Türkeifahnen auch vor dem Weißen Haus

Beziehungen Ankara-Washington in der Krise

Donnerstag, 18. Mai 2017 | 16:50 Uhr

Zwei Tage nach dem ersten Besuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan bei seinem US-Kollegen Donald Trump trüben sich die Beziehungen zwischen beiden Ländern ein. Während die Türkei am Donnerstag die Abberufung des US-Sondergesandten für den Anti-IS-Kampf forderte, verlangte US-Senator John McCain die Ausweisung des türkischen Botschafters.

Grund sind Zusammenstöße türkischer Personenschützer mit Anti-Erdogan-Demonstranten vor der türkischen Botschaft in Washington. Empört zeigte sich McCain über das Verhalten von türkischen Sicherheitskräften in Zivil. Auf Video-Aufnahmen ist zu sehen, wie sie sich Prügeleien mit Demonstranten liefern. Zu sehen ist, wie auf einen am Boden liegenden Mann eingetreten wird. “Wir sollten deren Botschafter aus den Vereinigten Staaten von Amerika rauswerfen”, sagte er dem Sender MSNBC. “Diese Vorfälle können nicht unbeantwortet bleiben.” Es sollten auch juristische Schritte erwogen werden.

Ursprünglich hatte der türkische Präsident Erdogan große Hoffnungen auf Trump gesetzt, da die Beziehungen zu dessen Vorgänger Barack Obama unter anderem wegen Differenzen in der Syrien-Politik angespannt waren. Der US-Beauftragte Brett McGurk unterstütze definitiv und eindeutig die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und die in Nordsyrien aktive Kurdenmiliz YPG, sagte Außenminister Mevlüt Cavusolgu dem türkischen Sender NTV. “Es wäre von großem Nutzen, wenn diese Person ausgewechselt wird.” Der Diplomat McGurk war 2015 von Obama zum Sonderbeauftragten der USA für die Koalition gegen die Extremistengruppe Islamischer Staat (IS) ernannt worden.

Von: APA/ag.

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