieb, und man sollte hier keine künstlichen Unterschiede zwischen Grünland- und anderer Landwirtschaft machen. Paul Köllensperger (Team K) sprach sich dagegen aus, das verleite zur Wasserverschwendung. Sven Knoll (Süd-Tiroler Freiheit) kündigte Zustimmung an. Es gehe hier um Landwirtschaft, nicht um Freizeitnutzung. Riccardo Dello Sbarba (Grüne) sprach sich dagegen aus. Wasser sei öffentliches Gut, auf seine Nutzung entfalle eine Gebühr, dies sei in staatlichen und EU-Normen festgelegt. LR Giuliano Vettorato wies auf den geringen Betrag hin. Wenn man jemandem in einer schwierigen Lage mit einer Befreiung helfen könne, sei das für ihn kein Problem. Man werde aber dem Streichungsantrag zustimmen. Dieser wurde mit 32 Ja einstimmig angenommen.
Der Artikel wurde mit 31 Ja und 1 Enthaltung genehmigt.

Die Art. 11 bis 14 wurden ohne Debatte genehmigt.

Art. 14-bis betrifft den Urlaub auf dem Bauernhof.
Dieser Artikel war im III. Gesetzgebungsausschuss eingefügt worden. Andreas Leiter Reber forderte die Streichung von Abs. 1 mit der Einschränkung auf Betriebe zwischen 1,5 und 6 ha im Obst- und Weinbau bzw. 5 Großvieheinheiten. Das seien Phantasiezahlen, sie entsprächen keiner gängigen Norm und keiner betriebswirtschaftlichen Berechnung. Man habe den Eindruck, der wohlhabende Talbauer sollte abgestraft werden. Anderswo in Italien gebe es keine Flächenbeschränkung für den “Agriturismo”. Ein besseres Kriterium, um Spekulationen zu vermeiden, wäre der geschlossene Hof. LR Arnold Schuler kündigte die Zustimmung zur Streichung an, dieser Absatz sei inzwischen überholt. Wichtig sei, dass die Landwirtschaft der Haupterwerb sei, meinte Paul Köllensperger und sprach sich gegen die Streichung aus. Der Wildwuchs würde mit dieser Bestimmung ein bisschen eingegrenzt. Sven Knoll stimmte der Streichung zu, aber es sollte die untere Grenze genauer definiert werden. Niemand habe ein Problem mit dem Urlaub auf dem Bergbauernhof, aber ein Beherbergungsbetrieb zwischen zwei Hotels, der aber mit ganz anderen Bedingungen arbeiten könne, sei schon ein Problem.
Leiter Rebers Streichungsantrag wurde angenommen.
Der Artikel wurde mit 27 Ja und 4 Enthaltungen genehmigt.

Die Art. 15 und 16 wurden ohne Debatte genehmigt.

Art. 17 betrifft die Schutzhütten.
Sven Knoll verwies auf die Stettiner Hütte und forderte die Einhaltung des entsprechenden Landtagsbeschlusses. Andreas Leiter Reber wies auf die hohen Kosten von 6 Mio. für diese Hütte hin und forderte eine Unterstützung für alle Freiwilligen, die sich um den Schutz der Berglandschaft kümmerten. Paul Köllensperger meinte, es gehe hier mehr um die Santnerhütte, was LR Massimo Bessone bestätigte. Der Neubau habe die Zustimmung aller Landesämter, erklärte LH Arno Kompatscher. Er verwahrte sich gegen den Vorwurf eines AVS-Funktionärs, dass das Land zu wenig für die Berghütten ausgebe. Das Land warte auf die Liste der Vereine zu den Sanierungsvorhaben und werde dann die Mittel zur Verfügung stellen.
Der Artikel wurde mit 28 Ja und 2 Enthaltungen genehmigt.

Die Art. 18 bis 20 wurden ohne Debatte genehmigt.

Art. 21 betrifft die Personalaufnahme im Gesundheitsdienst.
Franz Ploner (Team K) forderte, den Dienst für die Notfallmedizin dazuzuschreiben, denn sonst würde nur die Bozner Notaufnahme darunterfallen. Dem stimmte LH Arno Kompatscher zu. Ploners Antrag wurde angenommen.

Die Art. 22 bis 25 wurden ohne Debatte angenommen.

Erklärungen zur Stimmabgabe

Das Dilemma an Omnibusgesetzen sei ein Potpourri an Bestimmungen, zu denen man nicht im Block ja oder nein sagen könne, kritisierte Andreas Leiter Reber (Freiheitliche). So weitreichende Bestimmungen wie Art. 8 sollten mit einem eigenen Gesetz behandelt werden. Er forderte die Landesregierung auf, Omnibusgesetze nur mehr für Korrekturen zu bringen.

Riccardo Dello Sbarba (Grüne) kündigte aus demselben Grund Enthaltung an. Man sei dankbar, dass die Wohnbaureform mit eigenem Gesetz behandelt werde. Man sei auch froh, dass die Landesregierung dem Versuch widerstanden habe, die Entwicklung des Tourismus sich selbst zu überlassen. Den notwendigen Korrekturen habe seine Fraktion zugestimmt. Nun warte man auf die Durchführungsverordnung und hoffe, nicht enttäuscht zu werden. Ansonsten enthalte das Gesetz positive wie negative Neuerungen.

Paul Köllensperger (Team K) schloss sich den Kritiken am Omnibusverfahren an. Seine Fraktion werde sich enthalten. Der Inhalt der Bestimmung zum Tourismus werde auf die Durchführungsverordnung verschoben. Die Umverteilung von nur 5 Prozent der aufgelassenen Betten sowie die zahlreichen Ausnahmen gingen nicht in Ordnung.

Diego Nicolini (5 Sterne Bewegung) zeigte sich mit der Antwort auf seine Frage nach dem Wettbewerb für die italienische Schule nicht zufrieden. Die Durchführungsbestimmung für die Südtiroler Wettbewerbe müsste auch für diese gelten, somit wäre nur eine mündliche Prüfung nötig. Der Landesrat zeige eine antiautonomistische Haltung. Wer beim Tourismus von der Unternehmensfreiheit spreche, sei darauf hingewiesen, dass laut Art. 41 der Verfassung die unternehmerische Initiative nicht im Kontrast zum Allgemeinwohl sein dürfe.

Sven Knoll (Süd-Tiroler Freiheit) kündigte seine Neinstimme an. Der Bettenstopp klinge ganz gut, aber es seien zu viele Fragen offen. Bei einem Omnibusgesetz kauft man die ganze Katze im Sack. Er sei für eine Reglementierung, für ein Tourismuskonzept, aber das könne er hier nicht erkennen.

Sandro Repetto (Demokratische Partei – Bürgerlisten) kündigte Enthaltung an. Er schätze die Orientierung zur Nachhaltigkeit im Tourismus. Auf seine Fragen zu den Mitteln für die IDM-Werbung habe er keine Antwort erhalten. Positiv sei die Bestimmung zu den Studentenwohnheimen. Der innerparteiliche Streit der SVP habe ihm nicht gefallen.

LH Arno Kompatscher dankte den vielen Mitarbeitern, die am Gesetzentwurf gearbeitet hätten und den Kollegen in der Mehrheit für die Zustimmung. Er verteidigte die Omnibusgesetze, sie seien eingeführt worden, um das Haushaltsgesetz von blinden Passagieren zu befreien. Es sei oft klüger, chirurgisch vorzugehen und nur Einzelbestimmungen zu ändern, als ein ganzes Gesetz neu vorzulegen, sonst riskiere man in Rom die Anfechtung des Ganzen.

Der Gesetzentwurf Nr. 111/22 wurde mit 15 Ja, einem Nein und 14 Enthaltungen genehmigt.

Damit war die Sondersitzung beendet. Die Sitzung zum Nachtragshaushalt beginnt morgen um 10.00 Uhr.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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29 Kommentare auf "Bettenobergrenze mit Änderungsanträgen der Mehrheit genehmigt"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
jack
jack
Universalgelehrter
22 Tage 13 Min

bettenstop ok
ABER AUCH FÜR DIE BAUERN.
oder wie kommt der gast zu den bauern?
mit dem Esel oder wie?
na guet hobm mir an sauhaufn😂😂

So ist das
21 Tage 12 h

…Im Endspurt punkteten die SVP-Bauern erneut. Egal ob Tal oder Berg, groß oder klein: Der ganze Urlaub am Bauernhof wird vom Stopp ausgenommen, wenn der Betrieb bestimmte – noch zu definierende – Qualitätskriterien erfüllt…

Schreibt Stol.
Das Wahlzuckerle für die Lobby? Kriterien gibt es dann nach den Wahlen? 🤔🤔🤔

schwarzes Schaf
schwarzes Schaf
Superredner
22 Tage 28 Min

Ach ja die Gäste von den Bauern kommen ja ohne Auto also keine verkehrsbelastung wie bei den Hoteliers und wer kontrolliert dann die armen Bauern ob sie schon alles einhalten

gogogirl
gogogirl
Tratscher
21 Tage 23 h

Schämt euch,so ein scheinheiliges Getue,wieder Bauern ausgenommen,die einzigen die für alles Beiträge bekommen und keine Steuern bezahlen dürfen alles

TirolerSued
TirolerSued
Tratscher
21 Tage 21 h

Es nützt halt nix das ewige jammern und bei den nächsten Wahlen wieder die WindfahnlPartei zu wählen

tom
tom
Universalgelehrter
21 Tage 13 h

Steuern zahlen die schon, nur ist die Bemessungsgrundlage bescheiden. statt des Umsatzes zählt der Katasterertrag

diskret
diskret
Superredner
22 Tage 28 Min

Mehr Betten für die Bauern ,kann nicht verstehen
da wird ja nix geboten bei ein Bauern , wenn ich alles selber machen muss dann bleibe ich zuhause.

ghostbiker
ghostbiker
Universalgelehrter
21 Tage 23 h

mittlerweile seins Wellnessbauern Höfe….u.net nix geboten

N. G.
N. G.
Kinig
21 Tage 23 h

Demnach bist du für weniger Bettenburgen aber trotzdem zu verwöhnt um dir einen Urlaub beim Bauern zu gönnen?
Doppelmoral?

Gredner
Gredner
Kinig
22 Tage 1 h

Wenn ich richtig verstanden habe, dann ist momentan kein Bettenstop aktiv und die Hotels können erweitern soviel sie wollen, oder?

Doolin
Doolin
Kinig
21 Tage 21 h

…genau!…kein Bettenstopp, sondern Verarsche…wusste man ja vorher, wie SVP tickt…

PuggaNagga
21 Tage 23 h

Südtirol das Land der Bauern!
Warum gilt das für Bauern nicht?
Haben die was anderes? Verpesten die Touristen dort nicht die Umwelt? Verstopfen die nicht die Straße weil mit der Kuh angeritten?
Ich habe nichts gegen Bauern aber das schlägt dem Fass den Boden aus.
Wenn für alle oder niemanden.

So ist das
22 Tage 35 Min

Freunde helfen sich immer 😂

moeschba
moeschba
Tratscher
21 Tage 23 h

und olbm die bauer. 1x 300€ pro küi (weil die normal orbata brauchns jo net, isch jo la fü die bauern olls teura wöschtn) its a ausnohme ban bettnstop.

Lucky
Lucky
Grünschnabel
21 Tage 23 h

Wann gibt es den Politikerstopp in Südtirol, den Bürogebäude stopp,
Industriehallenstopp und wann wird endlich die Bürokratie gestoppt.

TirolerSued
TirolerSued
Tratscher
21 Tage 21 h

nieeee solong die SVP regiert

Aurelius
Aurelius
Universalgelehrter
21 Tage 23 h

die Bauern haben wir immer gejammert und sich durchgesetzt arme hascher

Staenkerer
22 Tage 5 Min

und solong de politiker sich jetz drahnen und wickeln und oane noch der ondern änderungen und änderung der änderung einreichn und versenkn konn weiter erweitert und aufgstockt wern
und zum schluß werd des “bettenstoppgsetz” so mit außnahmen gspickt sein dasa wellnessgroßbetonpunker mit streichelzoo und a schwimmbodliegewiese unter “urlaub am bauernhot” giltet den man jede aufstockung genemigen und bezusißn muaß!
des gemauschl um de augenauswischergsetze kennt man jo seit johrzehnte!

bern
bern
Universalgelehrter
21 Tage 22 h

Die Hotelliere dürfen 150 Betten haben….und dann neiden sie der kleinen Bäuerin ihre maximal 5 Ferienwohnungen????
Zum Schämen !!!

OrB
OrB
Universalgelehrter
21 Tage 22 h

Orme Bauern, würden sonst ja am Hungertuch nagen!
Scheinheiliges Südtirol, einfach nur billig diese Bauernpartei!

PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Universalgelehrter
21 Tage 21 h

Wer heute noch die SVP wählt, der wählt eine Partei ohne Charakter, ohne Geradlinigkeit, ohne Stabilität, eine zerworfene Partei, der es nur noch um die Macht, den politischen Repräsentanten um den Posten und das Geld geht.

sixtus
sixtus
Tratscher
21 Tage 22 h

Und wieder die Bauern anders behandeln

gutergeist
gutergeist
Tratscher
21 Tage 22 h

Das Zuckerl für die nächsten Wahlen perfekt und gezielt eingesetzt. Ist ja schon Tradition.

Norbi
Norbi
Universalgelehrter
21 Tage 20 h

Zwei Tage diskutiert und was ist am ende raus gekommen. außer Spesen nichts gewesen. Genau diese Probleme haben wir zur Zeit und um nicht zu vergessen Lohnanpassung für Politiker das sind im moment die Dringlichkeiten.

marher
marher
Universalgelehrter
21 Tage 14 h

Ein Mischmaschgesetz wo sich keiner mehr auskennt, ausser natürlich unsere schlauen Politiker. Verarschung pur.

Savonarola
21 Tage 13 h

mit Omnibusgesetzen fördert man furti legalizzati, z.B. den Raub des Leistungslohns.

Tina1
Tina1
Superredner
21 Tage 13 h

Jetzt wird die ganze Hotelerie mit Hinblick auf Nachhaltigkeit, zurück zur Natur usw. auf Bauernhof umgewidmet…😜

NaSellSchunSell
NaSellSchunSell
Superredner
21 Tage 11 h

“Der Urlaub auf dem Bauernhof solle ein Nebenerwerb sein, er sollte auch auf einem richtigen Bauernhof stattfinden.”

🤣🤣🤣🤣 Nebenerwerb🤣🤣🤣🤣
Dann sollen sie mal durch Südtirol fahren und kontrollieren. Was da teilweise für Luxusbauten stehen hat mit “Urlaub auf dem Bauernhof” gar nichts mehr zu tun.

Savonarola
21 Tage 13 h

Verbarrikadierungsbürokratie

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